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Parteien beklagen sich: Immer mehr Plakate werden zerstört

Von Die Dreieicher Grünen haben ein beschmiertes Wahlplakat zur Anzeige gebracht. Aber auch andere Parteien haben mit Zerstörungswut und Diebstählen zu kämpfen. Die Frage, wer für die Schmierereien und den Vandalismus verantwortlich ist, lässt Raum für Spekulationen.
Unbekannte haben in Dreieich dieses Wahlplakat der Grünen beschmiert. Auch andere Parteien beklagen Vandalismus und Diebstahl. Unbekannte haben in Dreieich dieses Wahlplakat der Grünen beschmiert. Auch andere Parteien beklagen Vandalismus und Diebstahl.
Dreieich. 

„Integration muss man umsetzen – nicht aussitzen“, fordern die Grünen mit dem Gesicht ihres Bundesvorsitzenden Cem Özdemir. In der Frankfurter Straße in Sprendlingen haben „hirnlose Idioten“, wie die Grünen in einer Mitteilung schreiben, das Plakat beschmiert. In dicken, schwarzen Strichen steht jetzt dort zu lesen: „Integration muss aussitzen“, und einen AfD-Schriftzug mit Ausrufezeichen hat der Schmierfink auch noch hinterlassen.

Die Dreieicher Grünen haben jetzt Anzeige erstattet: „Unsere Wahlwerbung wurde mit Schmierereien übermalt. Das ist keine Art der politischen Auseinandersetzung, sondern schlicht kriminell“, sagt Sprecher Peter Süßmuth. „Wir haben Anzeige gegen unbekannt erstattet und hoffen, dass man dem oder den Tätern auf die Schliche kommt.“ Nach Süßmuths Ansicht offenbart der Schmierfink nicht nur seine integrationsfeindliche Haltung, sondern auch seine Vorliebe für eine bestimmte Partei. Aber die Grünen beschweren sich nicht nur, sie haben auch eine Botschaft auf dem verschmierten Plakat hinterlassen: „Beschmiert von den Feinden der Demokratie“, prangt dort auf einem Aufkleber.

Doch die Grünen sind nicht allein mit dem Problem der Zerstörung ihrer Wahlplakate. Auch die anderen Parteien sind betroffen. „Wir kommen gar nicht nach mit dem Nachbestellen der Wahlwerbung“, sagt Rainer Jakobi, Fraktionschef der Sozialdemokraten. Die SPD habe weniger mit beschmierten Plakaten zu kämpfen, sondern sie verschwinden gleich komplett. Sie werden gestohlen. „In Sprendlingen ist besonders die Wahlwerbung für unseren Bundestagskandidaten für Stadt und Kreis Offenbach, Tuna Firat, betroffen. Da war fast gar keines mehr übrig geblieben“, berichtet Jakobi.

Firat musste sich in den vergangenen Tagen auf Facebook auch einer unsäglichen Diskussion zu seinen türkischen Wurzeln stellen. Ein User echauffierte sich dort, wie die SPD „einen Ausländer“ aufstellen könne. Da nutzte auch die Erklärung nicht, dass Rechtsanwalt Firat in Dieburg geboren wurde und seinen Geburtsort außen vor lassend sehr wohl ein guter Vertreter für seine Partei sei. „Das ist eine unschöne Entwicklung, und möglicherweise hängt damit auch das gezielte Verschwinden der Plakate zusammen“, bedauert Jakobi. Vandalismus nehme insgesamt zu, und Rainer Jakobi, Richter von Beruf, betont, dass auch das Zerstören von Wahlplakaten kein Kavaliersdelikt sei, sondern einen Straftatbestand der Sachbeschädigung darstelle, der die Parteien viel Geld koste.

Hartmut Honka, Fraktionsvorsitzender der Dreieicher Christdemokraten, berichtet ebenfalls von Schäden: „Auch wir haben leider Verluste zu verzeichnen. Vor allem im Stadtteil Sprendlingen, wo auch die meisten Plakate aufgehängt wurden.“ Die CDU-Plakate seien nicht beschmiert oder gestohlen, dafür aber oftmals mutwillig zerstört. Da seien die Parteimitglieder sehr eilig damit beschäftigt, die kaputten Aufsteller möglichst schnell durch neue zu ersetzen. „Das kommt nämlich gar nicht gut an, wenn in einer Straße dann die Reste der Plakate herumfliegen. Das sieht nicht gut aus, und die Anwohner ärgern sich auch sehr darüber. Das wollen wir natürlich unbedingt vermeiden“, sagt Honka.

Einfach keine Plakate mehr aufzuhängen, sei aber auch keine Alternative: „Plakatwerbung fokussiert die Menschen auf die Wahl. Sie sind ein wichtiger Blickfang und erinnern die Bürger auch daran, ihre Stimme abzugeben“, so Honka. Er ist sich nicht sicher, wer die Verursacher der Zerstörungen und Diebstähle ist: „Ein paar mögen von gelangweilten Jugendlichen sein. Aber die bewussten, diskreditierenden Botschaften und der gezielte Diebstahl sind sicher nicht von unbedachten Kids“, vermutet der CDU-Fraktionschef.

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