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Wirtshaus „Zum Schützenhof“: Hessisch-bayerische Gemütlichkeit

Gutbürgerliche deutsche Küche wird im Wirtshaus „Zum Schützenhof“ serviert. Das kommt bei den Gästen super an. Vor allem auch, weil meist regionale Produkte auf den Tisch kommen.
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Kelsterbach. 

Es ist gar nicht so einfach, einen Biergarten in Kelsterbach zu finden, der Handkäs’ anbietet. Zwar gibt es schöne Sommerterrassen, von Restaurants wie „Zum Grünen Baum“ oder „Alte Oberförsterei“. Allerdings wird dort mediterrane Küche angeboten. Doch im Juni öffnete das Wirtshaus „Zum Schützenhof“ seine Pforten und ist jetzt schon ein beliebter Treffpunkt bei den Kelsterbachern.

Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass das Wirtshaus, vorher im Besitz des Metzgers Hart, schon einen Kultstatus in der Untermainstadt genießt. Bereits seit dem Ersten Weltkrieg stehen seine ehrwürdigen Gemäuer und könnten Geschichten über Kelsterbach erzählen. Insofern haben sich Marina Meixner und Nenad Baretic einem großem Erbe gestellt, das sie mit viel Herzlichkeit und Motivation weiterführen, wie es die kontinuierlich kommenden Gäste beweisen.

Sie haben aus dem Wirtshaus eine gutbürgerliche Lokalität gemacht, die hessische und bayerische Speisen anbietet. Letztere ziehen vor allem die Touristen an, die sich in dem Paulaner-Biergarten die Wies’n-Pfanne (Batzen Bratwurst, Fleischkäse mit Spiegelei, Bauchspeck, Bratkartoffeln und Salat, 12,90 Euro) schmecken lassen. Kelsterbacher und Menschen aus aller Welt, vorrangig aus angelsächsischen Ländern, treffen sich im „Schützenhof“ und essen mit Genuss die üppigen und liebevoll angerichteten Speisen.

Üppig ist auch das Credo der Küche, denn im „Schützenhof“ gibt es wohl von allen besuchten Biergärten den größten Handkäs’-Teller mit fast schon mehr Musik als Käse. Dieser kommt als zwei große gekühlte Taler und daher auch etwas zu fest an den Tisch. Der Kümmel wird selbstredend extra dazu gereicht. Die Zwiebeln sind frisch gehackt und nicht eingelegt, schmecken aber dennoch leicht süßlich. Dazu wird ein großzügiger Brot-Teller mit Butter gereicht. Die Komponenten auf dem Handkäs’-Teller stehen mehr für sich und gehen keine Verbindung ein. Das Essig-Öl-Verhältnis der leckeren Tunke stimmt, von der es leider zu wenig auf dem Teller gibt – vor allem für so eine große Portion Käse. Insgesamt ist es eine gute Ration und hat mit 5,90 Euro einen sehr fairen Preis.

 

Kreativ angerichtet

 

Aber da bayerische Spezialitäten angeboten werden und der „Schützenhof“ nun mal ein Biergarten nach Münchner Beispiel ist, wird auch der Obazda probiert. Er wird hier nach Hausrezept zubereitet und mit Zwiebelringen, Brezel und Brot serviert. Der Streichkäse aus leckerem reifen Camembert schmeckt schön pikant und leicht nach Kümmel. Der Obazda kostet mit 6,90 Euro ein wenig mehr als der Handkäse.

Generell wird zünftig im „Schützenhof“ gekocht. Inhaberin Marina Meixner bereitet mit zwei weiteren Köchen gute, deftige süddeutsche Spezialitäten zu. Auf der Karte finden sich hauptsächlich „Hessische Klassiker“ und „Bayerische Schmankerl“, aber auch Original Wiener Schnitzel, Cordon Bleu, Steaks vom Grill und herzhafte Suppen. Bei den Hauptgerichten werden auch „Seniorenportionen“ angeboten und Kinder können zusätzlich aus einer Kinderspeisekarte zwei Gerichte wählen.

Außerdem weist die Karte auf die ausgewählten Produkte, wenn möglich aus der Region, hin. Auch auf Produkte, die nicht ohne Zusatzstoffe erhältlich sind, aber von den Gästen gewünscht werden, wird verwiesen. Die Produkte sind in der Speisekarte mit Ziffern markiert, die in einer weiteren Karte nachgelesen werden können. Das kurze Warten auf die Speisen kann aber ebenso mit der Lektüre von gegenübergestellten hessischen und bayerischen Trinksprüchen kurzweilig überbrückt werden.

„Das Wirtshaus zum Schützenhof“ bietet zum kühlen Weizen oder Äppler genau die richtigen Speisen an, die immer kreativ angerichtet werden und in einem unschlagbarem Preis-Leistungsverhältnis stehen. Ebenso führt die Getränkekarte durchweg adäquate Preise an. Der halbe Liter Äppler kostet 3,20 Euro. Es lohnt sich auch, nur für einen Aperitif beziehungsweise um etwas zu trinken, im „Schützenhof“ vorbeizuschauen, da es eine große Auswahl an Drinks und Likören gibt.

Im Biergarten herrscht gediegenes Ambiente bei gemischtem Publikum. Es finden sich Gäste jeden Alters, Familien sowie Paare oder größere Gruppen. Der Garten ist mit schweren, dunklen und massiven Holzmöbeln ausgestattet und wird seinem bayerischen Vorbild gerecht. Es gibt eine Teilüberdachung und eine mächtige und alte Kastanie steht mitten im Hof, die Schatten und leichten Regenschutz spendet. Das Außengelände ist von einer Mauer umgeben, die zur Straße hin abschirmt, aber den Blick auf den gegenüberliegenden Hang und das Fritz-Treutel-Haus zulässt.

 

Ort für Feste

 

Etwa 120 Gäste finden im Garten einen Platz, die ihre Wagen auf dem Parkplatz hinter dem Wirtshaus oder im 200 Meter entfernten Parkhaus abstellen können. Außerdem gehört neben Biergarten, Restaurant und einem kleinen Hotel mit acht Zimmern der beeindruckende Gewölbekeller „Zum Batzekeller“ zum „Schützenhof“. Dieser ist für die Kelsterbacher schon seit Langem ein bevorzugter Ort für Feiern, so dass seit der Neueröffnung des Wirtshauses bereits Reservierungen für Weihnachtsfeiern vorliegen.

Laut Baretic, bietet das Wirtshaus „Zum Schützenhof“ wohl als einziges Restaurant in Kelsterbach deutsche Küche in dieser Konsequenz an. Das macht nicht nur die Touristen glücklich, die einen deutschen Biergarten auf ihrer Urlaubsliste abhaken können, sondern auch Bürgermeister Manfred Ockel (SPD). Er hatte seine Sorgen über eine fehlende deutsche Küche mit den Betreibern geteilt. Seine Fürsprache für ihr geplantes Angebot ließ Meixner und Baretic erst recht ihr Vorhaben umsetzen. Doch sie blicken bereits auf eine bewegte gastronomische Vergangenheit zurück und sind „alte Hasen“ in der Bewirtschaftung. Zuletzt führten sie ein gut gehendes Tapas-Restaurant in Frankfurt Schwanheim, doch es zog die beiden ins schöne Kelsterbach. Auf ihre treuen Gäste müssen sie dennoch nicht verzichten, denn die kommen sie nun im „Schützenhof“ besuchen.

Aber auch die Einheimischen fühlen sich sehr wohl in diesem Wirtshaus, und so treffen sich einige zufällig im Biergarten wieder. Es ist eine sehr vertraute und familiäre Atmosphäre. Auch Cynthia Sajkunovic aus Adelaide, Australien, die jedes Jahr ihre Familie in Kelsterbach besucht, fühlt sich auf Anhieb im „Schützenhof“ wohl und nippt zufrieden an ihrem Aperol.

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