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Betrug in 27 Fällen: Kaufsüchtige Frau muss 3600 Euro bezahlen

Von Sie hatte Vorladungen der Polizei missachtet und munter eingekauft. Einer 42-Jährigen wurde Betrug in 27 Fällen vorgeworfen. Nach vier Jahren fiel jetzt das Urteil am Amtsgericht.
Eine Statue der Justitia. Foto: David Ebener/Archiv Eine Statue der Justitia. Foto: David Ebener/Archiv
Langen. 

Nach vier geplatzten Terminen gelang es Richterin Cornelia Siegmund am Amtsgericht Langen am fünften Verhandlungstag endlich, einen Schlussstrich zu ziehen. Fast vier Jahre hat es gedauert, bis eine 42-jährige Frau verurteilt werden konnte. Sie muss wegen Betrugs in 27 Fällen 3600 Euro Geldbuße zahlen.

Opfer des Kaufrausches der Mutter von zwei Kindern waren nicht nur Versandhändler bei denen die Langenerin Kleidung für sich, ihren Mann und die Kinder gekauft hatte. Als Opfer konnte sich auch der Ehemann fühlen: Er hatte vom Kaufrausch seiner besseren Hälfte eigenen Angaben nach nichts mitbekommen. Obwohl Amtsanwalt Karl Arnold sich das nicht vorstellen konnte, musste er für den 47-Jährigen Freispruch beantragen.

„Ihm ist nicht nachzuweisen, dass er etwas wusste“, stellte er im Plädoyer fest. „Obwohl alle Lebenserfahrung dagegen spricht. Wieso hat ein Angestellter in nicht unbedeutender Position sämtliche Bankgeschäfte seiner Frau überlassen?“, fragte er in den Gerichtssaal. Das Gericht folgte letztendlich seinem Antrag.

Bei der Ehefrau sah es anders aus. Weil sie sich nicht nur geständig, sondern auch reuig zeigte, wurde sie trotz der großen Zahl der Fälle, 27 kamen vor Gericht, aber es soll noch viel mehr gegeben haben, die nicht angeklagt wurden, kam sie „nur“ wegen Betruges mit einer Geldbuße von 3600 Euro davon.

Damit wurde der Schlussstrich unter einen Fall gezogen, wie ihn die Richter am Amtsgericht Langen auch noch nicht erlebt haben. Die Frau hatte fast vier Jahre lang ihren Kaufrausch vor dem Ehemann verborgen. Selbst zehn Vorladungen zur Polizei ließ seine Frau verschwinden. Und natürlich auch die Ladungen zu drei Terminen. Beim vierten gelang es nicht: Da stand morgens um 5 Uhr die Polizei im Schlafzimmer, holte das Paar ab (die FNP berichtete). Erst im Gerichtssaal erfuhr der 47-Jährige, dass ihm und seiner Frau gemeinschaftlicher Betrug in 28 Fällen vorgeworfen wurde.

Im fünften Termin hatte der überraschte Mann einen Anwalt für seine Frau beauftragt. Dem war es innerhalb einer Woche gelungen, Licht in das Dunkel dieses verworrenen Falles zu bringen. Er führte den kurzfristigen Kaufrausch seiner Mandantin auf eine schwere Erkrankung zurück.

Das rechnete Richterin Cornelia Siegmund den mildernden Umständen für die Frau zu. Viel wichtiger aber: Das Paar hat innerhalb kürzester Zeit sämtliche offenen Forderungen gegen die bestellwütige Frau beglichen. Es kam ein erkleckliches Sümmchen zusammen. Die nicht bezahlten Summen lagen zwischen 19 und knapp 1000 Euro.

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