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Neubaugebiet Leimenkaute: Petri-Haus: Hingucker der bizarren Art

Das Wohnhaus der einstigen Gärtnerei vor den Toren der Gemeinde Egelsbach bietet einen ungewöhnlichen Anblick. Die Erklärungen liegen im Vorkaufsrecht der Besitzer-Familie und einem besonderen Bestandsschutz.
Wirft Fragen auf: Das Petri-Haus. Foto: Leo F. Postl Wirft Fragen auf: Das Petri-Haus.
Egelsbach. 

Wenn man derzeit auf der B 3 von Langen gen Darmstadt fährt, dann taucht im Landschaftsbild kurz vor Egelsbach eine recht ungewöhnliche Kulisse auf. Was nach einer Pionier-Situation in den Weiten von Kanadas Norden aussieht, stellt sich jedoch ganz anders dar. Es ist nämlich genau umgekehrt. Das einzig dort stehende Haus ist nicht das erste, sondern das einzig übrig gebliebene Gebäude nach den vorbereitenden Arbeiten für das Egelsbacher Neubaugebiet „Leimenkaute“.

Wie ein einsamer Fels

Wie ein Fels inmitten einer verwüsteten Landschaft aus entwurzelten Bäumen, aufgehäuften Erdmassen und tiefen Gräben steht das „Petri-Haus“ einsam – und scheinbar verlassen – da. Es ist das Wohnhaus der einstigen Gärtnerei Petri. Doch wie kommt es zu dieser ungewöhnlichen Situation?

Das Gebäude und auch das verbleibende Restgrundstück – von den Grundstücken wird ein Teil für die Erschließung abgezogen – genießen einen besonderen Bestandsschutz, den die Familie Petri mit der Gemeinde Egelsbach ausgehandelt hat. Die Besitzer-Familie hat sich nämlich ein Vorkaufsrecht gesichert – und wenn sie es in Anspruch nimmt, dann kann auch das Haus so weiter stehen bleiben. Doch wird das Vorkaufsrecht nicht in Anspruch genommen, bleibt es dem neuen Käufer überlassen, was damit passiert.

In diesem Falle wäre die Gemeinde Egelsbach wieder als Erster am Zug. „Das sieht zwar derzeit recht ungewöhnlich aus, ist aber alles gesetzlich geregelt“, bestätigt Egelsbachs Bürgermeister Jürgen Sieling. Die Kommune könne niemanden zum Verkauf zwingen. Somit hätte es nur eine Möglichkeit über ein Enteignungsverfahren gegeben, was zeitaufwendig gewesen wäre.

Tiefe Gräben

So wurden die Planungen für die Erschließung dem Bestandsschutz angepasst und tiefe Gräben für die Kanalisation, Strom-, Gas- und Wasserversorgung umzingeln förmlich das Haus. Ähnliches gilt auch für das Grundstück der Werkstatt von Hugo Parth. Da diese aber am äußersten Rand des Neubaugebietes liegt, ist die Situation dort weniger auffällig.

Das Wohngebiet Leimenkaute umfasst brutto rund 3,7 Hektar Land. Davon werden 2,8 Hektar Nettobaufläche ausgewiesen. Auf den 63 Grundstücksparzellen soll Wohnraum für rund 350 Menschen entstehen.

(lp)

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