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Kunstpfad Mainvorland: Kunst im öffentlichen Raum: Vom Leinreiter bis zum Looping

Der Kunstpfad Mainvorland wurde offizielle eröffnet: Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei, sprach Kulturdezernent Dennis Grieser Lob und Respekt aus.
Mit Reden und bei heißen Temperaturen wurde der Kunstpfad beim „Leinreiter“ eröffnet. Mit Reden und bei heißen Temperaturen wurde der Kunstpfad beim „Leinreiter“ eröffnet.
Rüsselsheim. 

Vier Kunstwerke im Mainvorland bestücken den „Vorgarten“ der Opelvillen in Rüsselsheim: Die Skulptur „Dauerparker“ von Matthias Braun, das stählerne Buchstabenpuzzle „Heimat“ von Mario Hergueta, die betonierte Balkanroute der Flucht von Özlem Günyol und Mustafa Kunt sowie das Looping „Shortcut – Abkürzung“ von Martin Feldbauer.

Bereits seit März ist dieser teils kritisiert, teils gelobte Kunstpfad im Mainvorland komplett. Spaziergänger und Kunstbetrachter haben sich bereits ein Bild gemacht, viele Stimmen diskutierten Für und Wider der Installationen in den Foren des Internets.

Nun aber gab’s am Samstag endlich die feierliche, offizielle Einweihung des Kunstpfads, in den die Ideengeber um Kulturdezernent Dennis Grieser (Grüne) den Leinreiter, jene solide Skulptur von Detlef Kraft, die seit 1994 am Landungsplatz steht, mit einbinden. Längst zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden, stehe der Leinreiter für das vorindustrielle Rüsselsheim, als Frachtschiffe von Treidlern in Gang gesetzt wurden, so Grieser.

Die vier neuen Skulpturen griffen aktuelle Themen auf, erzählten vom sensiblen und unsentimentalen Begriff der Heimat, der gemäß Bertolt Brecht beinhalte, dass man ein Land liebe, weil man es verbessern wolle. Sie erzählten von der Fluchtroute, über die Tausende in Not zu uns kamen, und sie erzählten vom Opel, der, einbetoniert, unverrückbar zur Stadtgeschichte gehört.

Hinzu kämen die leichten Loopings im Kopf, im Herzen – Loopings, die frische Impulse setzen. „Heimat ist mehr als ein Wort, es beinhaltet Verbundenheit und Heimeligkeit – doch leider wird Heimat oft zusammen mit Abgrenzung genannt. Heimat hat aber keine Eigentümer“, so Grieser. Er wandte sich an seine Gäste: „Begreifen Sie den Kunstpfad als Teil Ihrer Heimat.“

Opelvillen-Kuratorin Beate Kemfert hielt ein flammendes Plädoyer für Kunst im öffentlichen Raum und die Freiheit der Kunst – auch und besonders in Zeiten knapper Kassen. Sie referierte die wechselnden Aufgaben und Anliegen von Kunst im öffentlichen Raum ab dem 19. Jahrhundert, sagte: „Kunstkategorien ändern sich. Was hier am Kunstpfad des 21. Jahrhunderts geschieht, ist Entschleunigung im urbanen Raum. Der Raum ist langsam, nur die Zeit ist schnell. Die Künstler haben Wertvolles geleistet und ich hoffe, dass der Diskurs um die Installationen nie enden wird, dass er lebendig bleibt.“

Damit stellte sich Beate Kemfert an die Seite des Kulturdezernenten, der für „sein Baby,“ den Kunstpfad, teils gehörig attackiert worden war. Und Axel Wintermeyer (CDU), Chef der Hessischen Staatskanzlei sowie Vertreter der landeseigenen Stiftung Flughafen Frankfurt am Main, die den Kunstpfad mit 100 000 Euro unterstützt hat, zollte Dennis Grieser für seine „Beharrlichkeit trotz Anfeindungen“ Respekt.

Die Kunstobjekte „aus Beton und Stahl“ seien nun unverrückbarer, kultureller Teil der Stadt, der sicher „zum besonderen Anziehungspunkt in der Region“ würde, so Wintermeyer.

Derweilen war – jazzig aufgelockert durch Musik von Stephan Völker und seiner Band „Swing and be funky“ – der warme Vormittag in einen heißen Mittag übergegangen. Als die anwesenden Künstler zum gemeinsamen Gang entlang ihrer Kunstwerke einluden, stöhnte mancher Gast: „Puh, welche Hitze.“ Tipp: Wiederkommen, wenn’s kühler ist.

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