Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Neu-Isenburg 20°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Spanischer Priester übernimmt Vertretung von Pfarrer Paul Nieder

Don Santiago del Cura Elena hat erneut die Vertretung von Pfarrer Paul Nieder in der Pfarrei Christkönig in Walldorf übernommen. Alexander Koch sprach mit dem Priester über seine Eindrücke in der deutschen Gemeinde.
Bereits zum 23. Mal vertritt Don Santiago del Cura Elena in der Pfarrei Christkönig in Walldorf Pfarrer Paul Nieder für mehrere Wochen. Bereits zum 23. Mal vertritt Don Santiago del Cura Elena in der Pfarrei Christkönig in Walldorf Pfarrer Paul Nieder für mehrere Wochen.
Mörfelden-Walldorf. 

Wie gefällt Ihnen Mörfelden-Walldorf?

DON SANTIAGO DEL CURA ELENA: Ich fühle mich sehr wohl. Die Menschen in beiden Stadtteilen haben mich von Anfang an gut und ausgesprochen freundlich aufgenommen. Im Verlauf der Jahre sind viele gute Kontakte entstanden. Ich erhalte auch nette Einladungen.

Wie beschreiben Sie Ihre Tätigkeit?

DEL CURA ELENA: Im Kern mache ich die gleiche Arbeit wie sonst in Burgos. Das heißt, ich übernehme auch in Mörfelden-Walldorf für einige Wochen die vielfältigen Aufgaben eines Priesters. Hierzu zählen die Gottesdienste, Trauerfeiern, Hochzeiten, Taufen oder Krankensalbungen. Am Samstag gibt es die Möglichkeit, bei mir eine Beichte abzulegen. Zudem stehen wir Menschen in Not immer bei. Beistand und Trost für Angehörige, die geliebte Menschen verloren haben, ist hierbei besonders wichtig.

Welche Unterschiede sehen Sie zwischen den Gläubigen in beiden Ländern?

DEL CURA ELENA: Ein wichtiger Unterschied ist, dass die katholische Kirche in Spanien immer noch klar dominierend ist, auch wenn die religiöse Vielfalt zugenommen hat. Deutschland ist religiös sehr viel unterschiedlicher. Daher ist der ökumenische Gedanke in Deutschland stärker präsent. Der Anteil der Kirchgänger ist nach meinem Eindruck in der spanischen Bevölkerung höher als in Deutschland. Allerdings zeigt auch in Spanien die Tendenz nach unten, da zunehmend weniger junge Menschen in den Gottesdienst gehen, das ist in beiden Ländern ähnlich. In Deutschland fällt mir noch auf, dass die katholische Kirche sehr gut organisiert ist und ihre Tätigkeitsbereiche und Aufgabenfelder klar strukturiert sind. Unter Priestermangel leiden beide Länder. Daher wird sowohl in der deutschen als auch in der spanischen katholischen Kirche lebendig und kontrovers über den Zölibat diskutiert.

Welchen Einfluss hatte die Wirtschaftskrise auf den Glauben der Menschen in Spanien?

DEL CURA ELENA: Das ist sicher von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie man mit so einer Krise umgeht. Insgesamt jedoch führte die Krise häufig zu wachsender Solidarität. Zudem hilft die Caritas vielen Menschen in Not. Die katholische Kirche ist hier in der Krise ihrer sozialen Verantwortung absolut gerecht geworden. Eine vergleichbare Kirchensteuer wie in Deutschland gibt es zudem in Spanien nicht. Daher gibt es in Spanien auch keine Kirchenaustritte zwecks Steuerersparnis.

Wie beurteilen Sie die drei Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und den amtierenden Papst Franziskus? Was sollte die Rolle des amtierenden Papstes und der katholischen Kirche sein?

DEL CURA ELENA: Meines Erachtens überwiegen zunächst mal die Gemeinsamkeiten zwischen den drei Päpsten. Alle drei waren glaubwürdige Verkünder der frohen Botschaft unserer Religion. Johannes Paul II. war zweifellos eine ganz besondere theologische und auch politische Führungspersönlichkeit. Er war zudem 1978 noch ein recht junger Papst, weshalb er ein langes Amtszeit Pontifikat hatte, in dem er viel bewegen konnte. Das gilt gerade für den Kalten Krieg mit dem erfolgreichen Eintreten des Papstes gegen totalitäre Systeme im damals kommunistischen Osteuropa. Benedikt XVI. ist ein exzellenter Theologe. Viele seiner herausragenden Predigten werden zeitlos bleiben. Zudem hat er sich auch Philosophen wie Jürgen Habermas zu intellektuellen Diskursen auf sehr hohem Niveau gestellt. Franziskus ist in erster Linie ein Seelsorger. Seine Nähe zu den Menschen ist das, was wir als katholische Kirche brauchen und verkörpern müssen. Sein Einsatz für die Armen und Bedürftigen – im Besonderen auch für geflüchtete Menschen – ist sehr wichtig. Er hat hier die notwendige Sensibilität und Empathie. Wir müssen offen sein für die Menschen und ihre Fragen und hierbei die Gegenwärtigkeit von Gott vermitteln. Dafür steht für mich Franziskus, er setzt für seine Zeit die richtigen Schwerpunkte.

Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse