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Besonderheiten der Marktplatzkirche: Gotteshaus soll wie ein Zuhause sein

Die Marktplatzkirche ist bewusst ganz schlicht und auch hell gehalten. Auch ein Kreuz ist nicht zu finden. Denn nur Gott allein soll angebetet werden – und nicht Gegenstände, die Menschen geschaffen haben.
Pfarrer Matthias Loesch erläuterte den Besuchern der Führung, warum die Kirche so schlicht gehalten ist. Foto: Leo F. Postl Pfarrer Matthias Loesch erläuterte den Besuchern der Führung, warum die Kirche so schlicht gehalten ist.
Neu-Isenburg. 

Eine Kirche ohne ein Kreuz, dem wichtigsten Symbol einer christlichen Kirche? Noch mehr solche „Verwunderlichkeiten“ – für Lutheraner und noch mehr für katholische Christen fiel den Teilnehmern der Kirchenführung mit Pfarrer Matthias Loesch in der Marktplatzkirche auf. Kein Altar, keine Kerzen, keine Bilder und kein Kreuz, so stellt sich das inneren der Kirche der evangelisch-reformierten Gemeinde Am Marktplatz in Neu-Isenburg dar. Bei seinem virtuellen Rundgang durch das Gotteshaus – ja es ist dennoch eines – vom Lesungspult aus, erklärte der Geistliche auch, warum das so ist.

Das Innere der Marktplatzkirche ist sehr schlicht in seiner Ausstattung, jedoch sehr hell. Dies hat seinen ganz speziellen (reformatorischen) Hintergrund. „Es gibt nichts Heiliges außer Gott selbst, deshalb verbietet es sich auch nach der Lehre des Reformators Johannes Calvin, von Menschenhand geschaffene Gegenstände anzubeten“, überraschte Pfarrer Matthias Loesch so manchen Besucher. Also kein Kreuz vor dem man sich verbeugt oder gar auf die Knie fällt, keine Bilder von Heiligen an den Wänden und keine Treppenstufen zum Altar, die den „heiligen“ Bereich vom Volk trennt.

„Altar heißt Opfertisch und der letzte Altar stand auf Golgatha als Jesus Christus gekreuzigt wurde – ein solches Opfer wird es nie mehr geben, also wozu dann ein Altar“, erklärte Pfarrer Loesch. Nur mit dem „Letzten Abendmahl“, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat, hält es die reformierte Kirche dann etwas anders.

„Bei uns gibt es nicht bei jedem Gottesdienst ein Abendmahl, sondern nur sieben Mal im Jahr“, so Loesch. Dass es in den Gotteshäusern der Reformierten so schmucklos zugeht, hat ebenfalls seinen Grund. „Gottesdienst ist weniger zu feiern, sondern mehr der Anbetung und der Lehre Gottes gewidmet – und dabei soll niemand abgelenkt werden“, erklärte Loesch.

Der Reduktionismus ist das typische Merkmal der evangelisch-reformierten Glaubensrichtung, die in machen Ansichten gar mit der lutherischen immer noch kollidiert. „Gerade in der Eucharistie gibt es da noch Unterschiede, die uns trennt“, betonte Pfarrer Mathias Loesch. Im Mittelpunkt des Gotteshauses der Marktplatzgemeinde steht die Kanzel, von der die Lehre Gottes gepredigt wird, daneben die zehn Gebote, die als Maxime den Gläubigen helfen sollen, auf dem rechten Weg zu bleiben. In einem Gotteshaus sollten sich alle Menschen wohlfühlen.

Mit der bewussten Helligkeit sollen die Gläubigen, die zum Gottesdienst kommen auch „hellwach“ gehalten werden. „Deshalb haben wir auch vor ein paar Jahren die bis dahin dunklen Bänke weiß streichen lassen“, erklärte Pfarrer Loesch. Dies ging nicht ohne Diskussionen, schien es doch (zunächst) ein Bruch mit der Tradition.

„Heute höre ich immer wieder von Besuchern, die bei Hochzeiten oder Jubiläumstreffen das erste Mal hier herein kommen, dass sie sich fühlen wie zu Hause – und genau so soll auch eine Kirche sein“, so Pfarrer Loesch.

(lp)
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