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Rohbau im Alten Ort: Neues Leben für den Grünen Baum in Neu-Isenburg

Von Mit dem Deutschen Haus muss sich die Hugenottenstadt dieser Tage von einem Stück Geschichte verabschieden. Auch eine andere Traditionsgaststätte im historischen Ortskern wäre fast ein Opfer der Abrissbirne geworden. Doch nun kommt alles anders – und für Bürgermeister Herbert Hunkel erfüllt sich ein Herzenswunsch.
Der „Grüne Baum“ ruhte lange im Dornröschenschlaf, soll aber nach umfangreichen Sanierungsarbeiten Anfang 2019 im alten Glanz seine Pforten wieder öffnen. Foto: Michael Forst Der „Grüne Baum“ ruhte lange im Dornröschenschlaf, soll aber nach umfangreichen Sanierungsarbeiten Anfang 2019 im alten Glanz seine Pforten wieder öffnen.
Neu-Isenburg. 

Die Gastwirtschaft „Zum Grünen Baum“ gehört seit vielen Jahrzehnten als beliebter Blickfang im Alten Ort zu den Wahrzeichen der Stadt Neu-Isenburg. Nachdem das Fachwerkhaus bereits mehrfach kurz vor dem Abriss gestanden hatte und seit fünf Jahren leer stand, zeichnete sich mit der Übernahme durch den Eschborner Investor Saša Gnjatovic im Januar 2017 endlich Hoffnung ab für das Traditionslokal der Hugenottenstadt. Mittlerweile ist Gewissheit geworden, dass der „Grüne Baum“ schon bald in neuem Glanz erstrahlen und seine Pforten öffnen wird, wie Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) und Gnjatovic berichten. Denn nach einigen Schwierigkeiten im Tiefbau, die der felsige Untergrund den Planern und Bauarbeitern bereitete, steht nun der Rohbau für das Bauvorhaben im Alten Ort, das auch unter dem Namen „Hugenottencarré“ geführt wird.

Fachwerk bleibt erhalten

Die guten Nachrichten: Das Hauptgebäude mit seiner charakteristischen Fassade zum Marktplatz bleibt erhalten – und eine „in Isenburg bekannte Gastronomin“ (Hunkel) wurde als Pächterin für den traditionsreichen Gastronomiebetrieb „Zum Grünen Baum“ gefunden. Die Vertragsverhandlungen stehen nach Worten Gnjatovic kurz vor dem Abschluss.

Der bisher letzte Pächter hatte die Gaststätte unter dem Namen „Bistro 77“ mit kulinarischer elsässischer Ausrichtung bis Ende April 2013 geführt und war schließlich gescheitert. Das neue gastronomische Konzept solle nun wieder zurück in Richtung Apfelwein-Wirtschaft mit gutbürgerlicher Küche gehen, deutete Gnjatovic an, Details würde die zukünftige Pächterin aber noch bekanntgeben.

Rechts vom „Grünen Baum“ wird moderner Wohnraum entstehen. Grafik: Unternehmen PlanBar Ingenieurbüro GmbH Bild-Zoom
Rechts vom „Grünen Baum“ wird moderner Wohnraum entstehen. Grafik: Unternehmen PlanBar Ingenieurbüro GmbH

Bezugsfertig sei der neue „Grüne Baum“ dann Ende Dezember und werde im ersten Quartal des nächsten Jahres eröffnen können. Für den Außenbetrieb der Gaststätte werde ein kleiner Innenhof angelegt, wie eh und je überschattet von dem namensgebenden, großen Baum, der die Bauarbeiten trotz zwischenzeitlicher Bedenken einiger Isenburger gut geschützt überstanden hat.

Erhalt als Herzenssache

Bürgermeister Hunkel machte deutlich, dass ihm der Erhalt der Traditionsgaststätte ein Herzensanliegen sei: „Ähnlich wie das Deutsche Haus steht auch der ,Grüne Baum‘ nicht unter Denkmalschutz. Dass wir den Bestand nun erhalten können und jetzt sogar eine bekannte Pächterin das Haus übernimmt, ist vor allem der Verdienst von Saša Gnjatovic.“ Der sei während der gesamten Phase „immer gesprächsbereit“ geblieben und habe mit seinen guten Ideen dazu beigetragen, dass sich der Neubau harmonisch einfüge. Das gelte auch für die sich anschließende Wohnbebauung, die Mitte nächsten Jahres fertig sein soll. Insgesamt entstehen zwei Stadthäuser mit zwei Wohneinheiten im Nollgässchen 2 und 4 sowie ein Wohnhaus mit sechs Wohneinheiten in der Hirtengasse 5. Für die nötigen Stellplätze wurde eine Tiefgarage gebaut.

Die „gute Stube der Stadt“ zog viele Promis an

Für Bürgermeister Herbert Hunkel ist der „,Grüne Baum’ schon immer eine Neu-Isenburger Institution gewesen“. Vielen sei der Ort mit guten Erinnerungen, etwa an Familienfeste, verbunden.

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Hier können dann auch die Autos der künftigen Bewohner des Marktplatzes 3 parken, hier entstehen vom gleichen Planungsbüro noch einmal drei Wohnungen. Die Tiefbauarbeiten haben bereits begonnen. Dies war erst nach Abschluss der Arbeiten im Nollgässchen und in der Hirtengasse möglich, denn auf der bislang freien Fläche stand der Kran, der für die Arbeiten in der ersten Bauphase zum Einsatz kam. Die gesamte Investionssumme für das Projekt bezifferte Gnjatovic auf etwa acht Millionen Euro.

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