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"Meerschweinchen in Not": Sie kümmert sich um Sorgenkinder

Der Verein „Meerschweinchen in Not“ zählt rund 200 Mitglieder. Da die bisherige Vorsitzende Karoline Neudert das Amt aus privaten Gründen nicht fortführen konnte, musste eine Nachfolgerin gefunden werden.
Judith Wagner ist stets damit beschäftigt, sich um Tiere zu kümmern. Archivfotos: Carmen Erlenbach Bilder > Foto: Carmen Erlenbach Judith Wagner ist stets damit beschäftigt, sich um Tiere zu kümmern. Archivfotos: Carmen Erlenbach
Kelsterbach. 

Mit Judith Wagner hat der Verein „Meerschweinchen in Not“ (MiN) seit wenigen Tagen eine neue Vorsitzende. Als Vorsitzende des Tierschutzvereins Kelsterbach ist sie für zwei Jahre in ein weiteres verantwortungsvolles Amt eingestiegen. Dabei liebäugelt Wagner seit zwei Jahren damit, sich im Alter von 62 Lenzen zurückzuziehen und auf den Ruhestand vorzubereiten. Es sei an der Zeit, die Arbeit Jüngeren zu überlassen. Aber was tun, wenn sich niemand findet? Diese Frage stellte sich auch bei der Jahreshauptversammlung des etwa 200 Mitglieder starken Vereins MiN. Dort hatte die bisherige Vorsitzende Karoline Neudert bekanntgegeben, dass sie aus privaten Gründen nach acht Jahren nicht mehr für dieses Amt kandidiere, dem Verein aber treu bleibe.

Ohne einen Vorstand hätte sich MiN auflösen müssen. „Das wäre schade gewesen“, so Wagner, zumal es dem Verein gelungen sei, auch viele junge Mitglieder an sich zu binden. So kam es, dass sich Wagner zur Kandidatur bereit erklärte und einstimmig in ihr neues Amt gewählt wurde.

Öffentliche Sitzungen

Doch warum wurden MiN und der Tierschutzverein nicht zusammengelegt? Jeder Verein ist eigenständig, hat seine eigene Satzung und ist separat im Vereinsregister eingetragen. Die Zusammenlegung beider Vereine hätte laut Wagner einen Rattenschwanz teurer rechtlicher Schritte nach sich gezogen. Darüber hinaus hätte sich für die Mitglieder von MiN ein „sehr verschwommenes Bild“ ergeben, da dieser Verein dank einer zweckgebundenen Erbschaft 50 000 Euro auf dem Konto habe. Für den Fall einer Fusion wären gewiss Gerüchte aufgekommen, dass dieses Geld nun für den Tierschutz anstatt für Meerschweinchen verwendet werde. So bleibe alles beim Alten, und es herrsche Ordnung.

Neudert habe den Verein MiN hervorragend aufgestellt und sehr viel für ihn getan, so Wagner. Ihrem Engagement sei zu verdanken, dass rund die Hälfte aller Aktiven junge Menschen seien.

Unter der neuen Führung stehen für MiN nun einige Umstrukturierungen an. So wird Wagner monatliche Vorstandssitzungen künftig öffentlich machen. Datum, Zeit und Ort können jeweils auf der Homepage von MiN unter www.meerschwinchen-in-not.de im Internet abgerufen werden. Die nächste und erste Vorstandssitzung unter der neuen Leitung ist am Donnerstag, 29. März, um 18.30 Uhr in der Gaststätte „Sportlertreff“ (Kegelbahn) in der Kirschenallee 65.

Als weiteres Novum wird die Aufnahmestation für Meerschweinchen vom Grundstück der bisherigen Vorsitzenden in das Tierschutzhaus in der Mörfelder Straße 36 verlegt – in den ersten Stock, wo sich das Domizil von MiN befindet. Dort werden die Tiere zum Übergang zunächst in Boxen gehalten. Um ein neues, flexibles und desinfizierbares Boxensystem als endgültige Lösung hat sich Wagner bereits gekümmert. „Bis es steht, werden wohl drei Monate vergehen“, so Wagner. Das Kleintierdomizil auf Neuderts Grundstück bleibe für Notfälle erhalten.

Getrennte Kassen

Als dritte Neuigkeit wird sich MiN künftig von seinem bewährten Konzept „Flammkuchen“, die er bei Veranstaltungen anbot, verabschieden, um nicht mit Neudert zu konkurrieren. Denn sie will sich mit einem eigens dafür angeschafften Mobil und öffentlichem Verkauf von Flammkuchen selbstständig machen. Somit werde MiN auf die Suche nach einer neuen Speise gehen, die der Verein künftig zu Veranstaltungen, etwa beim Altstadtfest, anbieten will.

Bei der Jahreshauptversammlung von MiN trat auch die neue Schriftführerin Svenja Lehmann in die Fußstapfen ihrer Vorgängerin Susanne Reuter, die ebenfalls nicht mehr kandidierte. Kassiererin Elke Klettke wurde im Amt bestätigt. Beisitzer sind Dieter Klettke und Simone Schneider.

Wagner kündigte für die Zukunft eine noch engere Kooperation von MiN mit dem Tierschutzverein an – nach wie vor mit getrennten Kassen. Jeder Verein bewahre seine Eigenständigkeit.

(red)

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