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Interview mit Doktorin und Biologin: Mirjam Koch über ihren Job im Tierheim: „Hier kann ich Dinge bewegen und verändern“

Mirjam Koch (32) hatte gestern ihren ersten Arbeitstag im Tierheim Dreieich. Nicole Jost sprach mit der jungen Doktorin der Biologie über ihre Erfahrungen und Ziele für das Tierheim, dass für die Westkreiskommunen (Dreieich, Langen, Neu-Isenburg und Egelsbach) sowie Heusenstamm, Obertshausen, Seligenstadt und Mühlheim verantwortlich ist.
Die neue Tierheimleiterin Mirjam Koch mit ihrer Altdeutschen Hütehündin Kira im heimischen Garten. Bilder > Die neue Tierheimleiterin Mirjam Koch mit ihrer Altdeutschen Hütehündin Kira im heimischen Garten.

Frau Koch, was haben Sie vor Ihrem Dienstantritt im Dreieichenhainer Tierheim beruflich gemacht?

MIRJAM KOCH: Ich habe nach dem Abitur in Tübingen Biologie studiert und dann in Frankfurt an der Goethe-Universität eine Doktorandenstelle angenommen. Ich habe über das Klima in der Kreidezeit promoviert, dann aber recht schnell gemerkt, dass es für mich nichts ist, langfristig in der Wissenschaft zu arbeiten. Das war mir einfach zu eintönig, jeder Tag war gleich. Sehr viel am Computer sitzen und manchmal im Labor forschen – das konnte ich mir auf die Dauer nicht vorstellen und ich wollte lieber etwas Praktisches machen. Ich wollte mit Menschen arbeiten und mit Tieren. Ich habe dann meine Ausbildung als Tierpflegerin in Erfurt absolviert – so habe ich es gleich ordentlich und richtig mit einer fundierten Ausbildung gemacht. Im Anschluss an die Lehrzeit habe ich dort noch ein Jahr als Tierpflegerin gearbeitet. Meine letzte Station vor Dreieich war dann eine Stelle als Tierpflegerin in Böblingen. Letztlich war es die absolut richtige Entscheidung für mich, denn die Arbeit mit den Tieren macht mir unheimlich viel Spaß und die Zeit am Arbeitsplatz verfliegt geradezu.

Was mögen Sie an der Arbeit im Tierheim?

KOCH: Natürlich ist es anstrengend und oft auch eine körperliche Arbeit. Aber das ist es auch, was daran Spaß macht. Natürlich liebe ich den Umgang mit den Tieren und am Ende des Tages hat man etwas geschafft und kann das auch immer sehen.

Haben Sie Ideen, Tiere besser und vielleicht in größerer Anzahl in ein schönes Zuhause zu vermitteln?

KOCH: Ich habe natürlich schon viele Erfahrungen gesammelt. Aber konkret muss ich jetzt natürlich erst mal schauen, wie es in Dreieich gemacht wird, wo es gut läuft und was es eventuell zu verbessern gibt. Grundsätzlich glaube ich, dass es wichtig ist, auf die Menschen zuzugehen. Viele Leute glauben, dass die Hürden im Tierheim zu hoch und die Mitarbeiter im Tierheim zu streng sind. Ich glaube Vor- und Nachkontrollen sind sehr wichtig, aber wir müssen uns als Tierheim auch auf die Leute einlassen und dürfen die Latte nicht zu hoch legen. Natürlich kann man keinen jungen Hund an Menschen vermitteln, die neun Stunden aus dem Haus sind, auch keine junge Katze – aber vielleicht zwei junge Katzen, dass sie sich gegenseitig haben.

Freuen Sie sich auf die neue Aufgabe und warum wollten Sie gerne Tierheimleiterin sein?

KOCH: Ich freue mich sehr! Die Stelle als Tierheimleiterin hat mich gereizt, weil ich auch gerne Dinge bewegen und verändern will. Ich habe in den vergangenen Jahren gemerkt, dass das als Tierpflegerin schwierig ist und es so lange dauert, bis sich auch eigentlich leicht umzusetzende Dinge verändern. Es gibt in jedem Tierheim Dinge zu verbessern – als Tierpfleger konnte ich sagen, was mich stört, aber selbst nichts entscheiden. Deswegen freue ich mich jetzt auf die Verantwortung und freue mich auch darauf mit den Mitarbeitern zusammen zu arbeiten und auch deren Ideen zu hören. Ich bin ja noch ganz neu.

Werden Sie auf dem Areal leben und das Häuschen beziehen?

KOCH: Nein, das ist erst einmal nicht geplant. Ich werde in Praunheim zusammen mit meinem Freund in Frankfurt wohnen. Natürlich habe ich dann jeden Tag ein bisschen Fahrzeiten, aber es ist vielleicht auch ganz gut, nicht direkt dabei zu wohnen. Möglicherweise könnten wir den Bungalow auf dem Tierheimgelände künftig dazu nutzen, um den Pensionsbetrieb des Tierheims auszubauen, diese Pläne gibt es schon.

Haben Sie Pläne, mit den Tierschutzvereinen zusammenzuarbeiten?

KOCH: Ich weiß, dass es einige sehr aktive Tierschutzvereine in der Region gibt und dass die Zusammenarbeit auch gut klappt. Das möchte ich auf jeden Fall weiterführen und ausbauen. Diese Zusammenarbeit ist wichtig im Sinne der Tiere.

Haben Sie eigene Tiere?

KOCH: Ja, meine sieben Jahre alte Altdeutsche Hütehündin Kira und zwei Degus, die ich aus dem Tierheim mitgenommen habe.

Was ist Ihr Lieblingstier, ganz privat?

KOCH: Natürlich Hunde – schon immer eine große Leidenschaft von mir. Mit Kira habe ich auch ein bisschen Hundesport gemacht und bin auch Trainer im Hundeverein. Beruflich habe ich mich auf dem Gebiet der Hunde auch immer weiterqualifiziert und einige Fortbildungen zu aggressiven Hunden gemacht, die gibt es im Tierheim ja auch durchaus. Gesunder Respekt ist wichtig, aber man muss sich auch trauen, mit den Tieren zu arbeiten und so die Situation für die Tiere zu verbessern. Und jetzt freue ich mich sehr auf die neuen Aufgaben, die auf mich zukommen.

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