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Dreieicher Gemarkung: Feldschütz Edward Matzath ist Umweltsündern und Schleichwegfahrern auf der Spur

Von Oft ist Feldschütz Edward Matzath in der Dreieicher Gemarkung auch zu Fuß unterwegs, weil er dann viel mehr sieht. So sei es ihm dabei bereits gelungen, den Bau illegaler Gartenhütten zu verhindern.
Edward Matzath sieht seit Juni 2017 als Feldschütz in der Dreieicher Gemarkung nach dem Rechten. Jetzt in der Brut- und Setzzeit wird er die Hundebesitzer auf die Leinenpflicht hinweisen. Edward Matzath sieht seit Juni 2017 als Feldschütz in der Dreieicher Gemarkung nach dem Rechten. Jetzt in der Brut- und Setzzeit wird er die Hundebesitzer auf die Leinenpflicht hinweisen.
Dreieich. 

Seit dem ersten März gehören die Hunde in Feld und Wald wieder konsequent an die Leine. Während der sogenannten Brut- und Setzzeit bis zum 15. Juni sollen die wildlebenden Tier- und Pflanzenarten einen besonderen Schutz genießen. Damit der vierbeinige Freund des Menschen die Tiere bei seinem fröhlichen Freilauf über die Wiesen und durchs Dickicht nicht aufstöbert, muss er in diesen Wochen brav bei Fuß laufen. Seit dem 1. Juni 2017 hat die Stadt Dreieich einen angestellten Feldschütz. Edward Matzath ist mit einer halben Stelle durch die Dreieicher Gemarkung unterwegs und wird in den kommenden Wochen besonders auf die Spaziergänger mit Hunden achten und darauf, dass sie die Wege in Feld und Wald möglichst nicht verlassen.

Mehr als ein Knöllchen

Die vergangenen Monate konnte Matzath schon viel bewegen, denn der Feldschütz hat noch andere Aufgaben, wie er erklärt: „Gerade das Problem der illegalen Müllablagerungen hat mich anfangs sehr beschäftigt“, berichtet der 31-Jährige. „Eigentlich gab es kaum eine Hecke, die nicht voller Müll war“, schildert er drastische Zustände. Es konnten viele Verunreinigungen in Zusammenarbeit mit den Dienstleistungbetrieben Dreieich und Neu-Isenburg behoben werden.

„So manches Mal habe ich mir die Mühe gemacht, selbst die Handschuhe anzuziehen und den Müll zu durchwühlen. Ich habe alles mit Fotos dokumentiert. So haben wir auch Schriftstücke gefunden, die halfen, den Täter zu ermitteln.“ Wenn der illegale Müllhaufen tatsächlich einem Täter zugeordnet werden kann, ist das nicht mehr nur ein Knöllchen. Müll im Busch verschwinden zu lassen, erfüllt einen Straftatbestand, betont auch Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos). Das „Großreinemachen“ in Feld und Wald habe schon Erfolg: „Wo Müll liegt, werfen die Leute Müll dazu. Jetzt ist es so, dass wir deutlich weniger neuen Müll haben“, ist Edward Matzath zufrieden.

Skurrile Begegnungen

Auch dem Problem der „Abkürzer“ und „Wildparker“ geht der Feldschütz nach. Es gibt immer wieder Tageszeiten, in denen der Auto-Betrieb auf den eigentlich für den Verkehr gesperrten Feldwegen hoch ist. Gerade aus Richtung Götzenhain fahren viele zur Hub oder auch aus Dietzenbach kommend Richtung Stangenpyramide, und auch auf den parallel verlaufenden Wegen gebe es viele Schleichverkehre, die es aufzuhalten gilt. „Ich weise die Leute dann darauf hin, dass sie einen verbotenen Weg nutzen. Aber auch das trägt bereits Früchte, und die Autofahrer wissen jetzt offensichtlich schon, dass ich immer wieder zur Stelle bin“, sagt Matzath. Der Feldschütz hat auch durchaus Handhabe, auch wenn er selbst keine Knöllchen verteilt. Er notiert sich die Kennzeichen und gibt den Vorfall an das Ordnungsamt weiter. Das unerlaubte Befahren von Feldwegen ist auch gar nicht so günstig: 20 Euro werden dann fällig.

Oft ist der Mitarbeiter der Stadt in seinem Dienstwagen unterwegs, und häufig steigt er auch aus und erkundet gemeinsam mit seinem Hund die Gemarkung. „Zu Fuß sehe ich einfach mehr“, begründet der sportliche Mitarbeiter. Seine Arbeitszeiten wechselt er immer, die Dreieicher müssen damit rechnen, dass er jeden Moment um die Ecke kommt. Bei seinen Rundgängen durch alle fünf Stadtteile hat er in den vergangenen Monaten auch schon den Bau illegaler Gartenhütten verhindert. „Ich habe Hammerschläge gehört und habe nachgesehen. Da zimmerte jemand auf seinem Grundstück. Einmal hat ein Mann sogar gerade ein Fundament gegossen. Die Leute sind dann ganz verwundert, wenn ich ihnen sage, dass sie das nicht dürfen“, erzählt der Feldschütz von den skurrilen Begegnungen.

Martin Burlon ist sehr zufrieden mit der Arbeit. „Durch seine Präsenz und die frühzeitige Ansprache von Bürgern konnte bei vielen Missständen in der Gemarkung eine Besserung erreicht werden“, so Burlon. Bislang hat Edward Matzath nur eine halbe und auf drei Jahre befristete Stelle. Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) kündigte an, dass gerade darüber nachgedacht wird, die Arbeitszeit des Feldschütz’ auszuweiten. „Vermutlich schon jetzt, zur besseren Kontrolle während der Brut- und Setzzeit“, sagt der Rathausschef.

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