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Walldorf Wanderers: Flagge zeigen für den Flag Football

Von Wer denkt, dass Flag Football, die kontaktlose Variante des American Football, nur eine harmlose Vorstufe zum „richtigen“ Sport ist, sollte dringend die Walldorf Wanderers kennenlernen. Denn deren Herrenteam ist in Deutschland ganz vorne – und die Frauenmannschaft sogar einzigartig.
Quarterback Benjamin Klever (23) sucht seine Receiver Marian Becker (18) und Matthias Bienieck (55), um sie anzuspielen. Bilder > Quarterback Benjamin Klever (23) sucht seine Receiver Marian Becker (18) und Matthias Bienieck (55), um sie anzuspielen.
Mörfelden-Walldorf. 

Eingeschworene Gemeinschaften lieben einen guten Gründungsmythos. Der von den Walldorf Wanderers geht so: Eine Handvoll football verrückter junger Leute trifft sich im Jahre 2000 regelmäßig auf einer Wiese am Gundbach vor den Toren der Doppelstadt, um ihrem Sport zu frönen. Mit nichts ausgestattet als Enthusiasmus und dem „Ei“, wie das Spielgerät des Sports liebevoll genannt wird. Dann hören die Sportler von Flag-Turnieren bei der damaligen Frankfurt Galaxy, machen mit – „und kriegten erstmal ordentlich auf die Mütze“, wie Jonathan Vorrath, Pressewart und Cornerback der Walldorf Wanderers, schmunzelnd berichtet.

Zweifacher Liga-Sieger

Seitdem können er und seine Mitstreiter auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken: Aus dem unverzagten Häufchen von damals wurden die Wanderers, die längst ein sportliches Zuhause als eigene Abteilung mit 60 Mitgliedern unter dem Dach der TGS Walldorf gefunden haben. Und richtig gut sind sie auch noch: Die Deutsche Flagfootball-Liga (DFFL) geht ins dritte Jahr – und die bisherigen beiden Titel des Liga-Siegers haben die Männer um Kapitän, Quarterback und Vorsitzenden Benjamin Klever abgeräumt. „Das entspricht der Deutschen Meisterschaft“, erklärt Vorrath, der ansonsten das Ei flach hält: Der Sport sei hierzulande noch im Aufbau, die Liga noch in der Ausprobier-Phase. „Wir sind die Randsportart einer Randsportart“, räumt er ein. Dass es in ihrer Football-Variante keine der berüchtigten Tacklings gibt, sondern Spielzüge durch das Ziehen des am gegnerischen Körpers befestigten Flagge gestoppt werden, sieht er als Vorteil: „Die Verletzungsgefahr ist so deutlich geringer.“ Dafür sei der Sport aber dynamischer und schneller als sein großer Bruder Tackle Football: „Es gibt weniger Hindernisse, das Team ist mit fünf Spielern kleiner, der Raum in Handballfeld-Größe ebenfalls.“ Teamkamerad Andreas Schneider pflichtet ihm bei: „Es ist ein schnelles, aber auch taktisches Spiel“, schwärmt der Cornerback, den ein begeisterter Kumpel schon zu Schulzeiten zum Flag Football brachte. In der Saison von April bis Oktober trainieren die Wanderers zweimal in der Woche auf dem Rasenplatz der TGS. aber auch im Winter finden Flag-Footballer in der Woche in der Turnhalle der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule einmal wöchentlich zusammen.

Der Unterschied

Flag Football ist eine Variante des American Football mit nahezu identischen Regeln. Wichtiger Unterschied: Körperkontakt ist nicht erlaubt.

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Nicht minder bemerkenswert ist das Damenteam, die einzige reine Flagfootball-Frauenmannschaft Deutschlands. Da Gegnerinnen noch fehlen, sammeln die Damen ihre Spielpraxis auf Turnieren im Ausland wie in Den Haag – oder spielen in gemischten Teams bei Turnieren Seite an Seite mit den Herren.

Die ehemalige Balletttänzerin Sharina war eine von vier Pionierinnen, die im April 2016 ein Probetraining organisierten, um Gleichgesinnte zu finden. „Die Resonanz war groß und einige sind hängengeblieben“, sagt die 24-Jährige. Darunter die 17jährige Maja, die lange nach dem für sie perfekten Teamsport suchte hat und nun fündig geworden ist: „Es ist ein toller Teamsport und fordert den Kopf genauso wie den Körper.“

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