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Rüsselsheimer Innenstadt: Frühlingsmarkt lockt mit Kunsthandwerk

Zwei Ateliers und ein Weinhändler öffneten am Samstag in der Rüsselsheimer Innenstadt ihre Türen für einen Kunsthandwerkermarkt. Dabei gab es viele schöne Dinge zu sehen.
Brigitte Behleit-Sachse, Spezialistin in Sachen Filzen, hält nichts davon, ihre Kunst im Internet anzubieten. Brigitte Behleit-Sachse, Spezialistin in Sachen Filzen, hält nichts davon, ihre Kunst im Internet anzubieten.
Rüsselsheim. 

Mit bunter Kreide sind kleine Pfeile auf den Boden der Hofeinfahrt gemalt, die den Besuchern den Weg zeigen. Im Garten und in liebevoll bepflanzten Kübeln blüht und gedeiht es. Die Königstädter Straße mit den Hausnummern 4, 40 und 52 ist Dreh- und Angelpunkt eines kleinen Frühlingsmarktes, bei dem Kunsthand werkende ihre Arbeiten ausstellen.

„Was wir machen, machen wir gern“, sagt Daniela Nöll, die ihr Atelier in der Hausnummer 52 hat. Ihre Intention der Kunsthandwerkermärkte, zu denen sie im Frühjahr und im Winter einlädt: Eigenes zeigen und gleichzeitig eine Plattform für andere Kreative bieten. „Es heißt immer, in der Innenstadt sei in Sachen Kunst nicht so viel los. Dem wollen wir entgegenwirken, indem wir unsere Ateliers, Gärten und Höfe für Interessierte öffnen.“ Dabei gehe es nicht vorrangig darum, zu verkaufen, sondern zu präsentieren.

Persönlicher Kontakt

„Mir ist ganz wichtig, den persönlichen Kontakt zu meinen Kunden zu haben.“ Es gebe auch die Möglichkeit, sein Kunsthandwerk im Internet zu verkaufen. Doch das liege der Spezialistin für Geschenkschachteln nicht so sehr. „Der Verkauf ist nicht das, was für mich Priorität hat. Ich sehe dann nicht, in welche Hände meine selbstgemachten Sachen kommen und ob sie wertgeschätzt werden.“

Die Kunstwerke herzustellen dauere viele Stunden, ohne dass dies am Ende sichtbar sei. Nöll bemalt und beklebt Schachteln mit Motiven von Servietten, Taschentüchern und Geschenkpapier.

Die Teilnehmenden, die auch beim Frühlingsmarkt ausstellen, treffen sich meist auf anderen Märkten und kommen in Kontakt. „Die Chemie muss stimmen“, meint Nöll. Konkurrenzdenken sei nicht gewollt. Es solle eine angenehme Atmosphäre herrschen und die unterschiedlichen Angebote sollten miteinander harmonieren.

Direkt nachgemacht

Auch Brigitte Behleit-Sachse, Expertin wenn es ums Filzen von Hüten, Taschen und Kleidung geht, ist keine Freundin des Internets. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass ihre Entwürfe direkt nachgemacht werden. „Ich klaue auch mit den Augen“, gibt sie zu und bezieht sich darauf, Ideen, die sie gesehen hat, weiterzuentwickeln. „Aber manche bauen direkt nach.“

Um eine Tasche herzustellen braucht sie 12 bis 15 Stunden. Da werde appliziert, durchge-
steppt, akzentuiert und nahtlos gefilzt. Spannend sei aber nicht nur das handwerkliche Geschick, sondern auch der kreative Moment, wenn ein Unikat mit raffinierter Optik entstanden sei. Da ärgere es Behleit-Sachse, wenn das einfach eins zu eins abgekupfert werde. Eine Tasche kostet dann schon mal 65 Euro. Doch die gebe es schließlich nur ein einziges Mal. Das Material beim Filzen sei ebenfalls teuer. „Das ist mein Hobby“, sagt die Künstlerin. „Mit den Einnahmen werden nur die Unkosten für das Material gedeckt.“

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