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Lichtspektakel: So war das Fackelschwimmen am Walldorfer Badesee

Von Das Fackelschwimmen war in diesem Jahr so gut besucht, dass die Würstchen wieder nicht reichten. Dabei waren schon mehr als im Vorjahr bereitgestellt worden.
Vorboten auf Silvester: Raketen über dem Badesee. Bilder > Foto: Leo F. Postl Vorboten auf Silvester: Raketen über dem Badesee.
Mörfelden-Walldorf. 

In der ersten Reihe sieht man am besten, dass wussten auch Felix und seine Schwester Lynn. Die beiden Geschwister wollten unbedingt zum Fackelschwimmen an den Walldorfer Badesee. Schon recht früh mobilisierten sie ihre Eltern, und dann ging es mit dem Fahrrad von Mörfelden hin zum Walldorfer Badesee. Dort findet nämlich seit vielen Jahren das Fackelschwimmen, organisiert von Tauchern aus der Doppelstadt und Vereinen aus der Umgebung, statt. Und das wollten der zehnjährige Felix und die fünfjährige Lynn diesmal aus nächster Nähe mitverfolgen.

Aber die beiden spekulierten auch darauf, vom angekündigten Nikolaus ein kleines Geschenk ergattern zu können. „Wenn die was wollen, dann radeln die auch mal bei Nacht durch die Gegend“, sagte Mama Renate Seipel, und Papa Edmund Seipel konnte da nur zustimmend nicken.

Das Fackelschwimmen am Walldorfer Badesee ist aus einer Gedächtnisveranstaltung zu Ehren von Manfred Fiedler entstanden. Der Gründer der Tauchergruppe am Walldorfer Badesee war als Techniker bei der Polizeihubschrauberstaffel am Flugplatz Egelsbach beschäftigt, und am 23. November 1979 stürzte bei einem Werkstattflug der Hubschrauber ab, und auch Manfred Fiedler kam ums Leben.

Ehemals hatten die Walldorfer Taucher das Fackelschwimmen in Bad Kreuznach besucht. Als dieses eingestellt wurde, kamen sie auf die Idee, selbst ein solches durchzuführen – und zwar zu Ehren des verlorenen Taucherkameraden Manfred Fiedler.

Recht warm und trocken

„So fing das bei uns an, dann kamen immer mehr Taucher aus befreundeten Vereinen aus der Umgebung dazu“, schilderte Volker Rauert, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Rettungsdienst Badesee Walldorf (IRBW) den Beginn einer Tradition. Bald fand das Fackelschwimmen das Interesse der Bevölkerung. Da auch immer Kinder zum Fackelschwimmen kamen, musste der Nikolaus erscheinen und ein paar Geschenke verteilen. Für die großen Gäste gab es Glühwein, Würstchen und Schmalzbrote. So war es auch diesmal wieder. Doch mit einem hatten die Mitglieder des IRBW nicht gerechnet: mit einem so großen Andrang. Denn das Wetter war für die Jahreszeit doch recht warm, zudem war es diesmal trocken.

Die Taucher bereiteten sich in der Rettungsstation des IRBW vor, die Helfer befestigten den „Schneemann“ auf dem Floß und legten noch ein paar „Feuerwerksbatterien“ darauf. Dann kamen sie auch schon mit ihren brennenden Fackeln aus dem Dunkel, bahnten sich einen Weg durch die vielen Besucher und ließen sich auf der schwimmenden Plattform nieder. Dort legten sie die großen Flossen an zogen die Reißverschlüsse der Neoprenanzüge bis zum Anschlag zu. Dann glitten sie ins Wasser und schwammen mit dem Schneemann-Floß in die dunkle Nacht.

Leck im Anzug

Von ihrem Logenplatz aus in der ersten Reihe verfolgen Lynn und Felix mit ihren Eltern die immer kleiner werdenden Lichter der Fackeln. „Ich glaube, jetzt sind sie drüben“, sagte Lynn und war nun gespannt, was passieren würde. Langsam kamen die Fackeln wieder näher, und ungefähr in der Mitte des Gewässers hielt die Fackelprozession an. Dann schossen erste Feuerwerksraketen in den nächtlichen Himmel – als Vorboten des Silvesterfeuerwerks. Da strahlten die Augen der Kinder, und es gab viel Applaus. Als die Taucher wieder an Land gingen, fror einer ganz besonders. „Irgendwo war was nicht dicht, das Wasser ist mir vom Hals in den Anzug gelaufen“, erklärte Martin Linke das kleine Malheur.

„Hallo, liebe Gäste, hier noch eine wichtige Mitteilung“, meldete sich Volker Rauert zu Wort. „Wir hatten wirklich mehr gebunkert als im Vorjahr, denn da wurden die Würstchen ja schon knapp, aber heute haben wir überhaupt keine mehr – nur noch Glühwein“, vermeldete der IRBW-Vorsitzende, versprach aber, im nächsten Jahr noch besser vorzusorgen. Dafür kündigte er eine schöne Überraschung für die Kinder an: „Gleich wird der Nikolaus mit dem Boot erwartet, der hat auch ein Geschenk für euch dabei.“ Dann erfasste auch schon der Lichtkegel das lautlos aus dem Dunkel auftauchende Boot, in dem ein winkender Nikolaus stand. Dieser war an Land bald von den vielen Kindern umringt, die alle auf ein kleines Präsent hofften. Mit strahlenden Augen und der Erinnerung an einen schönen Vorweihnachtsabend, radelten Lynn und Felix mit ihren Eltern wieder zurück nach Mörfelden.

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