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Dreieich: Sternsinger besuchen das Rathaus

Von „Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit“ lautet das Motto der diesjährigen Sternsingeraktion. Zum Auftakt besuchten die Sternsinger gestern das Dreieicher Rathaus.
Sternsinger im Dreieicher Rathaus Sternsinger im Dreieicher Rathaus
Dreieich. 

Im Foyer des Rathauses in Sprendlingen sitzen zahlreiche Bürger vor dem Bürgerbüro. Sie warten auf den dezenten Gong, der anzeigt, dass ein Platz in der behördlichen Einrichtung frei geworden ist. Rasch der Blick auf den Bildschirm, auf dem die Nummer desjenigen erscheint, der als nächster eintreten darf. Das ist der alltägliche Gang der Dinge, doch gestern Vormittag war alles anders: Eine Schar buntgekleideter junger Menschen strömte in die kleine Halle, vorbei an den wartenden Bürgern, die diesen Aufmarsch interessiert verfolgten.

Natürlich, da war doch was: Anfang Januar sind die Sternsinger unterwegs, und die eröffneten die diesjährige Aktion im Rathaus der Stadt, wo sie von Stadtrat Heinz-Georg Stöhs (SPD) in Vertretung von Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) und Martin Burlon (parteilos) begrüßt wurden. Stöhs hob hervor, dass er diese Aktion speziell für Kinder begrüße und es für wichtig erachte, dass sie sich gegen Kinderarbeit richte und dafür sorgen solle, „dass Kinder die Chance erhalten, zu Bildung zu kommen“. Denn einzig diese sei es, die dazu beiträgt, dass Kinder nicht in Armut abgleiten. Zugleich aber betonte Stöhs, dass nicht alles Kinderarbeit sei. „Wer zu Hause von seinen Eltern gebeten wird, mal mitzuhelfen, der sollte nicht mit dem Hinweis auf Kinderarbeit dagegen aufbegehren. Mal zu Hause mit anzupacken, das gehört einfach dazu.“

Sammelbüchsen raus

Die Abordnung der Sternsinger aus der katholischen Gemeinden St. Laurentius, welche die Aktion für die Stadtteile Sprendlingen und Buchschlag betreut, und St. Marien, die für Dreieichenhain, Götzenhain und Offenthal zuständig ist, hatte sich indes im Rathausfoyer aufgestellt, um einige Lieder aus ihrem Repertoire zu singen, etwa „Ihr sollt ein Segen sein“ und „Stern über Bethlehem“, und sich für die Einladung ins Rathaus zu bedanken. Damit werde ein Zeichen für Kinder in Not gesetzt, sagte einer der Sternsinger.

Ein anderer führte aus, dass mit dieser bundesweiten Solidaritätsmission, die in diesem Jahr unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ steht, jährlich rund 1500 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden. Getragen wird die Aktion vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen katholischen Jugend, die 1959 erstmals gestartet wurde. Seitdem sind mehr als eine Milliarde Euro an Spenden gesammelt worden, die in mehr als 71 700 Projekte für benachteiligte Kinder flossen.

In diesem Sinne hieß es auch im Dreieicher Rathaus: Sammelbüchsen raus. Doch die Schlitze der Sammelbehälter waren keineswegs groß genug, um die Spendenumschläge, die Heinz-Georg Stöhs im Namen des Magistrats und Stadtrat Günter Vogt (CDU) im Auftrag der Stadtverordnetenversammlung bereithielten, aufzunehmen. Doch das war kein Problem, denn auch die Kinderhände waren dankbare Empfänger.

Haushalte besuchen

Letzter Akt der Sternsingeraktion im Rathaus war schließlich das Anbringen der Segensinschrift über die Rathaustür. Diese Aufgabe übernahm Philip aus der St. Laurentius-Gemeinde. Flugs erklomm er die Stufen der bereits bereitgestellten Stehleiter, unterstützt von Stadtrat Stöhs, der die Leiter hielt, und umringt von der Schar der Sternsinger brachte er den Schriftzug an: „20 * C + M + B + 18“. Dabei stehen die Buchstaben C, M und B nicht für die Heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, sondern stehen für „Christus Mansionem Benedicat“. Das heißt: „Christus segne dieses Haus.“

Für die St. Laurentius ist Gemeindereferentin Susanne Mohr für die Organisation der Aktion zuständig. Dabei betreut sie etwa 15 bis 20 Kinder, mit denen das ganze Wochenende über rund 100 Haushalte besucht werden. Für St. Marien hat Christiane Schäfer diese Aufgabe übernommen. Vom 13. Januar an wird sie mit 35 Sternsingern, die in acht Gruppen aufgeteilt sind, etwa 190 Haushalte besuchen. Natürlich gibt es dabei auch immer wieder spaßige Situation, so Schäfer. Besonders in Erinnerung ist geblieben, dass im Rathaus einmal der Feuermelder losging – wegen des Weihrauchs, der aus den Gefäßen der Kinder aufgestiegen war.

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