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Neue Flugrouten: Grüne befürchten mehr Fluglärm

Die geplante Verschiebung der Flugroute „Amtix-kurz“ ist in der Fluglärmkommission und in der Region umstritten. Auch innerhalb der Doppelstadt gehen die Meinungen der politischen Parteien auseinander.
Sorgen neue Flugrouten über der Doppelstadt für mehr Lärm? Die Meinungen gehen auseinander. Foto: Boris Roessler (dpa) Sorgen neue Flugrouten über der Doppelstadt für mehr Lärm? Die Meinungen gehen auseinander.
Mörfelden-Walldorf. 

Mehrere Kommunen der Region befürchten durch die Verschiebung der Flugroute „Amtix-kurz“ für sich entweder Vor- oder Nachteile. Ziel der geplanten Flugroutenänderung ist, dass die Flugzeuge über dünner besiedeltes Gebiet fliegen sollen, damit möglichst wenig Menschen vom Fluglärm betroffen sind. Doch in einem dicht besiedelten Ballungsraum wie dem Rhein-Main-Gebiet werden zwangsläufig viele Menschen durch Fluglärm belastet, auch nach einer möglichen Verlegung. Es geht hier also um relative Belastungen und um eine Verschiebung des Lärms, nicht um eine Lärmreduzierung.

Ob und wie die Doppelstadt von der möglichen Änderung betroffen wäre, das ist innerhalb der Fraktionen in Mörfelden-Walldorf umstritten. In der jüngsten Sitzungsrunde hatten die Grünen einen Antrag eingebracht, wonach sich die Stadtverordnetenversammlung von Mörfelden-Walldorf gegen die Verschiebung der Flugroute aussprechen soll. Jedoch fand der Antrag weder im beratenden Verkehrsausschuss noch in der entscheidenden Sitzung des Stadtparlaments eine Mehrheit.

Noch stärker belastet

„Es kann nicht sein, dass die Menschen, die besonders von Fluglärm belastet sind, noch stärker belastet werden“, hatte Andrea Winkler, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, den Antrag begründet. Für diesen erhielt ihre Partei aber sonst nur noch die Unterstützung der DKP/Linke Liste. Sowohl im Ausschuss als auch in der Stadtverordnetenversammlung lehnten die drei Regierungsfraktionen SPD, Freie Wähler und FDP den Antrag ab.

Die CDU-Stadtverordneten hatten sich im Ausschuss der Stimme enthalten, da sie hier noch weiteren Beratungsbedarf hatten. Im Parlament votierten die Stadtverordneten der Union – bei Flughafenthemen beschließt die CDU keine gemeinsame Fraktionslinie, jeder soll individuell entscheiden – gegen den Grünen-Antrag, der mit großer Mehrheit abgelehnt wurde.

Im Ausschuss hatte Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) zur geplanten Änderung gesagt: „Ich sehe für Mörfelden-Walldorf keine Verschlechterungen, eher sind leichte Verbesserungen zu erwarten.“ Becker hatte den Stadtverordneten eine schriftliche Einschätzung des städtischen Umweltamts vorgelegt, in der es heißt: „Eine Ablehnung der Maßnahme Optimierung ,Atmix-kurz’ sollte nicht grundsätzlich erfolgen… Die beigefügten vorläufigen Bewertungen der Lärmsituation ergeben für Mörfelden-Walldorf keine negativen Veränderungen…Eine Ablehnung ist daher nicht grundsätzlich sinnvoll, die Verknüpfung mit anderen Maßnahmen kann insgesamt positiv wirken.“

Die Linie halten

Einig waren sich sämtliche Fraktionen darüber, dass die „Spurtreue“ wichtig sei, Flugzeuge sollten strikt die Linie halten, wo sie für die Bevölkerung möglichst wenig Lärm verursachen. Aber gerade diesbezüglich befürchten die Grünen durch eine Verschiebung von „Amtix-kurz“ eine stärkere Belastung der Mörfelder Bürger durch ein von dieser Linie vorzeitiges Abweichen der Flugzeuge nach Osten nach ihrem Abheben von der Startbahn 18 West.

(ak)

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