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Stolperstein-Initiative beendet ihre Arbeit

Am Freitag, 15. August, ist es so weit: Um 15 Uhr wird der Künstler Gunter Demnig die letzten Stolpersteine in Langen verlegen. Auch eine Stolperschwelle wird angebracht werden.
Langen. 

Am Nachmittag des 15. August werden in Langen vor dem Langener Rathaus und in der Karlstraße Stolpersteine verlegt. Außerdem wird vor dem Alten Rathaus eine Stolperstelle zum Gedenken errichtet. Der Stein erinnert an Albert Kuntz, ein politisches Opfer der Nazis, dessen Leidensweg in der Langener Stadt begann. Im Alten Rathaus wurde er nach seiner Verhaftung 1933 von den Nazis „verhört“ und anschließend im Langener Gefängnis inhaftiert. Lange elf Jahre widerstand er den Repressalien der Nazis in verschiedenen Konzentrationslagern (KZ) bevor sie ihn im Januar 1945, kurz vor der Befreiung, im KZ Buchenwald ermordeten.

Schwelle für 42 Menschen

Die Stolperschwelle erinnert an 24 Frauen und 18 Männer, die zwischen 1934 und 1938 von den Nazis zwangssterilisiert wurden, weil sie nicht der Vorstellung der Nazis von einem „erbgesunden Menschen“ entsprachen. Anschließend wird in der Karlstraße 10 ein Stolperstein für Adolf Helfmann verlegt. Helfmann war im März 1943 verhaftet worden, weil er vor Arbeitskollegen Zweifel am „Endsieg“ geäußert hatte. Er starb in der Haft, weil man ihm notwendige Medikamente und Nahrungsmittel verweigerte.

Die Steine werden vom Künstler persönlich verlegt. Alle interessierten Langener Bürger sind eingeladen, der Verlegung beizuwohnen. Bürgermeister Frieder Gebhardt hat sein Kommen zugesagt und wird eine kleine Ansprache halten.

Mit dieser Verlegung wird die Arbeit der Stolperstein-Initiative zu Ende gehen. 87 Stolpersteine, eine Stolperschwelle und eine Gedenktafel werden dann in Langen an die Opfer der Nazis erinnern. 81 Steine gedenken der jüdischen Opfer; fast die Hälfte von ihnen wurde in den KZs ermordet. Vor dem Tod rettete viele in der damaligen Zeit nur die Flucht ins Ausland.

Zwei Steine und eine Tafel an der Friedhofsmauer erinnern an die zehn Langener, die im Rahmen des NS-Euthanasieprogramms umgebracht wurden. Vier Steine wurden für politische Opfer verlegt. Sie starben durch die Hände der Nazis.

Die politischen Opfer, die von den Nazis inhaftiert und misshandelt wurden, blieben bisher unberücksichtigt. Es waren einfach zu viele. Die Stolperstein-Initiative wird bei einem Treffen aller Aktiven im Herbst eine Bilanz ihrer Arbeit ziehen und mit einer kleinen Feier ihre Arbeit beenden.

Um Spenden wird gebeten

Zur Finanzierung der Stolpersteine und der Stolperschwelle werden noch weitere Spender gesucht. Der Betrag kann frei gewählt werden. Die Initiative freut sich über jede Art von Unterstützung, und jede Hilfe ist willkommen.

Wer finanzielle Unterstützung leisten möchte, überweist den gewünschten Betrag auf das Konto: 4 70 31 70 bei der Volksbank Dreieich, IBAN DE 10 50 59 22 00 00 04 70 31 70.

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