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Schlichten statt richten: Neu-Isenburg hat zwei neue Schiedspersonen

Von Sie überzeugt mit weiblicher Intuition und Sensibilität. Er bringt den kühlen Blick des Juristen mit. Zusammen sind sie stark – und wollen ihre Kompetenzen nutzen, um in der Hugenottenstadt künftig zu helfen, Konflikte zu lösen.
Bürgermeister Herbert Hunkel (von links), die neuen Schiedspersonen Manfred Willems und Annette Cantré, Amtsgerichtspräsident Stefan Mohr sowie Erster Stadtrat Stefan Schmitt stellten sich am Rathaus einem Foto. Bürgermeister Herbert Hunkel (von links), die neuen Schiedspersonen Manfred Willems und Annette Cantré, Amtsgerichtspräsident Stefan Mohr sowie Erster Stadtrat Stefan Schmitt stellten sich am Rathaus einem Foto.
Neu-Isenburg. 

Es sind jene Dinge, die unbeteiligte Menschen eher meiden oder verdrängen: Zoff unter Nachbarn, Nötigung, Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Beleidigung oder Sachbeschädigung. Doch genau solche Sachen dürften Annette Chantré und Manfred Willems künftig für einige Stunden in der Woche beschäftigen. Von Amts wegen, denn Chantré und Willems sind die neuen Schiedspersonen in Neu-Isenburg.

Schon am 7. März schlug die Stadtverordnetenversammlung die beiden nach einer intensiven Kandidatensuche vor. Nun erhielten sie vom Offenbacher Amtsgerichtspräsidenten Stefan Mohr persönlich ihre amtliche Bestellung für die fünfjährige Amtszeit. Annette Chantré tritt die Nachfolge von Holger Castrian an, Manfred Willems wird als stellvertretender Schiedsmann Werner Ludwig Schickedanz ablösen.

Wichtige Instanz

Holger Castrian und Werner Schickedanz wurden nach Auskunft der Stadt am 17. April 2013 in ihr Amt ernannt und standen für eine zweite Amtszeit aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) dankte beiden „für diesen Einsatz, bei dem sie viel dazu beigetragen haben, Streitigkeiten in Neu-Isenburg zu schlichten“. Das Schiedsamt sei eine wichtige Instanz, so Hunkel. Alle Privatklagen würden von den Gerichten zunächst an die Schiedsämter verwiesen. Umso wichtiger sei es, die richtigen Menschen für diese Arbeit auszuwählen.

Die Gebühren niedrig halten

Schiedspersonen dürfen nicht richten, sondern nur schlichten. Das heißt, eine Schiedsperson kann keine Strafen verhängen, sondern allenfalls einen Schadensausgleich oder auch eine

clearing

Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben als Justiziar im vergangenen Jahr kommt die neue Aufgabe im Schiedsamt genau zum richtigen Zeitpunkt für Manfred Willems. Er habe ohnehin vorgehabt, sich ehrenamtlich zu betätigen. „Über die Jahre haben wir als Familie die Stadt mit ihrem Engagement für die Bürger außerordentlich zu schätzen gelernt. Wir fühlen uns hier wohl, und daher ist es mir ein Anliegen, auch etwas zurückzugeben,“ sagt er.

Die richtige Kombination

Ähnlich sieht es Annette Chantré, die allerdings noch nicht im Ruhestand ist, sondern seit vielen Jahren ein kleines Familienunternehmen leitet. Sie beschreibt sich als „eine Frau mit Lebenserfahrung, Einfühlungsvermögen und Verhandlungsgeschick – wie geschaffen für dieses Amt“.

Sie konnte mit ihrem Kollegen bereits ihrem Vorgänger Manfred Willems bei zwei Fällen über die Schulter schauen und einen zweitägigen Lehrgang des Bundes Deutscher Schiedsmänner besuchen. Das Thema Meditation interessiere sie sehr, sagt die Ur-Neu-Isenburgerin und ergänzt: „Ich bin mir sicher, dass Herr Willems als Jurist mit der entsprechenden Nüchternheit und ich als Frau mit weiblicher Intuition die richtige Kombination bilden.“

Die Sprechzeiten der neuen Schiedspersonen sind jeweils Donnerstag zwischen 9 und 12.30 Uhr im Zimmer B 4.03, 4. Stock, im Isenburger Rathaus. Termine können auch nach telefonischer Absprache unter (0 61 02) 2 41-7 52 vereinbart werden.

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