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Veranstaltung in Dreieich: Im Oldtimer-Fieber: Die 13. Fahrgass' lockte Tausende Besucher an

Von Über 100 liebevoll herausgeputzte Oldtimer vor idyllischer Burg- und Fachwerk-Kulisse; dazu die Gelegenheit, entspannt einzukaufen: Die 13. Fahrgass’ Classics erwiesen sich als ideales Ausflugsziel am Sonntag.
Beliebter Hingucker: Das rote Chevy-Cabriolet stellte für einen Tag lang sogar das schmucke Obertor Dreieichenhains in den Schatten. Beliebter Hingucker: Das rote Chevy-Cabriolet stellte für einen Tag lang sogar das schmucke Obertor Dreieichenhains in den Schatten.
Dreieich. 

Ob es nun himmlisches Einsehen oder einfach nur Wahrscheinlichkeitsrechnung war: Jedenfalls zeigte sich nach drei verregneten Ausgaben der „Fahrgass’ Classics“ hintereinander das Wetter diesmal wohlgesonnen und lockte nach Schätzung von Oliver Giehl, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Dreieichenhain, rund 5000 Besucher in die malerische Altstadt.

Nicht ohne meinen Buick: Peter Miley. Bild-Zoom
Nicht ohne meinen Buick: Peter Miley.

Die hatten die Veranstalter für ihre Gäste besonders fein zurechtgemacht: Zusätzlich zu den Wimpeln, die bereits in Erwartung der Feierlichkeiten zum 300. Haaner Kerb-Jubiläum in zwei Wochen hingen, schmückten bunte Fahnen die Straße zwischen Ober- und Untertor, auf der die Geschäfte zum stressfreien Einkaufsbummel einluden. Dazwischen lockten immer wieder kulinarische Versuchungen vom leckeren Eis über selbst gemachte Pizza bis hin zur klassischen Currywurst mit Pommes, im historischen Imbisswagen gebruzzelt.

Lebenslange Liebe

Der passte perfekt in die von etwa 100 Oldtimern dominierte Kulisse der Altstadt und des Burggeländes sowie dem Vieuxtempsplatz mit seinem 1950er-Jahre-Markt. Leicht fiel es, mit den Besitzern der historischen, aber voll funktionstüchtigen historischen Automobile, Motorräder, Vespas und Traktore ins Gespräch zu kommen.

Wie mit dem Seligenstädter Stetson-Hat-Träger Peter Miley, nach dessen türkis-weißen Buick Roadmaster sich viele Köpfe umdrehten. „Schon als Kind fuhr ich im Buick meines Vaters mit, dieses Auto ist meine lebenslange Leidenschaft“, erzählt er. Da wundert es nicht, dass er sein aufwendig restauriertes Schmuckstück als unverkäuflich bezeichnet. Und die Liebe sogar über den eigenen Tod hinaus Bestand haben soll: „Der geht mit mir zusammen in die Grube!“

Petticoat-Trägerin aus Leidenschaft: Viola Kornfeld aus Schlüchtern. Bild-Zoom
Petticoat-Trägerin aus Leidenschaft: Viola Kornfeld aus Schlüchtern.

Auf dem Weg zum Burggelände zog das knallrote Fiat-Cabrio „Siata Spring“ des Götzenhainers Edgar Liebig viele Blicke auf sich. Zwölf Jahre Arbeit habe er in die Restauration des begehrten Sammlerstücks (Baujahr 1968) investiert, berichtet der 70-Jährige. „Als ich ihn in Berlin kaufte, war alles an diesem Auto marode, verrostet und verfault“, so Liebig. Nur etwa 100 Stück dieses Modells gebe es noch in Deutschland. Nur zu gerne zeige er seinen „Siata Spring“ den interessierten Besuchern der Fahrgass’ Classics. Auch, „weil das Ambiente hier einfach einmalig ist.“

Das fanden auch die aus Texas stammenden Oldtimer-Freunde Charysse und Mike Knotts, die nach eigener Aussage zwar schon seit neun Jahren in Langen leben, aber erst jetzt auf das Dreieichenhainer Fest aufmerksam wurden. „Dabei lieben wir Autos,“ betont Mike Knotts, „ich habe mein Leben lang mit ihnen gehandelt“.

Nach seinen persönlichen Favoriten bei den „Classics“ gefragt, kommt die Antwort pfeilschnell: „Die Corvette wegen ihrer Pferdestärken – aber den Niedlichkeits-Wettbewerb gewinnt klar der kleine Fiat 500“.

Petticoat aus Überzeugung

Als besonderer Hingucker menschlicher Art erwies sich hingegen Viola Kornfeld, die mit ihrem Freund Klaus Lassmann aus Schlüchtern gekommen war: Mit ihrem 50er-Jahre Petticoat verbreitete sie Retro-Flair in der Fahrgasse. Und das mit Lust und aus Überzeugung: „Ich liebe es einfach, mich so anzuziehen und zu zeigen – und dieses Fest ist die perfekte Gelegenheit“, berichtete die Gewinnerin des „Miss Petticoat“-Wettbewerbs 2012 in Wettenberg bei Gießen. „Manche finden das verrückt,“ ergänzt ihr Lebensgefährte, „aber uns stört das nicht“.

Entspannen im Schatten der Linde: Mitglieder des Porsche Club Darmstadt. Bild-Zoom
Entspannen im Schatten der Linde: Mitglieder des Porsche Club Darmstadt.

In Sachen „Fahrgass’ Classics“ geben sich die beiden als „Wiederholungstäter“ zu erkennen, wie Viola Kornfeld berichtet: „Wir kommen seit vielen Jahren hierher – schön, dass es diesmal auch mit dem Wetter perfekt hingehauen hat.“ Als die beiden weiterziehen, ruft ihnen eine ältere Damen entzückt hinterher: „Ei, Sie sehen ja süß aus!“

Über die Gründe, warum die Geschäfte bei den Fahrgass’- Classics und Fahrgass’ swingt (Ende August ist es wieder so weit) sonntags ihre Türen öffnen dürfen, der Frühlingsmarkt in Sprendlingen jedoch abgesagt werden musste, kann Oliver Giehl nur spekulieren.

„Bis zuletzt gebibbert“

„Ich nehme an, dass es damit zu tun hat, dass wir eine etablierte Traditionsveranstaltung sind und die Einkaufsmöglichkeit nur für unsere Altstadt gilt“, meinte er, fügte aber hinzu: „Ich wünsche mit für die Zukunft eine eindeutige gesetzliche Regelung, die uns Planungssicherheit gibt. Denn offen gestanden, habe ich tagelang gebibbert, ob nicht in letzter Minute doch noch ein Verbot hereinflattert.“

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