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Hilfe für Schwerkranke: Hospizhelfer im Kreis Offenbach nehmen Arbeit auf

Von In Rodgau-Weiskirchen soll für 3,6 Millionen Euro ein Hospiz-Heim entstehen. Etliche Kommunen beteiligen sich an diesem Projekt. Doch in Neu-Isenburg wird ein anderer Weg gewählt.
Der Leiter Alexander Rudolf (rechts) und die Koordinatorin Marion Perner (hinten links), mit den Hospizhelferinnen Karolin Mechthild Fach (links), Renate Datta (Mitte) und Martina Paul (rechts). Foto: Leo F. Postl Der Leiter Alexander Rudolf (rechts) und die Koordinatorin Marion Perner (hinten links), mit den Hospizhelferinnen Karolin Mechthild Fach (links), Renate Datta (Mitte) und Martina Paul (rechts).
Kreis Offenbach. 

„In Würde sterben zu können“ ist sicherlich der Wunsch aller Menschen. Doch dieser Wunsch ist nicht jedem vergönnt, dennoch gibt es Umstände, die es auch einem Sterbenden erleichtern, von dieser Welt zu scheiden. Sterbehäuser gab es schon in früheren Zeiten und mittlerweile gibt es Einrichtungen, die speziell für das Abschiednehmen ausgestattet sind – oder sogar eigens dafür errichtet werden. Ganz bekannt ist das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden, das speziell den sterbenden Kindern eine letzte menschliche Begleitung ins Jenseits geben soll.

Seit Kurzem gibt es eine Initiative aus dem Rotary-Club Rodgau, die in Rodgau-Weiskirchen, nahe dem Wasserturm, ein Hospiz-Heim errichten will, um Menschen, für die es keine „Umkehr“ mehr gibt, die letzten Tage ihres Lebens erträglich machen soll. Neben speziell eingerichteten Räumen, soll auch das besonders geschulte Personal nicht nur die Angehörigen entlasten, sondern auch den Sterbenden selbst eine fachgerechte Betreuung zugute kommen lassen.

Palliative Versorgung

„Das Hospiz soll unheilbar kranke Menschen aufnehmen, die in Krankenhäusern nicht mehr versorgt werden können und deren häusliche Pflege nicht gesichert ist“, so die Intention der Initiatoren. Das Projekt für zwölf Betten ist mit 3,6 Millionen Euro veranschlagt.

„Wir möchten erreichen, dass Menschen mit fortgeschrittenen Erkrankungen wie beispielsweise Krebs, Aids und anderen schweren neurologischen und chronischen Leiden – unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialem Stand, Konfession oder Nationalität eine palliative Versorgung in häuslicher Atmosphäre erhalten“, beschreibt Dr. Nikos Stergiou vom Stiftungsvorstand des Rotary-Projektes die Zielsetzung. Recht schnell konnten einige Kreiskommunen überzeugt werden, einen finanziellen Beitrag von 20 000 Euro in das Stiftungskapital zu leisten. Kürzlich zogen Langen, Egelsbach und Mainhausen ebenfalls noch nach – nur Neu-Isenburg blieb außen vor.

Der Stiftungsvorstand, besetzt mit Dr. Nikos Stergiou, Dr. Philipp Geis, Herbert Sahm und Dr. Carsten Lehr als Vorsitzender des Kuratoriums, sprachen auch beim Vorstand der Sparkasse Langen-Seligenstadt vor, dieser wandte sich wiederum an den Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen. Mit Erfolg! Aus dem Topf des PS-Los-Sparens wurden sogar 30 000 Euro zugesichert.

Wunderbares Team

Diesen stolzen Betrag überbrachte der Präsident des Hessischen Giro- und Sparkassenverbandes Hessen-Thüringen, Gerhard Grandke nun persönlich. „Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Verpflichtung der ,Letztverlässlichkeit’ als großer Arbeitgeber dieser Region in das Rotary-Projekt Hospiz einzubringen“, betonte Grandke.

In Neu-Isenburg lobt man zwar ebenfalls das Projekt Hospiz, verfolgt aber eine andere Philosophie der Sterbebegleitung. „Wir wollen, dass die Menschen dort ihre letzten Tage und Stunden verbringen können, wo sie es möchten – und das ist in den meisten Fällen ihr Zuhause“, erklärt Bürgermeister Herbert Hunkel. So gehen seine Bemühungen auch dahin, durch einen „Ambulanten Hospizdienst“ dies vielen Isenburgern zu ermöglichen.

Um in häuslicher Umgebung dennoch eine fachgerechte Betreuung, was medizinische Versorgung, aber insbesondere die palliative Begleitung betrifft, zu erreichen, wurden ehrenamtliche Hospizhelfer in Zusammenarbeit mit dem Malterser Hilfsdienst ausgebildet. Mittlerweile sind elf Hospizhelfer ausgebildet und auch bereits im Einsatz. „Es werden aber noch weitere ausgebildet, um einen zweite Gruppe zu haben“, bestätigt Alexander Rudolf, Leiter des Hospizdienstes der Malteser. Als „Ausbildungszentrum“ diente diesmal das Haus Dr. Bäck in Neu-Isenburg.

„Das Hospiz-Thema ist in der Gesellschaft immer noch ein befangenes und ich hatte mich anfangs auch über die unterschiedlichsten Charaktere der Teilnehmer gewundert – aber am Ende sind wir zu einer wunderbaren Gemeinschaft, ja zu einem wunderbaren Team zusammengewachsen“, bestätigt Martina Paul. Ihre Intention als Hospizhelferin ist es, anderen zu helfen, gut sterben zu können.

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