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Am Forsthaus: Neue Haltstelle in Gravenbruch wird barrierefrei

Von Um die Bushaltestelle innerhalb der Straßenschleife „Am Forsthaus Gravenbruch“ barrierefrei gestalten zu können, muss sie verlegt werden. Einige Anwohner befürchten deshalb längere Fußwege. Doch wie in der jüngsten Sitzung des Gravenbrucher Ortsbeirats deutlich wurde, dürften die Vorteile der Verlegung der Haltestelle überwiegen.
Genau an der Stelle, wo sich hier der aus der Straßenschleife „Am Forsthaus Gravenbruch“ ausfahrende Bus befindet, wird die neue Haltestelle eingerichtet. Bilder > Genau an der Stelle, wo sich hier der aus der Straßenschleife „Am Forsthaus Gravenbruch“ ausfahrende Bus befindet, wird die neue Haltestelle eingerichtet.
Neu-Isenburg. 

Die geplante Verlegung der Bushaltestelle von der Mitte der Straßenschleife „Am Forsthaus Gravenbruch“ an deren Ende hatte bei einigen Bewohnern für Aufregung gesorgt. Insbesondere gehandicapte Anwohner monierten den künftig weiteren Fußweg zur neuen, dann aber barrierefreien Haltestelle. Die Planer vom beauftragten Büro Köhler und Taubmann (VKT) aus Frankfurt hatten die Notwendigkeit der Verlegung bereits dem Magistrat als auch dem städtischen Bauausschuss schlüssig begründet. Auch der Gravenbrucher Ortsbeirat gab seine einhellige Zustimmung, dennoch kam diese Sache nun erneut auf die Tagesordnung des Gremiums.

„Wir wollen Ihren durchaus nachvollziehbaren Unmut nicht einfach übergehen oder gar niederbügeln, sondern die Gründe für die notwendige Verlegung der Haltestelle noch einmal im Detail erläutern“, wandte sich Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) an die recht vielen Besucher der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats.

Zwei Buchten benötigt

Um alle Anforderungen für eine barrierefreie Bushaltestelle – und damit einhergehend auch eine Förderung seitens des Landes Hessen – zu erfüllen, bedarf es einer Länge von 88,70 Metern für eine Haltebucht. In Gravenbruch werden jedoch zwei solcher Haltebuchten benötigt, da dort auch Ruhepausen für die Busfahrer abgehalten werden. Die bisherige Haltestelle liegt jedoch in einer recht engen Kurvenführung, die einen solchen geforderten geraden Straßenverlauf in dieser Länge nicht aufweist. Deshalb wurde der Planer Hendrick Ilcken zur Ortsbeiratssitzung eingeladen, um den Bürgern die Problematik nochmals zu erläutern.

Ilcken verwies insbesondere auf die Anforderungen des Spaltmaßes, das auf die gesamte Länge der Haltestelle gewährleistet werden müsse. „Dies ist in einem Kurvenbereich nicht so einfach machbar“, zeigte der Verkehrsplaner die Problematik auf. Nur durch den Zukauf von rund 300 Quadratmetern des angrenzenden Privatbesitzes wäre eine Realisierung an bisheriger Stelle dennoch möglich gewesen – doch das Ansinnen der Stadt Neu-Isenburg wurde abgelehnt.

„Wir haben dem Eigentümer einen Preis von 460 Euro pro Quadratmeter gemäß aktuellem Bodenrichtwert geboten und nach Ablehnung sogar ein Geländetausch angeboten“, berichtete der Rathauschef von mehreren erfolglosen Bemühungen seitens der Kommune.

Nun wird die neue und barrierefreie Haltestelle doch am Ende der Straßenschleife errichtet. „Dies hat den Vorteil, dass der Radius des Einzugsbereichs einer Haltestelle, der mit 300 Metern veranschlagt ist, noch mehr Anwohnern für eine kurze Fußläufigkeit zugute kommt“, betonte Hendrick Ilcken. Der Radius der bisherigen Haltestelle reiche weit in den rückwärtigen Wald hinein, wo ohnehin kaum jemand wohne. Künftig kämen rund 230 Bewohner mehr in den Vorteil eines noch kürzeren Fußweges zum Bus.

Während der Errichtung der neuen Bushaltestelle soll auch die Zuwegung barrierefrei gestaltet werden, dies betrifft insbesondere den Einmündungsbereich der Straßenschleife. Das dort befindliche Drängelgitter wird verschwinden, dafür ein barrierefreier Fußgängerüberweg mit taktilem Leitsystem für Sehbehinderte geschaffen. Ferner wird der Bürgersteig auf die erforderliche Breite von 1,50 Metern erweitert.

Parkplätze werden verlegt

Aber auch für die Autobesitzer gibt es eine frohe Botschaft. Es fallen keine Parkplätze weg, denn nach dem Rückbau der bisherigen Bushaltestelle können dort Parkflächen eingerichtet werden. Allerdings wird in der Zeit des Neubaus der Haltestelle der Parkdruck erst einmal größer werden, denn dann stehen die dort entfallenden Stellflächen zunächst nicht mehr zur Verfügung.

Im Ortsbeirat fragte ein Besucher, weshalb man den ganz in der Nähe der künftigen Haltestelle befindlichen Bushalt an der Straße „Am Forsthaus Gravenbruch“ nicht komplett entfallen lassen könnte, um dort weitere Parkflächen einzurichten. Dies wurde jedoch sowohl vom Planer als auch vom Stadtbusbetreiber Stadtwerke, vertreten durch den Geschäftsführer Kirk Reineke, mit Blick auf die künftige Entwicklung als nicht realisierbar abgelehnt.

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