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Soziale Einrichtung Tafel abgebrannt: Nach der Katastrophe ist Hilfe gefragt

Die Räume der Tafel und das Begegnungscafé sind vom Feuer zerstört. Aber die Verantwortlichen blicken bereits wieder nach vorne – auch dank einer kräftigen Finanzspritze für den Neustart.
Die Räume der Groß-Gerauer Tafel in der Danziger Straße wurden bei dem Feuer vollkommen zerstört. Foto: Peter Mikolajczyk Die Räume der Groß-Gerauer Tafel in der Danziger Straße wurden bei dem Feuer vollkommen zerstört.

Die gute Nachricht nach der schlechten kam am Montag: Landrat Thomas Will rief zu Beginn einer Pressekonferenz des Diakonischen Werks Groß-Gerau/Rüsselsheim bei dessen Leiter Lucian Lazar an, um ihn über die Unterstützung des Kreises nach dem Feuer bei der Groß-Gerauer Tafel zu informieren. 25 000 Euro werden als Starthilfe auf ein Sonderkonto bei der Kreissparkasse Groß-Gerau überwiesen: 10 000 Euro kommen vom Kreis, 10 000 Euro von der Kreissparkasse und 5000 Euro von den Riedwerken. Überglücklich und dankbar nahm Lucian Lazar diese Nachricht am Telefon entgegen.

Infrastruktur aufbauen

„Damit ist der Grundstock für die sofortige Fortführung unserer Tafel-Arbeit gelegt“, sagte Lazar in der ehemaligen Groß-Gerauer Nordkirche in der Danziger Straße, die zum diakonischen Zentrum gehört. Der Kirchenraum könnte zumindest vorübergehend – bis zum Jahresende – als Ersatz für die in der Nacht zum Sonntag im Nachbargebäude komplett abgebrannten Räume der Tafel dienen. Das Feuer war an einem Seitenanbau des neben der Nordkirche befindlichen Mehrgenerationenhauses der Diakonie ausgebrochen. Tafel samt Einrichtung sowie das Begegnungscafé brannten nieder. Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf mindestens 150 000 Euro.

Bilderstrecke Groß-Gerau: Soziale Einrichtung in Flammen

„Der Kreis wird alles tun, was er kann, um in dieser Situation zu helfen“, hob Landrat Thomas Will hervor, nachdem er sich den Schaden an Ort und Stelle betrachtet und mit Lucian Lazar geredet hatte. Es gehe darum, dem Diakonischen Werk und seinen ehrenamtlichen Helfern unter die Arme zu greifen, damit weiterhin einmal in der Woche Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben werden können.

Info: Hier kann gespendet werden

Damit die Tafel ihre Arbeit möglichst bald wieder aufnehmen kann, hat der Kreis Groß-Gerau ein Spendenkonto eingerichtet. Das Sonderkonto bei der Kreissparkasse kann von allen, die helfen wollen, für Spenden genutzt werden.

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Im Mehrgenerationenhaus steht aber nicht nur das Verteilen von Essen auf dem Programm. „Unser Haus ist viel mehr“, betonte Lucian Lazar. Das Knüpfen von Kontakten, menschliche Zuwendung sowie die Weitergabe von Tipps und Informationen seien genauso wichtig. Es gibt darüber hinaus Kinderbetreuung, Cafézeiten und Nähkurse. Auch dafür muss nun nach dem Brand die Infrastruktur erst wieder aufgebaut werden.

Weichen stellen

Auf den ersten riesigen Schrecken folgten bei Lucian Lazar, Pfarrer Michael Scherer-Faller, Betriebsseelsorgerin Ingrid Reidt und den beiden Ehrenamtlichen Marianne Müller und Kerstin Marburger, Dankbarkeit: Dafür, dass bei dem Feuer niemand verletzt wurde, dass ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude wie Wohnhäuser, Tagespflegestützpunkt oder Wohngemeinschaft im ehemaligen Pfarrhaus verhindert wurde, und dass die zahlreichen Feuerwehrleute so gut gearbeitet haben.

Nach der Mitteilung von Thomas Will richtet sich der Blick nun sogar schon wieder nach vorn: „Wir wollen weiter Leistungen für Bedürftige erbringen“, erklärte Lucian Lazar. Um sich neu zu sortieren, kann das Diakonische Werk allerdings in den nächsten zwei bis drei Wochen keine Tafel-Zeiten anbieten. Am morgigen Donnerstag gibt es ein Helfertreffen – um das Geschehene zu verarbeiten, aber auch, um bereits Weichen für die Weiterarbeit zu stellen.

Schließlich muss überlegt werden, wie der ehemalige Kirchenraum und die Empore am besten in Nutzungszonen aufgeteilt werden. Auch wollen Stadtkirchengemeinde und Diakonisches Werk weiter um Hilfe bitten: Sachspenden werden derzeit nicht benötigt, aber Geld. Denn als erstes werden eine große Kühlzelle und weitere Kühlgeräte gebraucht, um die Lebensmittel lagern zu können. Die bei dem Feuer verbrannte Kühlzelle hatte allein rund 14 000 Euro gekostet. Aber auch Mobiliar wird benötigt.

(red)
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