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Wahl: René Rock kritisiert schwarz-grüne Landesregierung

Kinderbetreuung und Bildung im Allgemeinen und die frühkindliche Bildung im Besonderen sind für die FDP im Landtagswahlkampf zentrale Themen. Das unterstrich auch ein Besuch des FDP-Spitzenkandidaten René Rock in Mörfelden-Walldorf.
FDP-Spitzenkandidat René Rock (rechts) traf sich im Rahmen seiner „Kita-Tour“ mit Burkhard Ziegler, Erster Stadtrat, im Rathaus Walldorf. FDP-Spitzenkandidat René Rock (rechts) traf sich im Rahmen seiner „Kita-Tour“ mit Burkhard Ziegler, Erster Stadtrat, im Rathaus Walldorf.
Mörfelden-Walldorf. 

Im Rahmen seiner „Kita-Tour“ besuchte René Rock, der hessische FDP-Spitzenkandidat und Vorsitzende der Landtagsfraktion der Liberalen, auch die Doppelstadt. „Insbesondere das Thema frühkindliche Bildung liegt uns als FDP, aber auch mir ganz persönlich, am Herzen“, so Rock. Investitionen in diesen Bereich seien im höchsten gesellschaftlichen Interesse. Gerade hier würden für viele Kinder entscheidende Grundlagen für ihr weiteres Leben gelegt. Daher habe die FDP-Landtagsfraktion zum Thema mehrere Gesetzesentwürfe eingebracht, die aber leider im derzeitigen Hessischen Landtag keine Mehrheit gefunden hätten.

Rock hofft daher auf veränderte politische Verhältnisse nach der Landtagswahl am 28. Oktober. Seinen Aufenthalt in Mörfelden-Walldorf nutzte der FDP-Spitzenkandidat für den Besuch seiner 98. Kindertagesstätte im Rahmen seiner „Kita-Tour“: „Kitas sind für uns Bildungseinrichtungen“, so Rock. Zusammen mit Brian Röcken, örtlicher Stadtverordneter der FDP, informierte er sich in der evangelischen Kindertagesstätte in Walldorf. Im Anschluss stand ein Gespräch mit dem in der Doppelstadt für Kinderbetreuung zuständigen Dezernenten, dem Ersten Stadtrat Burkhard Ziegler (Freie Wähler), im Rathaus Walldorf auf dem Programm. „Ich begrüße es sehr, wenn sich Landespolitiker vor Ort informieren“, freute sich Ziegler über den Besuch aus Wiesbaden.

Ein zentrales Thema des Fachgesprächs war der Erziehermangel. Es fehlt in vielen Kindertagesstätten an Personal, so auch in Mörfelden-Walldorf. Nach Meinung Rocks erfahre die Arbeit der Erzieher bei weitem nicht die gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung, die sie eigentlich aufgrund ihrer Wichtigkeit verdient habe. Zudem dauere die Ausbildung zu lang, und sie müsse mehr an der Praxis orientiert werden. Der Beruf des Erziehers sei anspruchsvoll und anstrengend. Die Vermittlung von Sprach- sowie Sozialkompetenz sei im Kita-Alltag eine ganz wichtige und gleichzeitig schwierige Aufgabe. Beides betreffe übrigens in vielen Fällen sowohl Kinder mit als auch ohne Migrationshintergrund. Die Kitas in Hessen hätten je nach Region mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen.

Der FDP-Spitzenkandidat bedauerte, dass viele Erzieher vorzeitig ihren Beruf aufgeben würden. Das sei generell beklagenswert, aber erst recht vor dem Hintergrund, dass viele Kommunen händeringend nach Personal suchten. Die Förderung einer praxisorientierten Ausbildung könne dieser negativen Entwicklung entgegenwirken.

Ein zentraler Punkt für Rock und die FDP ist, dass die Steigerung der Qualität in der Betreuung wichtiger sei als die Beitragsfreiheit der Kitas. „Die Qualität der Betreuung hat für uns Priorität“, so Rock. Hier wurde er von Ziegler in seiner Sichtweise bestärkt. Viele Eltern wären bereit, für eine gute Betreuung für ihr Kind auch einen Beitrag zu bezahlen. In diesem Zusammenhang kritisierte Rock die amtierende schwarz-grüne Landesregierung scharf: „In Hessen wird viel zu wenig in frühkindliche Bildung investiert.“ Die in die Beitragsfreiheit in den Kindergärten für sechs Stunden pro Tag investierten Gelder wären laut Rock in einer Qualitätsoffensive in der frühkindlichen Bildung deutlich besser angelegt.

Burkhard Ziegler nutzte die Gelegenheit, um die Anliegen der Kommune gegenüber dem Land vorzutragen. „Wir kriegen vom Land viele Aufgaben zugeteilt, aber sind gleichzeitig strukturell unterfinanziert“, so der Erste Stadtrat. Er verwies hierbei insbesondere auf bayerische Kommunen, die im Vergleich zu hessischen Städten und Gemeinden deutlich mehr Geld vom Land zur Verfügung gestellt bekämen. Besonders belastend seien für jede Kommune die Betriebskosten einer Kita, weniger die Bauinvestition. Rock griff diesen Punkt auf. Er ergänzte, dass die Kommunen kaum an den Einnahmen der Einkommenssteuer partizipieren würden. Gleichzeitig hätten sie aber bei den Kitas, die vielen Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erst ermöglichten, die finanzielle Hauptlast zu tragen.

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