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Autofahrer behinderten Retter: Rettungsgasse blockiert: "So etwas noch nie erlebt"

Von Weil einige verantwortungslose Autofahrer die Rettungsgasse blockierten, konnten die Helfer einen Schwerverletzten auf der A 5 nur zu Fuß erreichen. Dabei wurden sie auch noch angepöbelt.
Weil einige Autofahrer nach dem Arbeitsunfall auf der A 5  die Rettungsgasse blockierten, gab es für die Rettungskräfte kein Durchkommen mehr. Weil einige Autofahrer nach dem Arbeitsunfall auf der A 5 die Rettungsgasse blockierten, gab es für die Rettungskräfte kein Durchkommen mehr.
Mörfelden-Walldorf. 

„Ich bin seit 46 Jahren bei der Feuerwehr aktiv, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Theo Herrmann. Der stellvertretende Stadtbrandinspektor war am Mittwochnachmittag mit seinen Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr Mörfelden auf der A 5 bei Weiterstadt im Einsatz. Dort war ein 49-jähriger Mann bei Bauarbeiten von einer Brücke fünf Meter in die Tiefe gestürzt und hatte sich dabei schwere Verletzungen zugezogen.

Nichts ging mehr

Neben der Polizei und zwei Rettungswagen wurde auch die Feuerwehr Mörfelden zu dem Unfall gerufen. Auf der Autobahn hatte sich in Fahrtrichtung Süden inzwischen ein Stau gebildet. „Zunächst war alles in Ordnung, und die wartenden Autos hatten eine Rettungsgasse gebildet, so dass die Autobahnpolizei, die Rettungswagen und auch kleines Fahrzeug von uns bis zur Einsatzstelle durchkamen“, berichtet Herrmann. „Doch dann meinten einige Schlaumeier, sie müssten hinter den Fahrzeugen her ebenfalls durch die Rettungsgasse fahren, um schneller durch den Stau zu kommen.“

Das ist zu beachten

Wer unterwegs ein Fahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn hört oder sieht, sollte zunächst die Geschwindigkeit drosseln und feststellen, aus welcher Richtung das Einsatzfahrzeug kommt, um schließlich

clearing

Dies führte dazu, dass die eigentlich den Einsatzfahrzeugen vorbehaltene Gasse ebenfalls bald verstopft war und drei große Wagen der Feuerwehr sowie ein dahinter befindlicher Notarzt nicht mehr bis zur Unfallstelle durchkamen. „Die Autos standen teilweise quer, gut 800 Meter vor der Einsatzstelle ging für uns gar nichts mehr“, schildert Herrmann. Also machten sich er und seine Kollegen mit Sack und Pack inklusive Sanitätsausrüstung zu Fuß auf den Weg.

„Und das nur, weil ein paar Zeitgenossen, die es einfach nicht kapieren wollen, die Rettungsgasse zufahren mussten“, ärgert sich der 59-Jährige. Letztlich seien es 20 bis 30 Autofahrer gewesen, die eine Kettenreaktion und damit ein Chaos ausgelöst hätten. Der Großteil der Verkehrsteilnehmer habe sich vernünftig verhalten, wenngleich es auch auf der Gegenfahrbahn aufgrund von Gaffern zu Behinderungen gekommen sei.

Übeltäter fotografiert

Doch damit noch nicht genug: Während die Feuerwehrleute zu Fuß zur Unfallstelle unterwegs waren, machten sie die Autofahrer in der Rettungsgasse auf ihr Fehlverhalten aufmerksam. „Daraufhin wurden wir ausgelacht oder bekamen zu hören: ,Das interessiert mich nicht’. Teilweise wurden wir sogar angepöbelt“ erzählt Herrmann. „Ich habe in dem Moment nicht gesagt, was ich gedacht habe, denn ich wollte die Situation nicht noch verschlimmern“, gibt er Einblick in sein Innenleben.

Nach einer halben Stunde kamen die Kräfte der Mörfelder Wehr endlich am Unglücksort an. „Zum Glück war in der Gegenrichtung zufälligerweise ein Notarzt an der Unfallstelle vorbeigekommen, der sich um den Verletzten kümmerte, bis der Rettungshubschrauber den Mann in ein Krankenhaus nach Frankfurt brachte.

Von etwa 30 besonders dreisten Autofahrern haben die Feuerwehrleute Fotos gemacht. Die Floriansjünger haben das Bildmaterial gestern an die Autobahnpolizeistation in Darmstadt geschickt. Unklar ist, ob dann wegen einer Ordnungswidrigkeit oder eines Straftatbestandes ermittelt wird. „Ich würde es sehr begrüßen, wenn ein solches Verhalten strafrechtliche Konsequenzen hätte“, sagt Herrmann.

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