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Verkauf soll Kleinbauern in Tansania unterstützt werden: Langen hat einen eigenen Kaffee

Von Er soll lecker schmecken und gleichzeitig fair sein, der neue Langener Stadtkaffee, der auf eine Initiative des Weltladens zurückgeht. Künftig soll er in örtlichen Geschäften und Gastronomiebetrieben angeboten werden.
Freuen sich über den Verkaufsstart des fairen Stadtkaffees: Margarete Rölz (von links) vom Weltladen, Künstlerin Martina Retzdorff und Hedi Goldbach aus der Fairtrade-Steuerungsgruppe. Freuen sich über den Verkaufsstart des fairen Stadtkaffees: Margarete Rölz (von links) vom Weltladen, Künstlerin Martina Retzdorff und Hedi Goldbach aus der Fairtrade-Steuerungsgruppe.
Langen. 

Er kann mit gutem Gewissen konsumiert werden, weil er fair gehandelt ist. Er schmeckt gut und hat die evangelische Stadtkirche als Wahrzeichen auf seiner Verpackung: Langen hat ab sofort einen eigenen Kaffee. „Der Stadtkaffee besteht aus Arabica-Bohnen, hat ein natürlich-mildes Aroma und ist sehr ergiebig“, sagt Margarete Rölz vom Weltladen, welche die Idee zu dem Stadtkaffee hatte.

Der Rohstoff stammt aus dem Hochland von Ruvuma im Südwesten Tansanias. „Wir haben diese Region bewusst ausgesucht, denn dort haben die Kleinbauern durchschnittlich nur einen halben Hektar Land zum Kaffee anpflanzen zur Verfügung, das ist in etwa die Größe eines Fußballfelds. Der Ertrag dieser Fläche muss ihnen und ihren Familien zum Überleben reichen“, berichtet Rölz.

Vier Sorten getestet

Der Kaffee wird direkt aus Tansania importiert, den Handel übernimmt der Verein „Würzburger Partnerkaffee“, von dem Langen das wohlschmeckende Pulver beziehen kann. „Wir haben vier Sorten getestet und uns auf diesen geeinigt. Bislang gibt es nur das Pulver, aber bei hoher Nachfrage können wir auch ganze Bohnen beziehen“, kündigt die Initiatorin an. Die 250-Gramm-Packung kostet 4,95 Euro.

Der Stadtkaffee wird derzeit nur im Weltladen verkauft. Rölz hofft aber, dass dies nicht so bleibt. „Wir werden uns auf den Weg machen und ihn in den Langener Geschäften und bei den Gastronomen anbieten. Wir sind ganz optimistisch, dass wir noch Partner finden“ kündigt sie an.

Nicht nur der Geschmack und der Name sind übrigens besonders, auch das Design ist ganz auf Langen und Tansania zugeschnitten. Die Künstlerin Martina Retzlaff hat das Etikett entworfen und sich auch etwas dabei gedacht: „Die Stadtkirche ist ja unser Wahrzeichen – und Grün, Gelb und Blau sind die Landesfarben von Tansania. So fällt die Verpackung im Regal gleich auf. Ich freue mich sehr, dass der Entwurf so gut angekommen ist“, sagt die Langener Künstlerin.

Ein Aushängeschild

Bei Bürgermeister Frieder Gebhardt kommt die Idee des Stadtkaffees ebenfalls gut an. Seit 2013 ist Langen offiziell Fairtrade Stadt – auch schon mit vom Weltladen initiiert. Die Fairtrade-Auszeichnung sei ein Aushängeschild für die Stadt, setze Zeichen für das sozial verantwortungsvolle Handeln und Wirtschaften und solle auch andere ermutigen, diesen Weg zu gehen. Der Deutschen liebstes Getränk, der Kaffee, sei eine gute Gelegenheit, für mehr Fairness zu sorgen.

Die Existenz von weltweit rund 15 Millionen Familien hängt unmittelbar vom Kaffeepreis ab. Die wichtigsten Anbauländer liegen in Süd- und Mittelamerika, gefolgt von asiatischen und afrikanischen Produzentenländern. „Die Kleinbauern dort sind auf ausländische Märkte angewiesen, der Rohstoffpreis wird von den führenden Konzernen aber immer bis an die unterste Grenze gedrückt“, kritisiert Margarete Rölz. An Preiserhöhungen verdienten meist nur Spekulanten, nicht die Produzenten. „Genau hier setzt der faire Handel an“, erklärt die Fachfrau. Hinter der Fairtrade-Idee stecke eine ununterbrochene Handelskette, die den Kleinbauern Preise deutlich über Welthandelsniveau zahle sowie langfristige Abnahme, soziale Arbeitsbedingungen und die sofortige Zahlung nach der Ernte garantiere. Gewinne und Überschüsse würden in Bildungs- und Sozialprojekte für die Familien an Ort und Stelle gesteckt und trügen so auch zur Existenzsicherung kommender Generationen bei.

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