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Stadtparlament berät heute: Müssen Hunde künftig an die Leine?

Die Grünen haben ihren Antrag für eine Anleinpflicht für Hunde während der Brut- und Setzzeit noch einmal modifiziert. Indes hofft die AG Umwelt und Naturschutz sogar auf die Einführung einer Hundesatzung.
Dreieich. 

Heute Abend wird ein hochemotionales Thema im Stadtparlament verhandelt: Der Antrag der Grünen zur Einführung der Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit steht auf der Tagesordnung. Die Dreieicher Kommunalpolitiker waren in den Ausschüssen noch etwas hin- und hergerissen: In einem Ausschuss bekam der Antrag mit einer Stimme Vorsprung die Mehrheit, im Haupt- und Finanzausschuss wurde er knapp mit einer Stimme abgelehnt. Eine Gruppe Hundebesitzer hat sich inzwischen formiert, die eine solche Pflicht, die Vierbeiner an die Leine zu nehmen, klar ablehnt.

Die Grünen kommen den Hundebesitzern jetzt einen Schritt entgegen. Fraktionschef Roland Kreyscher hat nach den jüngsten Beratungen im Ausschuss in der vergangenen Woche mit seinen Parteifreunden den Antrag um einen Punkt erweitert. „Das Angebot von Auslaufflächen für Hunde in der für Wildtiere besonders sensiblen Zeit von März bis Juni soll die Akzeptanz der Anleinpflicht erhöhen“, erläutert Kreyscher.

Hoffen auf Akzeptanz

Die Grünen weisen darauf hin, dass zwar bereits in der Begründung zur Magistratsvorlage von 2016 auf die mögliche Ausweisung von Hundewiesen eingegangen wird, aber nun solle dieses Angebot für die Hundebesitzer auch verbindlich beschlossen werden. Die Arbeitsgemeinschaft Umwelt- und Naturschutz hatte die Vertreter der Fraktionen vor dem Haupt- und Finanzausschuss zu einem Informationsgespräch eingeladen, um die Beweggründe für ihre Initiative für eine Anleinpflicht zu erläutern. „Wir hoffen, dass diese Infos und unser angepasster Antrag zu einer Akzeptanz in der Stadtverordnetenversammlung beiträgt“, sagt Roland Kreyscher.

Die AG Umwelt und Naturschutz hofft indes auch auf eine Entscheidung für eine Hundesatzung in Dreieich. Das Thema Hundesatzung werde seit zehn Jahren diskutiert, und die große Anzahl freilaufender Hunde sorge für Verärgerung bei Senioren und Familien. Alleine im März dieses Jahres habe es in einer Woche mehr Vorfälle als jemals zuvor gegeben.

Viele Störungen

Ein Beispiel der Arbeitsgemeinschaft war die Vertreibung eines Weißstorchpaares, dass erstmals nach 50 Jahren wieder in Dreieich am neu gebauten Storchenhorst gesichtet wurde. Auch von trächtigen, von Hunden gejagten Rehen ist die Rede. Das Gutachten eines Biologen belege, dass Bodenbrüter aus Dreieich weitgehend verschwunden seien. Die vom Aussterben bedrohte Bekassine habe in den Baierhansenwiesen gebrütet und durch viele Störungen von freilaufenden Hunden die Brut abgebrochen.

Für große Verwunderung sorge auch, dass die meisten Kommunen im Kreis eine Hundesatzung hätten. Ab dem 15.März herrsche dann großer Hundetourismus auf den Dreieicher Wiesen, besonders in den Rohr- und den Baierhansenwiesen. Die Ausweisung von Hundewiesen könne die Akzeptanz einer Satzung erhöhen, aber die Forderung der Hundefreunde, in allen fünf Stadtteilen eine solche Wiese einzurichten, halten die Mitglieder der AG Umwelt und Naturschutz für überzogen.

(njo)

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