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Kein Rückgang an Arbeitsplätzen

Von Die Behauptung Burkhard Zieglers, die Arbeitsplätze in Mörfelden-Walldorf seien rückläufig, ist laut Stadtverwaltung nicht haltbar. Seltsam ist aber ein signifikanter Rückgang nach vorherigem Anstieg im Segment Spedition.
Mörfelden-Walldorf. 

Seit einem Jahr versuche Burkhard Ziegler von den Freien Wählern (FW), einen angeblichen Rückgang von sozialversicherten Arbeitsplätzen in Mörfelden-Walldorf nachzuweisen, so Erster Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn (Grüne). Dabei spreche Ziegler in dramatischen Worten vom „Zusammenbruch des Arbeitsmarktes“ in der Stadt.

Der Freie Wähler versuche dies mit Zahlen der Arbeitsagentur zu begründen und nutze dann die von ihm veröffentlichten Grafiken nach dem Motto: „Nur meine ist die richtige Statistik“, indem er für die Stadt positive Kurvenverläufe einfach weglasse und unrichtigerweise behaupte, die Zahlen für 2015 lägen noch nicht vor. „Abgesehen von diesem billigen Taschenspielertrick geht er einem statistischen Fehler der Arbeitsagentur auf den Leim“, so Urhahn.

Der Erste Stadtrat wirft Ziegler vor, sich zu wenig Mühe gemacht zu haben, um die Daten genauer zu analysieren. Hätte er richtig recherchiert, wäre ihm aufgefallen, dass dem angeblichen Verlust von Arbeitsplätzen im gleichen Zeitraum zuvor ein analoger Anstieg zugrunde gelegen hat, erklärte Urhahn. Dieser sei Ziegler in seiner Darstellung allerdings keines Wortes wert gewesen, da er die eigene Interpretation und Argumentation in Frage gestellt hätte. Nachweislich der Daten der Arbeitsverwaltung zeichnete sich dieser Zuwachs und anschließende Abbau von 1800 Arbeitsplätzen innerhalb von vier Jahren ausschließlich im Branchensegment „Spedition“ ab.

Unregelmäßig bereinigt

Nach Aussage der Arbeitsagentur handelt es sich bei dieser statistischen Bewegung offensichtlich um fehlerhafte Angaben oder Berechnungsverfahren zwischen Betrieben und der Arbeitsverwaltung, was auch aus deren Stellungnahme deutlich wird: „In Einzelfällen kann es zu größeren räumlichen oder wirtschaftsfachlichen Verschiebungen von Beschäftigten kommen, die auf Meldungen eines einzelnen Betriebes zurückzuführen sind. Bei diesen Meldungen kann es sich je nach Sachverhalt um eine tatsächliche Verschiebung von Beschäftigten, jedoch auch um Fehlmeldungen oder Korrekturen von Fehlmeldungen handeln“, heißt es seitens der Arbeitsagentur.

Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) mischt sich gleichfalls in diese seit mehreren Wochen schwelende Diskussion ein. Er erläutert, dass die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit stets fortgeschrieben und in unregelmäßigen Abständen bereinigt werden. Dies könne zu einer nachträglichen Veränderung der bereits von der Stadt verwendeten Zahlen führen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, so Becker, abgesehen von einem kleinen Rückgang 2008, nach der Wirtschaftskrise. Im Jahr 2014 allerdings habe es einen starken Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von nahezu 2000 am Arbeitsort gegeben, der für ihn unerklärlich sei. Auch Nachfragen bei den örtlichen Speditionen ergaben keine Anhaltspunkte. Es habe weder große Firmenschließungen noch Entlassungen gegeben. Die Bundesagentur für Arbeit habe als möglichen Grund für diese Schwankungen auf statistische Bereinigungen seitens der Unternehmen verwiesen.

Ähnlich argumentiert auch Urhahn: „Keiner Institution, keinem Unternehmen oder anderen Beteiligten in der Stadt und im Kreis sind solch große Verschiebungen von Arbeitsplätzen real bekannt geworden. Die Freien Wähler malen also mit einem statistischen Phänomen ein Bild, das es so nie gegeben hat. Alle von der FWG daraus abgeleiteten wirtschaftlichen Folgen, sind also reine Luftnummern.“

Weiterer Anstieg

Bürgermeister Becker legt in diesem Zusammenhang die aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur für 2015 vor, denen zufolge die Entwicklung weiter ansteigt. Die Zahl der Beschäftigten am Arbeitsort (also in Mörfelden-Walldorf) liege bei 11 206 (2014: 10 665), die der Beschäftigten am Wohnort (also die beschäftigten Bürger der Doppelstadt) bei 13 132 (2014: 12 911). Die Arbeitslosenquote für 2015 liege bei 6,1 Prozent (2014: 6,2 Prozent). 2015 habe es 8652 Einpendler und 10 585 Auspendler gegeben.

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