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Wenn’s brennt, nach unten flüchten: Stadtbrandinspektor Stefan Werner: Alle Hochhäuser haben Sicherheitstreppenhäuser

Von In der Hugenottenstadt gibt es 29 Hochhäuser und die sind nach den modernsten Brandschutzbestimmungen gedämmt. Bei Fragen hilft die Feuerwehr weiter.
Das Hochhaus der Gewobau in der Richard-Wagner-Straße 42-44 ist nach den modernsten Brandschutzbestimmungen gedämmt. Das Hochhaus der Gewobau in der Richard-Wagner-Straße 42-44 ist nach den modernsten Brandschutzbestimmungen gedämmt.
Neu-Isenburg. 

Die Bilder des verheerenden Brandes am Londoner Greenfell Tower gingen um die Welt. In dem lichterloh in Flammen stehenden Hochhaus haben 80 Menschen ihr Leben verloren – eine absolute Horrorvorstellung für die Bewohner von Hochhäusern auch bei uns. Die Untersuchungen in England haben inzwischen ergeben, dass die Hausfassade schuld daran war, dass das Feuer so immens schnell um sich gegriffen hat und den Menschen keine Chance zur Flucht gab.

„Auch bei uns haben nach dieser Geschichte Menschen angerufen, wie sie am besten aus Hochhäusern flüchten sollen, falls es brennt“, berichtete Stadtbrandinspektor Stefan Werner gestern. Dazu sagte er direkt, dass alle Isenburger Hochhäuser die Sicherheitstreppenräume haben.

Strenge Vorschriften

„Die Bewohner können über die Balkone ins Freie und in die Treppenhäuser. So bleibt das Treppenhaus im Brandfall rauchfrei. Auch die Vorstellung, nach oben zu flüchten und dann mit dem Helikopter gerettet zu werden, ist nicht sonderlich hilfreich. Das Ziel sollte es immer sein, nach unten zu flüchten“, betonte Stefan Werner.
 

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Die Gefahr, dass ein komplettes Hochhaus in Isenburg in Flammen stehe, sei sehr gering. Der Brandschutz und die dazu gehörigen Bedingungen seien in Deutschland klar geregelt. Für Hochhäuser gelten dabei besonders strenge Vorschriften. Das sei auch in Neu-Isenburg so, wo es 29 Hochhäuser, die meisten davon in Gravenbruch, gibt. „Bis 1984 gab es noch keine Richtlinien, aber heute müssen Hochhäuser mit Mineralwolle gedämmt sein. Das entspricht der Brandschutzklasse 1 A. Dieses Material ist nicht brennbar“, erklärte Dieter Burkard, Leiter der Abteilung Wohnungswirtschaft bei der Gewobau, die in Isenburg drei Hochhäuser in ihrem Eigentum hat (Richard-Wagner-Straße und zwei im Buchenbusch).

Auch die restlichen der insgesamt 2500 Gewobau-Wohnungen seien nach den modernen Brandschutzbestimmungen ausgerüstet. „Alle Häuser, die nicht als Hochhäuser gelten, also unter 22 Meter hoch sind, sind nach Richtlinie der Brandschutzklasse 1 B gedämmt, das sind dann Polystyrol-Platten. Das ist ebenfalls ein Material, das schwer entflammbar ist.“ Die Hochhäuser sind 2006 und 2009 nach den modernen Bestimmungen gedämmt worden.

Überprüfung alle fünf Jahre

Es ist nicht so, dass es in Neu-Isenburg keine Brände in Hochhäusern gibt: „Das letzte Feuer in einem Hochhaus war vor zwei Jahren in Gravenbruch. Aber da blieb das Feuer in einer einzigen Wohnung und hat nicht übergegriffen“, so der Stadtbrandinspektor weiter. Das Problem in London sei eine hinterlüftete Fassade gewesen. „Da ist durch den Hohlraum in der Fassade ein Kamineffekt entstanden. So hat sich das Feuer so schnell und weitflächig verteilt. Das ist in Deutschland nicht zulässig“, sagte Werner.

Dennoch haben die Geschehnisse in Großbritannien die Feuerwehr im Kreis Offenbach sensibilisiert. Eine Prüfung aller Hochhäuser und Großwohnanlagen gehört im Kreis sowieso alle fünf Jahre in das Programm des vorbeugenden Brandschutzes. „Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann hat angekündigt, jetzt alle Hochhäuser im Kreis noch einmal genau auf mögliche Gefahren zu untersuchen. Wir haben ihm jetzt die Daten unserer 29 Hochhäuser in der Stadt weitergeleitet“, erklärte Bürgermeister Herbert Hunkel.

Wer trotzdem noch Fragen zur Sicherheit und Brandschutz im Hochhaus hat, kann sich mit seinen Fragen direkt an die Freiwilligen Feuerwehren Neu-Isenburg und Zeppelinheim wenden: Unter der Telefonnummer (0 61 02) 74 23 70 hilft Stadtbrandinspektor Stefan Werner weiter.

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