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"Apfelweinkönig": Matthias Würz Stöffche ist die Krönung

Von Der Chef des OGV höchstpersönlich hat den begehrten Titel des Apfelweinkönigs abgestaubt. Das war ihm fast ein bisschen peinlich.
Andrea Zimmer (links) vom OGV schenkt die begehrten Apfelweinproben im Hof an die Probanden aus. Andrea Zimmer (links) vom OGV schenkt die begehrten Apfelweinproben im Hof an die Probanden aus.
Dreieich. 

„Der König ist tot – hoch lebe der König“ – ganz nach den historischen Worten der britischen Monarchie wird Matthias Würz unter dem Applaus der Offenthaler in seine kuschelige, blaue Königsrobe gehüllt und mit der goldenen Krone geschmückt.

Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Offenthal hat zum ersten Mal die große Wahl zum Offenthaler Apfelweinkönig gewonnen. Die Stimmen dazu hat – ganz entgegen der königlichen Traditionen – das „Volk“.

Zwei Stunden lang probieren sich die Besucher im Garten von den Brüdern Seibert in der Offenthaler Altstadt durch die Apfelweinprobe. „Reichlich voll mit Säure“, „irgendwie wässrig“, oder auch „der ist köstlich würzig“, fachsimpeln die freiwilligen Tester am herrlich sonnigen Sonntagnachmittag.

Sieben Bembel waren voll gefüllt mit den potenziellen „Königsstöffsche“. Das war erheblich weniger, als in den Jahren zuvor. Der große Frost in der Nacht vom 19. Auf den 20. April ist den Obstbauern im Jahr 2017 in die Ernte gegrätscht. „Viele unserer Mitglieder hatten dann gar keine Äpfel“, erklärt Matthias Würz. So haben es auch die Seibert-Brüder erlebt, die in den vergangenen Jahren oftmals den Titel holten. Denn immerhin müssen fünf Liter des Apfelweins zur Probe abgegeben werden. Und das reicht an diesem Nachmittag kaum aus – die ersten Bembel sind leer, bevor alle Besucher davon gekostet haben.

Goldparmäne benutzt

Matthias Würz ist es fast ein bisschen peinlich, dass er als Chef des OGV 2018 den Titel abstaubt. „2016 waren wir noch Vorletzte mit unserem Erzeugnis, im vergangenen Jahr wurde ich Zweiter. Wir haben uns also deutlich gesteigert“, sagt er zufrieden. Ein echtes „Siegergeheimnis“ kann Würz nicht preisgeben. „Aber es ist sicher etwas Besonderes, dass ich einen sortenreinen Apfelwein gekeltert habe. Ich habe Goldparmäne benutzt, eine alte Sorte, die relativ kleine Früchte trägt und sehr lecker und leicht nussig schmeckt.“ Die Meinung der Offenthaler fällt auch relativ deutlich aus: 45 von insgesamt 125 gehen auf den Sieger Würz. 25 Stimmen vereint Marius Napp auf seinem Apfelwein und 20 Stimmen bekommt der Drittplatzierte Christian Ringeling vom Publikum. Das ist natürlich eine geheime Wahl und alle, welche die Ernteerzeugnisse probieren, schreiben die Ergebnisse auf einen Stimmzettel, die später ausgezählt werden.

Grüne Soße ist begehrt

Bei allem Genuss rund um den Apfelwein, kann der OGV zur großen Krönungsveranstaltung noch mit einer weiteren Neuerung punkten: Die kochenden Männer des OGV verwöhnen die Gäste mit Grüner Soße, Kartoffeln und Ei. 15 Helfer arbeiten schon morgens in der Küche. 25 Kilo Kartoffeln müssen geschält werden, die Kräuter für 14,5 Kilo Grüne Soße gehackt und 200 von Alfred Köppen gespendete Eier gepellt werden.

Dieses köstliche Mittagessen ist ein Konzept, das hervorragend ankommt. „Die Leute standen schon um 14 Uhr bei uns vor der Tür, obwohl wir erst um 14.30 Uhr offiziell angefangen haben“, berichtet Matthias Würz. Insgesamt ist der Vereinsvorsitzende sehr stolz auf sein Team: „Ich weiß, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir für so einen schönen Nachmittag 25 Helfer haben, die sich gemeinsam dafür einsetzen, dass es gelingt“, bedankt sich Würz. Für den Verein seien diese gesellschaftlichen Ereignisse im Ort aber sehr wichtig – zur Werbung für den Verein und auch zur Vorstellung, was die Mitglieder überhaupt machen, wie das Vereinsleben abseits der Krönung aussieht. Das hat sich auch gelohnt, denn ein paar ausgefüllte Mitgliedanträge kann das Vorstandsteam an diesem Nachmittag entgegennehmen. Der Verein wächst damit auf rund 270 Mitglieder an.

Und gute Nachrichten hat Matthias Würz auch für den langgehegten Traum eines eigenen Backhauses für den OGV: Inzwischen konnte mit den Offenthaler Schützen und dem FCO eine Einigung erzielt werden, und eine Realisierung auf dem Gelände der Fußballer wird denkbar. „Wenn alle beteiligten zustimmen und wir eine Baugenehmigung bekommen, könnten wir nächstes Jahr beginnen. So nah dran waren wir noch nie an unserem Backhaus“, sagt Matthias Würz.

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