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Dreieichbahn: Elektrifizierung der Dreieichbahn: Die Weichen für morgen stellen

Die Stadt Dreieich will eine Elektrifizierung der Dreieichbahn voranbringen. Es ist ein Vorhaben auf lange Sicht, mit dem aber aus Sicht des Magistrats bereits jetzt begonnen werden solle – eine Investition in die Zukunft.
Dreieich. 

Der Magistrat hat eine Vorlage an die Stadtverordnetenversammlung weitergeleitet, die einen Beschlussvorschlag enthält, mit dem der Kreis Offenbach aufgefordert wird, sich bereits jetzt bei den zuständigen Stellen, insbesondere dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), dafür einzusetzen, dass notwendige Schritte zu einer Elektrifizierung und dem damit gegebenenfalls verbundenen Ausbau der Dreieichbahnstrecke in die Wege geleitet werden. Damit soll das Angebot auf dieser Strecke mittelfristig ausgebaut und verbessert werden.

Bis heute dieselbetrieben

Das Thema der Elektrifizierung der Dreieichbahnstrecke ist kein neues, sondern wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder lose ins Gespräch gebracht. Mit der Inbetriebnahme der modernisierten Strecke im Jahr 1998 blieb es jedoch bei dieselbetriebenen Fahrzeugen, welche die Strecke bis heute befahren. Im Sommer 2016 trat der neue Fahrplan der Dreieichbahn in Kraft, der mit der seitens des RMV beauftragten DB-Regio bis 2027 gesichert ist. Der aktuelle Vorstoß kann daher gar nicht auf eine kurzfristige Veränderung der Situation zielen, sondern schaut schon heute in die Zukunft, und zwar auf das Jahr 2027 und das Auslaufen des heutigen Vertrages.

Hintergrund dieser Initiative ist, dass an einigen Stellen im Gebiet des RMV bereits konkret an einer Elektrifizierung von Nebenstrecken der Hauptbahnstrecken gearbeitet wird, beziehungsweise die Prüfungen und Machbarkeitsstudien in die Wege geleitet wurden. Die Dreieichbahnstrecke ist ebenfalls eine solche Nebenstrecke, die jedoch viele Kommunen erschließt und dabei insbesondere diese, die auch in den nächsten Jahren mit einem stärkeren Bevölkerungswachstum rechnen.

„Die Schienenverbindungen im Kreis Offenbach sind nach den Festlegungen des aktuell geltenden lokalen Nahverkehrsplans das „Rückgrat des ÖPNV“ im Kreis. Bei einer wachsenden Bevölkerung entlang solcher Strecken sind diese jedoch auch mitzuentwickeln und zu stärken, damit sie dieser Funktion auch in Zukunft nachkommen können“, so Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos). Zudem sei es das Ziel, die Mobilität weg vom Kraftfahrzeug unter anderem hin zu schienengebundenen Verkehrsmitteln zu lenken und diese zu fördern. „Um diesem Ziel in der Region nach Maßgabe des Leitbildes Mobilität des Kreises näherzukommen, bietet die Dreieichbahn hervorragende Möglichkeiten.“

Die Dreieichbahnstrecke mit ihrer weitestgehend eingleisigen Streckenführung und nur wenigen Ausweichpunkten ist schon heute am Rande ihrer Leistungsfähigkeit, und bereits kleine Verspätungen wirken sich unmittelbar auf den gesamten Streckenablauf aus. Um Angebote in Zukunft erweitern zu können, sind daher mittelfristige Ertüchtigungen vorzusehen. Diese haben erfahrungsgemäß eine lange Vorlaufzeit, so dass es schon heute gilt, derartige Schritte in die Wege zu leiten.

Realistische Option

Hierzu ist ein Bekenntnis des Kreises Offenbach sowie ein Schulterschluss mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie den Anliegerkommunen notwendig. Nur wenn jetzt schon begonnen wird, sich aktiv für solche Handlungen einzusetzen, kann es in Zukunft eine realistische Option geben, etwaige neue Streckenverbindungen im Rhein-Main-Gebiet wie die Regionaltangente West oder etwaige veränderte Führungen im S-Bahnsystem auch auf eine Strecke wie die Dreieichbahn zu leiten.

Professor Jürgen Follmann, Dozent für Verkehrswesen an der Hochschule Darmstadt, hat für den Kreis Offenbach und seine Kommunen bereits viele Untersuchungen zum Thema Nahmobilität initiiert. Er unterstützt diese Forderung vorbehaltlos und sieht einen mittelfristigen „S-Bahn ähnlichen“ Ausbau dieser Strecke ebenfalls als Teil eines zukunftsfähigen ÖPNV im Kreis Offenbach.

Neben dem Magistrat hatte sich zudem auch der Aufsichtsrat der Verkehrsbetriebe Dreieich bereits kurz mit diesem Ansatz befasst und den Vorstoß von Burlon ebenfalls vollumfänglich unterstützt.

(fnp)
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