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Polizei Kelsterbach: Fast zwei Drittel aller Verbrechen in der Untermainstadt werden aufgeklärt

Hauptkommissar Dirk Schenk, Leiter der Polizeistation Kelsterbach, ist stolz auf seine Mannschaft: Im Jahr 2017 haben die Gesetzeshüter in der Untermainstadt gut 65 Prozent aller Straftaten aufgeklärt.
Verhaftet: Die Polizei hat in Kelsterbach vergangenes Jahr fast zwei Drittel der Straftaten aufgeklärt. Foto: (44882341) Verhaftet: Die Polizei hat in Kelsterbach vergangenes Jahr fast zwei Drittel der Straftaten aufgeklärt.
Kelsterbach. 

Seit 2009 liegt die Aufklärungsquote für die Vergehen und Delikte, die bei Polizeistation Kelsterbach gemeldet werden, konstant über 60 Prozent. Auf die aktuelle Quote von 65,4 Prozent aus dem Jahr 2017 ist der Dienststellenleiter Polizeihauptkommissar Dirk Schenk besonders stolz. Gemeldet wurden im Gebiet der Polizeidirektion Südhessen, zu dem auch die Direktion Groß-Gerau und somit die Station in Kelsterbach gehören, 46 058 Fälle, von denen immerhin 61,7 Prozent aufgeklärt werden konnten. Die stark besiedelte Region Südhessen liegt damit knapp unter der hessenweiten Aufklärungsquote von 62,8 Prozent. 11 704 Fälle wurden 2017 bei der Polizeidirektion Groß-Gerau gemeldet, die Anzahl der Delikte ist seit Jahren mit geringen Abweichungen konstant.

Stolz auf die Truppe

Um die Fallzahlen deutschlandweit vergleichbar zu machen, bedienen sich die Gesetzeshüter der Häufigkeitszahl. Sie zeigt die Anzahl der Vergehen gemessen an 100 000 Einwohnern an. Die Häufigkeitszahl in Kelsterbach liegt mit 5496 deutlich über jener der Polizeidirektion Südhessen, die bei 4399 rangiert. Bedingt sei das laut Schenk durch die verkehrsgünstige Lage der Stadt an der Mainschiene mit ihren vielen Verbindungswegen durch Eisenbahn, S-Bahn oder die Autobahn. Dennoch, so Schenk, sei er sehr stolz auf seine Mannschaft, die Aufklärungsquote für die Polizeistation Kelsterbach sei „brillant“. Die Präsenz der Beamten im Stadtgebiet und auch der Freiwillige Polizeidienst sorgten für eine hohe Sicherheit. „Es läuft in Kelsterbach zurzeit so gut wie selten“, sagt Schenk. Insgesamt wurden 864 Straftaten im Jahr 2017 registriert.

Weit mehr als ein Drittel aller Straftaten entfielen in der Untermainstadt auf das breite Feld des Betrugs. Dazu gehören auch Vermögens- und Fälschungsdelikte. Mit 17,3 Prozent folgt der einfache Diebstahl, der schwere Diebstahl kommt auf 12,7 Prozent. Sonstige Straftaten wurden mit 12,6, Rohheitsdelikte wie Gewalt oder Körperverletzung mit 11,6 Prozent registriert. Sachbeschädigungen kommen bei 7,8 Prozent recht selten vor, Sexualdelikte, die nicht immer gemeldet werden, rangieren bei 0,5 Prozent. Die Polizisten mussten 2017 kein Tötungsdelikt, keinen Mord oder Mordversuch notieren.

Wie Schenk ausführt, gebe es auch an den Schulen keine besonderen Vorfälle. Zurückführen lasse sich das auf die gute Arbeit der Schulen bei der Gewaltprävention und die Jugendarbeit vieler beteiligter Institutionen. Auffallend sei die vermehrte häuslich Gewalt, die offenkundig werde. Gerade bei diesem Konfliktfeld sei es für die Geschädigten nicht immer einfach, sich zu melden. Es gebe auch Vorfälle wie die jüngste Prügelei von Fußballchaoten am Bahnhof Kelsterbach, die dann der Statistik der Untermainstadt zur Last fielen. Auch Großstadtkriminalität ziehe sich oft an die Peripherie.

Meist männliche Täter

Müssen von Kriminellen erhebliche Hindernisse überwunden werden, um etwas zu stehlen, sprechen die Polizisten von schwerem Diebstahl. Dann werden Fenster und Türen aufgehebelt, um an die Beute zu gelangen. 107 Mal kam das 2017 vor, die Tendenz ist verglichen mit 2016 (169) und 2015 (135) rückläufig. 32 Mal wurden Wohnungen aufgebrochen (2016: 44). Das gehe oft auf das Konto gewerbsmäßiger Banden, häufig aus Osteuropa, die bestens organisiert auf Raubtour gehen. Die Straßenkriminalität wurde mit 183 Vergehen registriert, 2016 beschäftigten 212 solcher Fälle die Polizei in Kelsterbach. Bei diesen „leichteren“ Delikten liegt die Aufklärungsquote meist unter einem Drittel der Fälle. Die Aufklärungsquote bei den Sexualdelikten ist sehr hoch, von vier gemeldeten Fällen wurden drei geklärt. Von 273 Betrugsfällen wurden 91,9 Prozent aufgeklärt.

86,4 Prozent aller Tatverdächtigen waren im vergangenen Jahr Männer. Nur jede achte Tat wurde aktenkundig von einer Frau verübt. Mit gut 78 Prozent waren die Erwachsenen über 21 Jahre die Täter, Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren lagen bei 11,4 Prozent. 7,8 Prozent aller Vorfälle entfielen auf Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahre, 2,7 Prozent auf Kinder. Tatverdächtig waren zu 46,1 Prozent Deutsche und zu 53,9 Prozent Nichtdeutsche. Seit 2016 werden die Straftaten, die Migranten und Flüchtlingen zugeordnet werden, statistisch erfasst. Im Gebiet der Polizeidirektion Südhessen entfielen 2017 von den 11 704 Straftaten 438 auf Zuwanderer (2016: 464).

(red)

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