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Müll-Chaos: Erneut Missstände an der Straßenbahn-Endhaltestelle

Von Der Park-and-Ride-Platz an der Straßenbahn-Endhaltestelle bleibt eine ärgerliche Problemzone: Die schon gebannt geglaubte Vermüllung verschandelt immer wieder die im Frankfurter Stadtwald gelegene Fläche – obwohl die Hugenottenstadt durchaus ihrer Verantwortung nachkommt. Bürgermeister Herbert Hunkel drängt bei Verantwortlichen in Frankfurt auf eine Lösung – in Sachen Parkplatz-Not bleibt die jedoch vorerst in weiter Ferne.
Dicht hinter dem Parkplatz, an der Autobahnbrücke, liegt der Müll nach Aussagen von Spaziergängern schon viele Tage. Dicht hinter dem Parkplatz, an der Autobahnbrücke, liegt der Müll nach Aussagen von Spaziergängern schon viele Tage.
Neu-Isenburg. 

Die Recherche dieser Zeitung brachte Anfang Januar den Stein ins Rollen: In einer zweitägigen Sonderreinigungsaktion ließ das zuständige Grünflächenamt der Stadt Frankfurt den stark vermüllten Park-and-Ride-Platz an der Neu-Isenburger Straßenbahn-Endhaltestelle wieder auf Vordermann bringen. Eine Neuregelung der Zuständigkeiten sieht seither vor, dass die Hugenottenstadt über seinen Dienstleistungsbetrieb (DLB) zweimal wöchentlich die Mülleimer leert, während sich das Grünflächenamt der Stadt Frankfurt um die sonstige Sauberhaltung des Parkareals kümmert.

Dass dieses System, was den Part Frankfurts betrifft, zumindest zwischenzeitlich nicht greift, zeigt ein Ortstermin auf dem Parkplatz am Montagnachmittag – wie schon im Januar hatte Leserin Jessica Schäfer diese Zeitung auf den Missstand aufmerksam gemacht.

Schmutzwäsche und Lampen

Eine benutzte Damenbinde begrüßt rechts hinter der Einfahrt im Geäst auf einem Baumstamm die Besucher. Weiter hinten liegt linkerhand ein Müllhaufen im Wald neben den geparkten Autos: Ein alter Rucksack, Stofftiere, Roller Blades, schmutzige Wäsche, ein ausrangierter Deckenstrahler sind achtlos auf dem Laub verteilt. Einige Meter weiter klebt ein Herrenslip auf einem moosbewachsenen Stein, ein paar Schritte davon wartet rechts die nächste Müllansammlung.

Der Wiesbadener Olaf Großkopf kommt gerade mit zwei Hunden an der Leine vorbei. Er führt die Tiere für seinen in Isenburg lebenden Freund aus. „Waren Sie schon dort drüben?“, fragt er und deutet auf die unweit vom Parkplatz gelegene Autobahnbrücke. Dort, vor den Stromkästen, setzt sich das Müll-Elend fort.

Seit gut einer Woche kommt Großkopf beim Gassi-Gehen hier vorbei und ärgert sich nach eigenem Bekunden jeden Tag aufs Neue über das Ausmaß der Vermüllung: „So viel Dreck im Wald habe ich noch nie gesehen.“

Über den Missstand durch diese Zeitung informiert, reagierte Tina Baumann, Leiterin der Abteilung Stadtforst im Frankfurter Grünflächenamt, prompt: Sie beauftragte den zuständigen Revierförster Björn Thomas, aktiv zu werden. Und schon am gestrigen Dienstag waren die Müllhaufen auf dem Parkplatz beseitigt – nur die Verdreckung an der Autobahnbrücke schien unbemerkt geblieben zu sein. „Eigentlich reinigen unserer Förster das Areal jeden Freitag“, erklärt Tina Baumann, „und reagieren auch auf Hinweise von Bürgern.“ Allerdings habe es in Neu-Isenburg zuletzt vermehrt illegale Müllablagerungen gegeben. Da sei es „manchmal schwer, mit der Säuberung nachzukommen.“

Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel machte auf Anfrage dieser Zeitung aus seinem Unmut keinen Hehl: „Für mich ist so ein verantwortungsloses Verhalten unverständlich“, sagte er. Zumal die Stadt über ihren DLB „dieses tolle Angebot habe, wo Leute zum Nulltarif ihre Sachen abliefern können“. Wie Hunkel betonte, komme die Hugenottenstadt ihrem Teil der Verpflichtung stets nach: „Wir machen mindestens zweimal wöchentlich die Papierkörbe sauber“, sagte er. Dabei würden die DLB-Mitarbeiter auch „das wegräumen, was da rumliegt.“ Und melde jemand der Stadt Müllfunde, ergänzt er, „fahren wir auch sofort raus.“

Stabsstelle soll helfen

Hoffnung, das Müllproblem dauerhaft in den Griff zu bekommen, macht Hunkel eine Vereinbarung, die er jüngst mit Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig getroffen habe. Demnach ist nun die Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“ eingeschaltet und soll – idealerweise im Wechsel mit dem Revierförster – regelmäßig die Reinigung des Parkplatzes übernehmen.

Weiterhin Kopfzerbrechen bereitet dem Bürgermeister indes die angespannte Parksituation an der Straßenbahn-Endhaltestelle. Weitere Parkplätze sind als Option schon länger vom Tisch, da der Bannwald unter Schutz steht. Ebenso sperre sich die Behörde gegen eine Optimierung der Parkflächennutzung. „Wir hatten ja angeboten, Pflanzen in den Randbereichen zurückzuschneiden und Parkflächen zu markieren“, berichtete Hunkel. Auch seine Bemühungen, beim Verkehrdezernenten Klaus Oesterling um Verständnis zu werben, seien mit dem Hinweis auf den Bannwald abgeschmettert worden. Nun bleibt Hunkel nur, auf „größere Lösungen zu setzen, etwa im Rahmen des Stadtumbaus“, denn: „Momentan kommen wir nicht weiter.“

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