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Dreieich-Museum: Mit der Vergangenheit auf Du und Du

Von Der Heimat- und Geschichtsverein ist für den Betrieb des Dreieich-Museums auf ehrenamtlich Hilfe angewiesen. Einige der Helferinnen berichten über ihre Motive, dort mitzuarbeiten.
Monika Amrioui bringt mit einem Knopfdruck die Pferdchen des Modells der Hayner Reitschule zum Galoppieren. Bilder > Monika Amrioui bringt mit einem Knopfdruck die Pferdchen des Modells der Hayner Reitschule zum Galoppieren.
Dreieich. 

Sie schließen die Türen auf, begrüßen die Museumsbesucher freundlich, verkaufen den Honig der Museumsbienen von den Stöcken auf dem Dach und übernehmen auch die Kassenabrechnung: Ohne die ehrenamtlichen Museumsdamen des Geschichts- und Heimatvereins läuft im Dreieich-Museum nichts. Dank der insgesamt 27 Frauen kann das Heimatmuseum, dass im vergangenen Jahr mit einer modernen Dauerausstellung über die Dreieicher Geschichte Furore machte, jedes Wochenende stabile Öffnungszeiten anbieten.

Im Herbst des vergangenen Jahres sah es mit den Helfern noch etwas schwierig aus. Erst ein Aufruf von Museumsleiterin Corinna Molitor, unter anderem auch in dieser Zeitung, brachte einen Ansturm von freiwilligen Mitarbeitern. „Ich war von die große Resonanz überrascht. Ich hatte gehofft, es melden sich zwei bis drei Leute. Aber es waren insgesamt 13 Ehrenamtliche – übrigens alles Frauen – die Lust hatten, hier zu helfen. Sie sind alle geblieben und das macht mich glücklich“, so die Museumsleiterin.

Umgang mit Menschen

Samstags und sonntags öffnen sich die Pforten des Museums an der alten Burg. Jetzt, bei insgesamt 27 Helferinnen, können sich die Damen sehr gut abwechseln und auch schon mal zu zweit den Dienst übernehmen.

Aber was hat die „Neuen“ dazu bewegt, sich auf den Aufruf von Corinna Molitor zu bewerben? – „Ich bin schon seit zwei Jahren Mitglied im Geschichts- und Heimatverein. Für mich war immer klar, wenn ich in den Ruhestand gehe, dass ich hier in die Dienste einsteigen will“, sagt Brigitta Welter aus Götzenhain. Die ehemalige Notarfachangestellte ist mit dem Verein eng verbunden und liebt die alte Burganlage.

Monika Amrioui wohnt gar nicht in Dreieich. Sie lebt in Walldorf. Ihre Kinder aber sind in Buchschlag zu Hause und haben den Aufruf in der Zeitung gelesen. „Sie haben mir per WhatsApp den Ausschnitt geschickt und gefragt, ob das nichts für mich wäre“, erzählt sie. Zunächst konnte sie sich den „Job“ im Museum nur schlecht vorstellen, weil sie so „hibbelig“ sei: „Ich hatte die in der Ecke sitzenden, schweigenden Damen in den schwarzen Kostümen in den großen Museen im Kopf“, sagt Monika Amrioui. Die Aufgabe habe sie aber positiv überrascht: „Es macht Spaß, hier mitzuarbeiten. Die Tätigkeit unterscheidet sich zudem sehr von meiner beruflichen Welt. Ich war Konstrukteurin. Jetzt genieße ich den Umgang mit den Menschen.“

Neues lernen

Für die Götzenhainerin Ilona Lauer ist die ehrenamtliche Arbeit eine gute Gelegenheit, unter Menschen zu kommen. „Ich habe bis vor einem Jahr noch gearbeitet. Ich hatte das Gefühl, ich muss wieder raus, unter Menschen. Da kam der Aufruf gerade zur richtigen Zeit.“ Die gelernte Industriekauffrau genießt es auch, noch etwas über die eigene Stadt zu lernen. Und überhaupt böten auch die Sonderausstellungen immer wieder Gelegenheit Neues zu lernen. „Das ist immer wieder spannend. Wir bekommen auch bei jeder neuen Ausstellung eine Schulung. Das ist eine schöne Gelegenheit, all die anderen Ehrenamtlichen zu treffen“, genießt Ilona Lauer ihr Ehrenamt.

Zwischen 100 und 150 Besucher kommen an einem normalen Wochenende in das Heimatmuseum. Die Leute freuen sich über die interessanten Wechselausstellungen und über die moderne, interaktive Ausstellung über die fünf Dreieicher Stadtteile. Manchmal ärgern sich die Damen aber auch. Ilona Lauer sagt: „Ich finde es fast schon ein bisschen unverschämt, wenn eine ganze Familie kommt, zwei Stunden durch die Räume flaniert und dann wortlos geht, ohne auch nur einen Cent in der Spendendose zu lassen.“ Natürlich sei der Eintritt in das Museum frei, aber wenn die Leute zwei Stunden blieben, habe es ihnen offensichtlich gefallen.

Im Durchschnitt sind die Damen zwei Mal im Monat für eine Schicht im Museum. Im Sommer, während der Burgfestspiele, können die Einsätze auch häufiger sein. Corinna Molitor ist sehr zufrieden mit ihrem Team: „Es sind nette, kluge Frauen, die schon so manch eine Idee mitgebracht haben“, sagt die Museumsleiterin.

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