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Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft: Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Schüsse durchlöchern mitten in der Nacht das Fenster eines Zimmers in einer Unterkunft für Flüchtlinge im Kreis Offenbach. Ein Mann wird im Schlaf leicht verletzt. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes.
Ein Einschussloch im Fenster der Flüchtlingsunterkunft. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Ein Einschussloch im Fenster der Flüchtlingsunterkunft.
Dreieich.  Im Fall der Schüsse auf die Flüchtlingsunterkunft in Dreieich ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes. Es müsse abgewartet werden, was am Ende dabei herauskomme, sagte Behördensprecherin Nina Reininger am Mittwoch in Darmstadt und bestätigte damit Medienberichte. Zur Art der verwendeten Munition und Waffe machte sie weiterhin keine Angaben. Untersuchungen des Landeskriminalamtes dauerten an, sagte sie. Derweil befrage die Polizei Zeugen.

Unbekannte hatten am frühen Montagmorgen auf ein Fenster der Unterkunft in einem Gewerbegebiet gefeuert. Ein 23-Jähriger wurde im Schlaf getroffen und leicht am Bein verletzt. Der 23-Jährige ist nach Aussage eines Mitbewohners Syrer. Er wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.


Bilderstrecke Schüsse auf Flüchtlingsheim in Dreieich
In der Nacht auf den 4. Januar 2016 feuerte ein maskierter Täter mehrere Schüsse auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieich.Ein Einschussloch im Fenster der Flüchtlingsunterkunft.Ein Asylbewerber wurde im Schlaf von einer Kugel getroffen und verletzt. Die zersprungenen Fensterscheiben am Anbau einer Flüchtlingsunterkunft in Dreieich.

 
Die Flüchtlingsunterkunft liegt zwischen einer Bahnlinie und zwei Großmärkten in einem Gewerbegebiet im Stadtteil Dreieichenhain.
 
Ein Zeuge sprach von einem vermummten Täter, den er gesehen habe. Es habe sich um eine Einzelperson gehandelt, die sechs- bis siebenmal aus einer Handfeuerwaffe gefeuert habe, sagte der in der Unterkunft lebende Syrer mit Hilfe eines Dolmetschers.

Die Polizei sperrte das Gelände ab.
Schlafender Syrer verletzt Schüsse auf Flüchtlingsheim - «Jetzt ist es plötzlich hier»

In den frühen Morgenstunden schießt ein Unbekannter mehrfach durch die Fensterscheiben einer Flüchtlingsunterkunft im Kreis Offenbach. Ein schlafender Asylbewerber wird am Bein getroffen und leicht verletzt. Die Bewohner sind verängstigt, Nachbarn entsetzt.

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Die Flüchtlingsunterkunft besteht aus einem dreistöckigen Haus, in dem nach Angaben der Stadt vier Familien leben, sowie dem beschossenen einstöckigen Anbau. Darin seien 15 Männer untergebracht, 14 Syrer und ein Afghane, sagte eine Sprecherin. Ob die Schüsse von der Straße aus oder direkt aus dem eingezäunten Vorgarten abgefeuert wurden, war nach Angaben der Ermittler noch unklar.
 
Insgesamt leben in Dreieich rund 430 Flüchtlinge. Es gebe zwölf größere Unterkünfte für jeweils 15 bis 30 Flüchtlinge und 50 kleinere Einheiten für bis zu sieben Menschen.
 
In Hessen sind im bundesweiten Vergleich bisher eher wenige Flüchtlingsheime attackiert worden. 22 Fälle wurden von Januar bis Ende September 2015 im Land gezählt, bei denen Asylunterkünfte aus politischen Motiven Tatort oder Angriffsziel waren. Bundesweit lag die Zahl nach einem Bericht der Bundesregierung bei 549. (dpa/red)
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