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Wohnungen gesucht: Fast 3000 Flüchtlinge anerkannt

Nun gehe es darum, die Geflüchteten zu integrieren, sagt Landrat Oliver Quilling. Das größte Problem ist es, Wohnungen auf dem freien Markt zu finden.
Die IHK bemüht sich mit Berufsinfoveranstaltungen für Flüchtlinge – wie hier im Sommer 2017 in einem Offenbacher Hotel – ebenfalls um die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Die IHK bemüht sich mit Berufsinfoveranstaltungen für Flüchtlinge – wie hier im Sommer 2017 in einem Offenbacher Hotel – ebenfalls um die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.
Kreis Offenbach. 

Zwischen Egelsbach, Neu-Isenburg, Mainhausen und Mühlheim leben rund 6000 Flüchtlinge. Diese Menschen sind nicht ausschließlich in den Jahren 2015 rund 2016 – der Flüchtlingswelle – in den Kreis gekommen; diese Zahl umfasst auch schon die zuvor eingewanderten Asylsuchenden. Von diesen 6000 Menschen sind 4000 bereits in ihrem Flüchtlingsstatus anerkannt.

Während die Kreisverwaltung 2016 noch für rund 2000 Geflüchtete Unterkünfte zur Verfügung stellen musste, waren es bis Mitte Dezember 2017 nur noch 309 Menschen. „Wir haben jetzt auch schon begonnen, Unterkunftskapazitäten abzubauen“, erklärte Landrat Oliver Quilling. Der für Obertshausen geplante Neubau einer Gemeinschaftsunterkunft wurde nicht weiterverfolgt. Die gebauten Unterkünfte in Rodgau und Seligenstadt werden weiter betrieben. Auch der Neubau in Dietzenbach wird in Eigenregie der Kreisverwaltung fertiggestellt, nachdem die beauftragte Firma Konkurs angemeldet hatte.

Die Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in dem kreiseigenen und schon aufgegebenen Schullandheim in Afföllerbach im Odenwald wurde inzwischen wieder aufgelöst, und das Haus steht zum Verkauf. Viele der 291 unbegleiteten, jungen Ausländer, 107 von ihnen sind noch minderjährig, leben in Heusenstamm und in anderen betreuten Einrichtungen im Kreis. Aufgrund der sich deutlich entspannenden Flüchtlingslage versucht die Kreisverwaltung jetzt, alle weiteren bestehenden Unterbringungsmöglichkeiten, die die Verwaltungsspitze von Privatleuten angemietet hatte, zu kündigen. Dazu zählt auch das ehemalige Mattel-Gelände im Industriegebiet Dreieichenhain, dass nie als Unterkunft genutzt wurde.

Wartelisten bei Pro Arbeit

Von den Menschen, die seit Sommer 2015 im Kreis Offenbach ankamen, wurden 2926 anerkannt. 1817 Menschen befinden sich – Stand Dezember 2017 – noch in einem laufenden Asylverfahren. 106 Menschen wurden abgeschoben, 72 Flüchtlinge kehrten freiwillig in ihre Heimat zurück. „Die größte Aufgabe wird es jetzt sein, die Menschen in unsere Gesellschaft, in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren“, weiß Quilling. Ein Problem sei dabei der große Druck auf dem Wohnungsmarkt. Wenn die Menschen eine Anerkennung haben, sollen und wollen sie aus den Gemeinschaftsunterkünften ausziehen. Aber der Markt ist leergefegt – 400 Wohnungssuchende stehen auf den Listen der Pro Arbeit.

Unterschiedliche Niveaus

Bei der beruflichen Integration hat der Kreis durchaus Erfolg: Seit 2015 wurden mit Unterstützung der Pro Arbeit 1659 Flüchtlinge in den ersten Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildung vermittelt. Wichtige Bausteine der Integration sind das Erlernen der deutschen Sprache und das Wissen über gesellschaftliche Strukturen. Die Kreis-VHS hat dazu Unterrichtseinheiten für unterschiedliche Sprachniveaus im Programm. Knapp 1100 Teilnehmer haben in rund 16 000 Stunden Deutsch gelernt und mehr über das Land erfahren.

(njo)

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