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Neu-Isenburger Künstler: Künstler präsentieren in alter Autohalle ihre Ideen zum Thema Kälte

Von Ob es tatsächlich die „kälteste Ausstellung der Welt“ war, ist fraglich. Aber nicht nur die Exponate Neu-Isenburger Künstler passten zum Titel, sondern auch die Temperaturen – außen und sogar innen.
Künstlerin Aneta Rojda (l.) erzählt einer Besucherin der „kältesten Ausstellung der Welt“ die Geschichte zu ihrem Kunstwerk „Kays Herz“. Künstlerin Aneta Rojda (l.) erzählt einer Besucherin der „kältesten Ausstellung der Welt“ die Geschichte zu ihrem Kunstwerk „Kays Herz“.
Neu-Isenburg. 

Der blutrote Herzmuskel unter der schützenden Glaskuppel erzählt eine bekannte Geschichte. Das Tonkunstwerk, das so lebendig aussieht und mit vielen funkelnden Spiegelsplittern übersät ist, ist „Kays Herz“. Die Skulptur ist eines von vielen Kunstwerken, die die elf Künstler des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur in Neu-Isenburg (FFK) in der „kältesten Ausstellung der Welt“ auf dem ehemaligen Opelgelände in der Frankfurter Straße präsentieren.

„Ich wollte etwas besonders zu diesem Thema beitragen und fand die Geschichte der Schneekönigin so passend“, erzählt Künstlerin Aneta Rojda, die das schöne Herz geschaffen hat. „Es ist eine so romantische Geschichte von Hans Christian Andersen. Der Spiegel, der zuvor Böses als gut dastehen lässt, zerspringt und bringt fortan Böses mit sich. Das fasziniert mich“, sagt Rojda lächelnd. Es waren die Tränen von Kays Freundin Gerda, die den Zauber des Spiegels auflösen können und die Liebe letztlich zurück in Kays Herz bringen.

Glasfassade mit Tücken

Die auffällige Skulptur ist eine der wenigen bildhauerischen Elemente, die in dem kalten, ehemaligen Autohaus zu sehen sind. Die vielen Besucher, die gut eingepackt zwischen Staffeleien und Wänden mit heißem Tee in den Händen umherlaufen, sehen viele Bilder in kühlen Farben, Winterlandschaften und abstrakte Malereien, in blau-grünen Farbexplosionen. Die Idee zu dieser besonderen Schau in dem Glasgebäude hatte Kati Conrad. Schon seit vielen Jahren steht die ehemalige Ausstellungsfläche für Autos leer. „Wir haben das Gebäude von dem Eigentümer zur Verfügung gestellt bekommen, solange er es nicht braucht. Seit Ende August vergangenen Jahres haben wir den Raum als gemeinsamen Malort bezogen – Atelier wäre wohl ein zu großes Wort“, erläutert die Isenburger Künstlerin.

Einige Wochen haben sich die Maler innerhalb der Glasfassaden getroffen. „Es war schön, hier gemeinsam der Kunst nachzugehen, aber auch ins Gespräch zu kommen. Sich über Materialien auszutauschen und sich auch gegenseitig Tipps zu geben und sich zu inspirieren. Dieses gemeinsame Arbeiten, die Möglichkeit, sich hier zur treffen, ist ein echtes Geschenk“, so Conrad weiter.

Aber die Glasfassade hat eben auch ihre Tücken. Kalt und zugig wurde es im Oktober, und die gemeinsamen Malstunden der FFK-Künstler wurden eingestellt. „Das war nicht zum Aushalten, viel zu kalt. Und so haben wir uns eben die kälteste Ausstellung der Welt überlegt“, so Conrad.

Erstmals improvisiert

Große Vorgaben gab es für Kati Conrad, Kerstin Diacont, Angelika Horz-Bartholomé, Ellen Szyska, Martina Philippi, Ayse Tschischka, Rosemarie Weiß, Aneta Rojda, Petra Korsten-Koch, Dhira Sara Barein und Frank Freytag nicht. Es sollte eben nur etwas mit der Kälte zu tun haben. So wie die Schönheiten von Dhira Barein, die in kalten Farben ausdrucksvoll von der Leinwand blinzeln, und die „Schneekönigin“ von Kati Conrad. „Dieses Bild ist auch hier entstanden. Ich habe es aus den illegal an die Glasfassade angeklebten Plakaten gestaltet“, erklärt sie ihr Werk. Das Bild zeigt eine Frau, die aus einem komplett weißen, mit Plakatschnipseln geklebten Hintergrund lächelt. „Das war eine Veranstaltungsankündigung. Bestimmt tritt sie hier gerade irgendwo auf“, sagt Conrad schmunzelnd.

Die Künstler haben die Vorbereitungen ganz knapp gehalten. Jeder durfte aufhängen, was zum Thema passt. Nur eine Stunde vorher hat sich die Gruppe getroffen, um die Ausstellung zusammenzubauen. „Sonst bereiten wir für unsere gemeinsame Jahresausstellung alles ganz akkurat vor, hier wollten wir einfach mal spontan wieder unsere Kunst zu einem Thema zeigen“, sagt Kati Conrad sehr zufrieden. Mit der Resonanz am Sonntagnachmittag war sie sehr zufrieden.

Die nächsten Wochen werden die FFK-Künstler den alten Glaspalast wohl noch meiden, aber sobald es wärmer ist, wollen sie sich wieder dort treffen. Bis dahin trifft sich die Gruppe zum monatlichen Künstlerstammtisch, um miteinander im Gespräch zu bleiben. Am nächsten Dienstag, 13.März, um 19.30 Uhr lädt das FFK seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung ins Ristorante Tonino in der Hugenottenhalle ein.

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