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Flüchtlinge sind willkommen

In Neu-Isenburg wird Wohnraum für Asylbewerber knapp. Daher will die Stadt bis Herbst dieses Jahres eine Gemeinschaftsunterkunft bauen.
Sie helfen Flüchtlingen: Renate Kaul (von links), Paola Fabbri Lipsch, Bernd Reifert, Michael Kaul, Matthias Loesch, Heide Enfield, Ediz Özdemir, Herbert Hunkel und Azeb Zaru aus Eritrea.	Foto: Klaus Braungart Sie helfen Flüchtlingen: Renate Kaul (von links), Paola Fabbri Lipsch, Bernd Reifert, Michael Kaul, Matthias Loesch, Heide Enfield, Ediz Özdemir, Herbert Hunkel und Azeb Zaru aus Eritrea. Foto: Klaus Braungart
Neu-Isenburg. 

Die Flüchtlingshilfe Neu-Isenburg, die es seit 30 Jahren gibt, war lange Zeit nicht so beachtet, berichtete Renate Kaul, Sprecherin der Organisation. Doch jetzt sei das anders geworden. Der Grund: Die Zahl der Asylbewerber, die in der Hugenottenstadt untergebracht werden müssen, steigt. Schon jetzt leben in Neu-Isenburg 47 Asylbewerber, doch bis zum Jahresende wird diese Zahl auf 117 steigen.

Seit November des vergangenen Jahres wurden in Neu-Isenburg von der städtischen Abteilung Soziales 14 Wohnungen für Asylbewerber gefunden. Doch das ist bei weitem nicht ausreichend. In einem städtischen Bericht heißt es dazu, dass ab Herbst 2014 die Aufnahmekapazitäten erschöpft seien. Daher sei es erforderlich, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt eine Gemeinschaftsunterkunft bezugsfertig zur Verfügung stehe.

40 000 Euro für Hotels

Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) erklärte, dass die gemeinnützige Baugenossenschaft (Gewobau) den Auftrag habe, einen Standort für den Bau einer Gemeinschaftsunterkunft zu suchen. Zu den Kosten konnte er noch keine Angaben machen, jedoch wies er darauf hin, dass sich der Kreis an den Kosten beteiligen werde. Ausschlaggebend für die Beteiligung des Kreises seien die „Angemessenheitswerte“, die in Anlehnung an den Mietspiegel des Kreises inklusive Nebenkosten zwischen 9,30 und 11,58 Euro liegen.

Derzeit zahle der Kreis bereits rund 40 000 Euro monatlich für die Unterbringung von Asylbewerbern an zwei Hotels in der Frankfurter Straße, erläuterte Hunkel. Doch für die Art der Unterbringung und die Ausstattung der Wohnungen sei die Stadt zuständig. Ebenso müsse sie bei angemieteten Objekten für die Mehrkosten aufkommen, welche die Angemessenheitswerte übersteigen. „Doch wir stellen uns der Verantwortung als Stadt und sehen uns in der Verpflichtung unserer Vorfahren, die Neu-Isenburg gegründet haben“, sagte Hunkel. Schließlich seien es hugenottische Glaubensflüchtlinge gewesen, „die hier eine neue Heimat gefunden haben“.

Begleitung zum Arzt

In diesem Zusammenhang sprach das Stadtoberhaupt von einer „wunderbaren Willkommensstruktur“, die sich in der Hugenottenstadt etabliert habe. Dazu trage auch die Arbeit der Flüchtlingshilfe und des Freundeskreises Flüchtlingshilfe bei, in deren Arbeit die städtische Stabsstelle Integration und Vielfalt sowie die evangelisch-reformierte Marktplatzgemeinde eingebunden sind. Diese drei Stellen vermitteln mit Hilfe ehrenamtlicher Unterstützer Patenschaften, begleiten Asylbewerber zu Arztterminen und bieten Orientierungskurse und Sprachförderung an.

Unterstützung erfuhr die Flüchtlingshilfe übrigens gerade jetzt von den Mitarbeitern des Lufthansa Cargo Centers, die ihr eine Spende von 1000 Euro überreichten. Vor dem Hintergrund der menschlichen Tragödien in den Krisengebieten dieser Welt hatten sie sich dafür entschieden, einen Teil der Einnahmen der Flüchtlingshilfe zukommen zu lassen.

(ud)
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