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Pfarrer Herbert Köhl gewürdigt: „Er ist immer gegenwärtig“

Von Zwar konnte Herbert Köhl selbst nicht beim Festgottesdienst zu seinen Ehren dabei sein. Aber die katholische Gemeinde Kelsterbach bereitete ihrem ehemaligen Pfarrer dennoch ein würdiges Jubiläum.
Mit Standarten zogen die Egerländer Gmoi und die Kolpingfamilie in die Markuskirche ein. Bilder > Foto: Carmen Erlenbach Mit Standarten zogen die Egerländer Gmoi und die Kolpingfamilie in die Markuskirche ein.
Kelsterbach. 

Aus gesundheitlichen Gründen war er nicht anwesend, die Botschaft jedoch wird ihn mit Fotos, Briefen und dem Videomitschnitt vom Festgottesdienst in Kürze erreichen. Pfarrer Herbert Köhl, der 45 Jahre in der katholischen Kirchengemeinde Kelsterbach tätig war, beging am 8. März sein eisernes Priesterjubiläum. Vor 65 Jahren hatte er seine Amtsweihe empfangen.

Weil dem 88-Jährigen, der seit 13 Jahren an seinem Geburtsort in Rodgau-Nieder-Roden wohnt, die Kraft fehlte, anlässlich seines Jubiläums nach Kelsterbach zu kommen, hatte er am Mittwoch zu Hause mit einer kleinen Delegation aus der Untermainstadt gefeiert. Zu ihr zählten Bürgermeister Manfred Ockel, Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne, Ehrenbürgermeister Erhard Engisch und Pfarrer Franz-Josef Berbner. Dieser internen Feier folgte gestern ein gut besuchter Festgottesdienst in der Markuskirche zu Ehren von Köhl, der für den Jubilar unter anderem vom Filmclub Kelsterbach mit mehreren Kameras und aus verschiedenen Perspektiven auf Video dokumentiert wurde.

In einem Brief, den Berbner verlas, teilte Köhl den Gläubigen mit, dass er stets versucht habe, seinen Primizspruch aus Hebräer 10, Verse 5 und 7, aus dem Jahr 1952 zu erfüllen: „Einen Leib hast Du mir bereitet. Sieh, ich komme, Deinen Willen zu erfüllen“. Sofern es sein Gesundheitszustand erlaube, würde er sein Jubiläum gerne in seiner heimatlichen Pfarrkirche Sankt Matthias in Nieder-Roden feiern.

Segensreicher Einfluss

Im Gottesdienst erinnerte Berbner daran, dass Köhl über seine 45-jährige Amtszeit in Kelsterbach hinaus seit 58 Jahren bis zum heutigen Tag segensreichen Einfluss auf die Kirchengemeinde nehme. In einem Gebet dankte Berbner Gott, dass er Köhl zum Botschafter für sein Wort berufen habe.

Mit einem Auszug aus dem neunten Kapitel des Matthäus-Evangeliums wies der Pfarrer auf die Verklärung Jesu auf einem Berg hin, auf den er seine Jünger Petrus und Jakobus mitgenommen hatte. Ihnen sei es ergangen wie Menschen, die schon lange miteinander leben, und den anderen doch nicht recht kennen. Auch die Jünger hätten sich stets gefragt: „Wer ist dieser?“. Auf dem Berg hätten die beiden Jünger Klarheit erhalten, als Gott gesprochen habe: „Das ist mein geliebter Sohn. An ihm habe ich Gefallen“.

Petrus habe diesen Platz derart schön gefunden, dass er dort habe Hütten errichten wollen, im Überschwang seiner Gefühle diesen Ort zum gelobten Land machen wollte – „ohne Ostern, ohne das Kreuz“. Das sei eine Gipfelerfahrung gewesen, zu der ein Auf-, aber auch ein Abstieg gehöre, um Erfahrenes haftbar zu machen. „Lichte Momente im Leben werden wir nie verlieren.“ Das gelte auch für Köhls priesterliches Wirken, das mit dem Leitsatz überschrieben sein könnte „Auf dem Weg zu und mit den Menschen“.

Omnipräsent

Sein Vorgänger habe tiefe Spuren in Kelsterbach hinterlassen, aber auch Erinnerungen an Hochzeiten, Taufen, Kommunionen und Firmungen. Er sei Kranken und Sterbenden stets ein Beistand gewesen sowie den Hinterbliebenen Trost, Halt, Hoffnung und Perspektive. Darüber hinaus erinnerte Berbner an viele Feiern, die Köhl als brillanter Gesellschafter bereichert habe. Nicht umsonst habe er dem Schauspieler Günter Strack für dessen Rolle als Pfarrer in der einstigen Fernsehserie „Mit Leib und Seele“ beratend zur Seite gestanden. Mit anhaltendem Applaus dankten die Katholiken Köhl für sein langjähriges Engagement, aber auch seiner Haushälterin Irene Hay, die ihm seit 1960 treu zur Seite steht.

„Er ist hier immer gegenwärtig“, erklärte Manfred Ockel – schon wegen vieler Erinnerungen an herzliche Begegnungen. Köhl habe stets auch außerhalb der Kirche den Kontakt zu seinen Mitmenschen gesucht. Er sei omnipräsent gewesen, habe sich eingemischt. „Köhl ist ein Ehrenbürger par excellence“, so der Rathauschef.

Auch Pfarrgemeinderatsvorsitzender Peter Beichert würdigte den Jubilar. Er habe die Herzen der Menschen erreicht. Es sei eine gute Entscheidung von Köhl gewesen, Pfarrer Franz-Josef Berbner nach Kelsterbach zu holen. „Einen besseren Nachfolger hätte er nicht aussuchen können.“

Untermalt wurde der Festgottesdienst von den „Markus-Voices“ und dem Gesangverein Einigkeit sowie von Standarten- und Trachtenträgern der Kolpingfamilie und der Egerländer Gmoi.

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