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Kunst: Ilse Dreher zeigt Werke zum Thema Wasser

Von Ein Leben ohne Wasser ist nicht möglich. Die Wichtigkeit dieses Elements in all seinen Facetten überträgt Ilse Dreher auf ihre Kunst, die derzeit in der Volksbank Dreieich zu sehen ist.
Dieses Kunstwerk von Ilse Dreher heißt „Wasserwelt“. Bilder > Foto: Leo F. postl Dieses Kunstwerk von Ilse Dreher heißt „Wasserwelt“.
Dreieich. 

Wie man sich bettet, so liegt man, besagt ein altes Sprichwort. Die Künstlerin Ilse Dreher erweitert dies auf „so sitzt man“. Wer derzeit die Filiale der Volksbank Dreieich in Sprendlingen besucht, kann sich tatsächlich auf eine Couch aus Euro-Scheinen setzen, deren Wert rund eine Million beträgt. Ilse Dreher brachte nämlich das doppelte Kunststück fertig, eine Million Euro-Scheine zu organisieren – freilich fein geschreddert – und daraus eine Couch zu formen. „Man sitzt nicht nur einfach darauf, man hat das Gefühl auf dem Geld zu schweben – so wie Donald Duck“, beschreibt die Künstlerin ihre Intuition, dieses Kunstwerk zu schaffen.

Der Schwerpunkt der Ausstellungen von Ilse Dreher liegt jedoch mehr auf dem Thema Wasser in allen Formen seines möglichen Aggregatzustandes. „Was mich primär antreibt, ist das Fluide, das nicht Festgelegte, das Fließende, sich ständig Verändernde, Changierende. Daher die Auseinandersetzung mit Luft, Wasser, Licht und Erde. Es ist das Archaische und das Anarchische, was mich daran anzieht“, beschreibt die Götzenhainer Künstlerin ihre Beweggründe.

Seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt sich Ilse Dreher mit dem Thema Wasser. Denn es ist die Voraussetzung für Leben. Ohne Wasser wäre es undenkbar. Es wechselt seinen Aggregatszustand je nach Temperatur; es ist flüssig, gasförmig und kann zu Eis erstarren. Wasser nimmt jede Lichtstimmung auf, dieser zur Folge wirkt es dunkel und unheimlich, ölig und dickflüssig bis hell, freundlich, transparent und leicht. Wasser spiegelt seine Umgebung und nimmt seine Farbigkeit an. Dies alles spiegelt sich in der Kunst von Ilse Dreher wider.

Ausgebildete Fotografin

Die Basis von Ilse Drehers bildnerischen Arbeiten ist dabei die Fotografie. Sie ist ausgebildete Fotografin und hat eine gute Sehschule durchlaufen. Anfänglich arbeitete sie analog, seit 2004 setzt sie die Digitalfotografie ein. „Der erste Schritt zu einer konkreten Fotografie ist ein Bild vor meinem inneren Auge“, beschreibt Dreher ihre Herangehensweise. So versucht sie dieses innere Bild in der Realität zu erfassen. Danach beginnt sie mit dem aufgenommenen Material zu arbeiten. Manche Fotografie bleibt pur, ohne Bearbeitung, wie die Impressionen von einer Zugfahrt.

„Diese sind jedoch nicht, wie sie scheinen, spontane Schnappschüsse. Ihnen liegt ein längeres Studieren der Situation und das Wissen um die Kamera zugrunde“, erklärt die Kunsthistorikerin Esther Erfert. Andere Fotografien werden als Basis für ein Werk genommen und bearbeitet, in Schichten übereinander gelegt oder montiert.

Ihre Arbeiten bezeichnet Ilse Dreher als ein „permanentes Schwingen zwischen dem eigenen Inneren und dem Außen“. Dazu Esther Erfert: „Die Auseinandersetzung mit ihren Themen geschieht im Bereich des geistig-seelischen und findet sowohl im Moment des Fotografierens als auch in der Zeit der Nachbearbeitung statt.“ Diese Auseinandersetzung spiegelt sich auch in ihren Objekten und Installationen und in der Verwendung von profanen Materialien wieder, die eigentlich einer anderen Bestimmung zugedacht waren.

Auch das Meer nimmt einen großen Raum in Drehers Werk ein. Und zum Meer gehört auch die andere „Hälfte“ der Welt – die Unterwasserwelt. So ruht auf einem Sockel eine grüne atmende Diskosoma, eine Scheibenanemone. Sie lebt meist im Flachwasser, durch Naturkatastrophen oder menschliche Einflüsse geschädigten oder abgestorbenen Korallenriffen. Sie lebt dort, wo die meisten Lebewesen nicht mehr leben können.

Aktuelle Probleme

Ebenso verhält es sich mit den Blumentieren und den Medusen. Auch sie werden wahrscheinlich noch da sein, wenn der Mensch schon nicht mehr lebensfähig ist. „Ilse Dreher holt das einzelne Tier aus der Masse heraus und gestaltet es in Latex, das die Feinheit und Zartheit dieser Wesen einzigartig einfängt. Sie stellen Zäsuren in der eigentlichen Ausstellung dar und sind Teil des Themas Wasser“, so die Kunsthistorikerin Esther Erfert.

Mit ihrer Kunst zum Thema Wasser will Ilse Dreher auch auf eine Ambivalenz aufmerksam machen. „Die Schönheit, das Reizvolle und die Ästhetik des Wassers darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in Bezug auf diese Materie viele aktuelle Probleme gibt. Die reale und die künstliche erzeugte Knappheit, die von Menschen herbeigeführt wird und somit vielen Menschen den Zugang zum Allgemeingut Wasser verweigert; Umweltverschmutzung und Klimawandel“, betont die Künstlerin. Einen nachdenklichen Gegenpol setzt Erfert: „Aber auch Fluten, Unwetter und die Kraft, die Wasser haben kann, sind Umstände, die wir angesichts der Werke Drehers nicht vergessen dürfen. Wasser ist nicht nur ein Element, von dem wir profitieren, es kann zerstören.“

Die sehenswerte Ausstellung in der Volksbank Dreieich, Filiale Sprendlingen in der Offenbacher Straße 2, ist bis zum 28. Februar zu sehen.

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