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Zwischen Frankfurt und Darmstadt: Radschnellweg: Was ist die beste Route?

Soll der Radschnellweg zwischen Frankfurt und Darmstadt entlang der Bahnlinie oder durch Wohngebiete und Innenstädte verlaufen? Daran scheiden sich die Geister. Vielleicht sind sogar beide Varianten möglich.
Radschnellweg. (Symbolbild) Foto: Frank Stefan Kimmel Radschnellweg. (Symbolbild)
Kreis Offenbach. 

Mit dem Bau einer Rad-Direktverbindung von Frankfurt nach Darmstadt will das Land Hessen den Anteil des Radverkehrs in der Rhein-Main-Region steigern. Der circa 30 Kilometer lange Radschnellweg wird von Frankfurt aus über Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach und Erzhausen nach Darmstadt geführt. Die betroffenen Kommunen beabsichtigen dazu einen gemeinsamen Förderantrag. Das hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium fördert das Projekt mit bis zu 80 Prozent der Kosten. Die darüber hinausgehenden Ausgaben sind von den Kommunen zu tragen. Für das Vorhaben sind rund 8,5 Millionen Euro veranschlagt, darin sind die Kosten für Grundstückskäufe, Ausgleichsmaßnahmen und Beschilderung noch nicht eingerechnet.

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Als Träger für die Planung und den Bau des Rad-Direktverbindung wurde die Regionalparkgesellschaft Südwest beauftragt. Aufsichtsratsvorsitzender ist Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel. In einem ersten Schritt wird ein Handlungskonzept erarbeitet, das die Leistungen aufzeigt, die von den Kommunen bis zu einer für 2017 anvisierten Antragsstellung zu erbringen sind. Dem Gesamtvorhaben liegt eine Machbarkeitsstudie zugrunde, in der die zwei Hauptvarianten einer bahnnahen und einer siedlungsorientierten Trassenführung untersucht wurden. Zielgruppe für Radschnellwege sind vornehmlich Berufspendler, denen das Umsteigen vom Auto auf das Fahrrad erleichtert werden soll. Mit einer direkten Streckenführung, weniger Kreuzungen, guter Oberflächenbeschaffenheit und breiteren Wegen soll Radlern eine konstante Fahrgeschwindigkeit bei geringem Energiebedarf ermöglicht werden.

Gibt keine optimale Lösung

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Dreieich plädiert angesichts der zwei Möglichkeiten einer Streckenführung entlang der Bahn (Radschnellweg) und einem Routenverlauf durch Wohngebiete (Rad-Direktverbindung) für beide Varianten – und zwar nach dem Motto „Rad-Direktverbindung jetzt, Radschnellweg später“. Der ADFC verweist darauf, dass es aufgrund der Gegebenheiten keine optimale Route geben könne. Die Nord-Süd-Verbindung durch Sprendlingen sei die sicherere, zügigere und finanziell stärker geförderte Variante als ein Schnellweg entlang der Bahn, der unter Umständen 15 bis 20 Jahre auf sich warten lasse. Eine Rad-Direktverbindung durch Wohngebiete könne durchaus ein zügiges Vorankommen ermöglichen, wenn der Radverkehr dort aufgrund geeigneter Vorkehrungen Vorrang habe. Außerdem stelle sie mit Blick auf die bestehenden und geplanten Radwege eine ideale Ergänzung des Netzes dar.

Aus Sicht des Dreieicher ADFC-Vorsitzenden Bernd Kiefer dürfe nicht vergessen werden, dass über Jahrzehnte Investitionen in die Infrastruktur gleichbedeutend mit Straßenbau für den Autoverkehr gewesen seien. Trotzdem seien die Verkehrsprobleme nicht gelöst, erst recht nicht die innerstädtischen. „Hier ist ein Umdenken erforderlich, und der Radverkehr bietet hervorragende Möglichkeiten zur Entlastung unserer Innenstädte“, so Kiefer. Wer nun auf einen Radschnellweg entlang der Bahn als einzige Möglichkeit beharre und eine Routenführung durch Sprendlingen konsequent ablehne, erweise einer notwendigen Entwicklung des innerörtlichen Radverkehrs einen Bärendienst. Projekte zur Förderung des Radverkehrs, die das Radfahren sicherer, komfortabler und attraktiver machten und bei denen die Stadt nur ein Fünftel der Kosten zu tragen haben, sollten unbedingt umgesetzt werden. Der Radschnellweg müsse damit nicht vom Tisch sein.

Auch der ADFC Langen/Egelsbach meldet sich zum Thema Radschnellweg zu Wort. Die Diskussion um die Streckenführung sei mit dem Beschluss des Langener Stadtparlaments, dass diese nicht über die Heinrichstraße/Bahnstraße vorbei am neuen „Kundenmagneten“ verlaufen könne, in eine neue Phase getreten – wobei der Fahrrad-Club diese Entscheidung begrüßt. Nun dürfe es aber keinen Stillstand geben. Langen müsse sich positionieren und entscheiden, ob es die Trasse östlich oder westlich der Main-Neckar-Bahn bevorzugt.

Schnell und gefahrlos

Der ADFC Langen/Egelsbach hat klare Erwartungen an die Stadt: Sie müsse die Initiative ergreifen, die Förderung von bis zu 80 Prozent nutzen und baldmöglichst eine Entscheidung bezüglich der konkreten Trassenführung entlang der Bahn herbeiführen. Mit den überörtlichen Entscheidungsträgern und den Nachbarkommunen müsse Einvernehmen gesucht werden. Nördlich von Langen müssten eine gute Anbindung an die Innenstadt von Sprendlingen und gleichzeitig eine bahnnahe schnelle Querung der Gemarkung Dreieich einbezogen werden. Für Abschnitte im Wald und für Naturschutzgebiete sei die Regionalparkgesellschaft gefordert, die Einvernehmen mit Hessen Forst und den Naturschutzbehörden erreichen müsse. Entscheidend sei das Ziel einer schnellen und gefahrlosen Verbindung für Radler über größere Entfernungen.

(fnp)
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