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Regionaltangente West: Für die Feuerwehr könnte es eng werden

Von Stadtbrandinspektor Stefan Werner sieht mit Inbetriebnahme der Regionaltangente West ein Problem, wenn etwa die Friedhofstraße vierspurig bleibt. Es fehlten Ausweichflächen für Autos, wenn es einen Unfall gibt.
Für die Feuerwehr mit ihrem Stützpunkt in der St.-Florian-Straße könnte es schwierig werden, die Hilfeleistungsfrist einzuhalten, wenn die Regionaltangente West kommt. Foto: Leo F. Postl Für die Feuerwehr mit ihrem Stützpunkt in der St.-Florian-Straße könnte es schwierig werden, die Hilfeleistungsfrist einzuhalten, wenn die Regionaltangente West kommt.
Neu-Isenburg. 

Ein möglicher Ausblick in das Jahr 2023: Die Regionaltangente West (RTW) fährt bis zur Endstation „Neu-Isenburg Ost“. Gemäß den Planungen könnte dies der Fall sein, aber selbst wenn es noch ein oder zwei Jahre länger dauern sollte, gibt es für Stadtbrandinspektor Stefan Werner ein Problem. „Die Feuerwehr wird ja nicht nur angefordert, wenn es brennt, sondern der größte Teil unserer Einsätze entfällt auf Hilfeleistungen. Und was ist, wenn es einen Unfall mit der RTW gibt?“, kommt der Stadtbrandinspektor.

Es muss ja nicht sein, dass es gerade an der Kreuzung der Friedhofsstraße mit der St.-Florian-Straße oder der gegenüber liegenden Martin-Behaim-Straße ein Problem mit der RTW gibt. „Dann wären wir ohnehin gefangen und könnten nicht ausrücken“, erklärt Werner. Doch auch bei einem Problem mit der RTW weiter in Richtung Innenstadt, etwa am Fachärztezentrum oder am Eingang zum Friedhof, hat der Isenburger Feuerwehr-Chef Bedenken. „So ein Zug ist 100 Meter lang, wo sollen da die Fahrzeuge, die sich gerade auf der Straße befinden, hin, um eine Rettungsgasse zu bilden?“, fragt sich Stefan Werner.

Beträchtliche Probleme

Bleibt die Friedhofstraße auch nach dem Bau und Inbetriebnahme der „verlängerten RTW“, es geht hier um den Abschnitt vom Stadttor bis zur Endhaltestelle im Osten, weiterhin zweispurig in jede Richtung, dann sieht der Stadtbrandinspektor beträchtliche Probleme bezüglich einer Rettungsgasse bei Einsätzen. „Wird die Straße nur einspurig, dann müsste man einen ungenutzten Freiraum bereitstellen, was dies für den Verkehr bedeutet, kann sich auch jeder ausmalen“, so Werner. Mit einer einspurigen Verkehrsführung, zumindest in Richtung Stadtmitte, wäre allerdings das Ziel der oft diskutierten „Pförtnerampel“ erreicht – es könnten viel weniger Autos in die Stadt kommen. Doch diese würden sich andere Wege suchen, die Möglichkeiten reichen vom ohnehin schon als „problematisch“ eingestuften Gravenbruchring, über die Offenbacher Straße oder die Neuhöfer Straße.

Als mögliche Lösung des Problems zur Einhaltung der gesetzlich geforderten Hilfeleistungsfrist von zehn Minuten brachte der Stadtbrandinspektor eine weitere Feuerwache im Westen ins Spiel. „Wir haben ja heute schon in einigen Stellen der Stadt das Problem, innerhalb der Zehn-Minuten-Frist am Einsatzort zu sein – dies betrifft nicht nur Gravenbruch“, so Stefan Werner. Dafür müsste ein geeigneter Platz gefunden werden. Hinzu kämen die Kosten. Dass man zusätzliche Gerätschaften, wie beispielsweise eine Hebeanlage für ein viele Tonnen schweres Schienenfahrzeug, beschaffen müsste, auch darauf verweist der Feuerwehr-Chef. „Ich muss meine Aufgabe wahrnehmen, um rechtzeitig auf mögliche Probleme hinzuweisen, bei der Lösungsfindung bin ich gerne dabei“, so Stefan Werner.

Alternative Route

Alle diese Problemstellungen sind auch bei Bürgermeister Herbert Hunkel angekommen. „Eine zweite Feuerwache im Westen der Kernstadt zu bauen, halte ich für ziemlich utopisch, da muss es pragmatischere Lösungen geben“, so Hunkel. Er bringt, bei Blockadesituationen in der Friedhofstraße, ein Ausrücken der Feuerwehr über eine Alternativroute durch das Birkengewann und der Offenbacher Straße ins Spiel. „Dazu ist es jedoch nötig, eine sofort verfügbare Mannschaft für ein erstes Ausrücken direkt im Feuerwehrstützpunkt zur Verfügung zu haben“, betont Hunkel. In diesem Lösungsansatz erfährt er auch die Zustimmung des Stadtbrandinspektors.

„Wenn wir warten müssen, bis eine Mannschaft nach dem Alarm erst im Feuerwehrstützpunkt eintrifft und sich formiert hat, vergehen drei bis fünf Minuten, diese Zeit hätten wir dann für eine eventuell längere Anfahrt zum Einsatz zur Verfügung“, so Hunkel. „Wichtig ist, dass wir alles dafür tun, um allen Situationen gerecht werden, welche die Einhaltung der Hilfeleistungsfrist möglich machen. Bis dies nicht gewährleistet ist, wird auch keine RTW fahren“, so das Stadtoberhaupt deutlich.

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