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Ausschüsse beraten über umstrittene Pläne: Fußballakademie: Jetzt wird’s ernst

Von Die Pläne für die Lettkaut sind in Dreieich seit Wochen ein viel diskutiertes Thema. Am Mittwoch befassen sich die Kommunalpolitiker in einer gemeinsamen öffentlichen Ausschusssitzung mit diesem „heißen Eisen“. Die Vereine rund um die Lettkaut sind gespannt.
Foto: Susanne Baumgarten
Dreieich. 

Nach monatelangem Sommertheater rund um die Zukunft der Lettkaut und der dort ansässigen Vereine steht heute Abend möglicherweise eine Entscheidung an, ob der Neubau einer internationalen Fußballakademie und der Umzug der Strothoff International School an den Ortseingang von Sprendlingen umgesetzt werden kann. In einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Soziales, Sport und Kultur, des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie sowie des Haupt- und Finanzausschusses diskutieren die Dreieicher Kommunalpolitiker über einen Grundsatzbeschluss über die „Entwicklung von Bildungs- und Sportflächen in der Lettkaut“ sowie über einen Aufstellungsbeschluss für einen „Sport-, Bildungs- und Freizeitcampus Lettkaut Sprendlingen“.

Weil die Stadt mit vielen interessierten Bürgern rechnet, wurde die Sitzung vom Rathaus in das Sprendlinger Bürgerhaus, Fichtestraße 50, verlegt. Beginn ist um 19.30 Uhr. „Ich erwarte eine sachliche Diskussion zu dem Aufstellungsbeschluss – denn um mehr wird es am Mittwochabend nicht gehen. Das Bebauungsplanverfahren mit all den Beteiligungen und Stellungnahmen kommt erst in einem nächsten Schritt“, betonte Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) gestern. Er kündigte außerdem „einige Informationen“ zu den Projekten internationale Fußballakademie und der internationalen Schule an.

Hohe Erwartungen

Er könne die derzeitige Stimmungslage in der Bevölkerung zu dem Projekt nicht einschätzen, aber Zimmer wies darauf hin, dass der Mittwochabend keine Bürgerversammlung sei, sondern eine Ausschusssitzung, in der lediglich Bürgerfragen zugelassen sind. Ob die Stadtverordneten am Ende des Abends zu einer Abstimmung aufgerufen werden, war gestern ebenfalls noch nicht absehbar: „Es kann sein, dass die Fraktionen die Informationen noch mal intern diskutieren wollen – und dann in der Stadtverordnetenversammlung am 19. September der Aufstellungsbeschluss hoffentlich entschieden wird.“

Für Roland Kreyscher, Fraktionssprecher der Grünen, ist klar: „An unserer Haltung hat sich in den vergangenen Wochen nichts geändert – solange es um den Standort Lettkaut geht, gibt es von uns keine Zustimmung.“ Aber er hat durchaus hohe Erwartungen an die gemeinsame Ausschusssitzung: „Wir gehen davon aus, dass es nach dieser dürren Vorlage für den Grundsatzbeschluss endlich ein paar mehr Informationen zu dem Projekt gibt. Wie wissen nicht mehr als vor ein paar Wochen“, erklärte Kreyscher gestern.

Er erwartet ebenfalls, dass die Parlamentarier heute keine Entscheidung treffen werden. „Wir werden sowieso mal nachfragen, warum das jetzt immer noch alles so eilig ist. Eigentlich sind die Uhren ja angehalten, jetzt wo die Kündigungen für die Vereine zurückgenommen sind. Ob das möglicherweise an dem Kleingartengesetz liegt, für das Fristen einzuhalten sind, oder ob der Investor Druck macht?“, fragt sich der Grünen-Politiker.

Bürgerbegehren möglich

Für den gerade wiedergewählten Vorsitzenden des Sprendlinger Kleingartenvereins, Günter Neukirch, ist der Mittwochabend sehr spannend und auch entscheidend. Er hat sich und die Vereinsmitglieder gut vorbereitet: „Wir werden mit so vielen Mitgliedern wie möglich zu dem Ausschuss kommen“, kündigte Neukirch an. Viele der Kleingärtner seien schon alt, aber er ist sich sicher, dass er die „Jungen“ motivieren kann, für die Zukunft der Gärten an der Lettkaut präsent zu sein. Sie haben Schilder gemalt und werden auch in Schürzen und mit Kappen kommen. Neukirch betonte, dass die Entscheidung für ihn feststehe, dass er und seine Mitglieder mit ihren Gärten nicht vom Standort Lettkaut weg wollen. Er hofft, dass die CDU vielleicht gegen einen Aufstellungsbeschluss stimmt.

Eines sei aber auf jeden Fall klar: „In dem Moment, wo es von der Politik eine Entscheidung zugunsten der Fußballakademie gibt, werden wir beginnen, Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln. Dann wollen wir einen Bürgerentscheid herbeiführen.“ Dazu müssen Neukirch und seine Mitstreiter noch ein paar Dreieicher gewinnen. Bislang haben sie etwas mehr als 700 Unterschriften gesammelt, 3200 brauchen sie für ein Bürgerbegehren.

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