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Naturschutz: Stress für Natur: Menschen bevölkern an sonnigen Tagen den Mönchwaldsee

Von Auf die Situation am Mönchwaldsee angesprochen heißt es, Kontrollen rund um die Uhr seien nicht möglich. Regelmäßig rücken dort am Wochenende bei schönem Wetter Badelustige an, hinterlassen ihren Müll und bringen Unruhe in das Landschaftsschutzgebiet.
Das, was von einem schönen Wochenende am See übrigbleibt. Foto: Leo F. Postl Das, was von einem schönen Wochenende am See übrigbleibt.
Kelsterbach. 

Es ist wieder mal Wochenende und viele Menschen suchen ein Plätzchen, um sich zu erholen oder um sich zu vergnügen. Die Schwimmbäder sind voll, zudem kostet es dort Eintritt. Verwunschene, stille Orte in der Natur sind da viel reizvoller. Zu den besonders beliebten Alternativen zählt der Mönchwaldsee im Kelsterbacher Wald.

Obwohl dieser See, der einst aus einem Sand-Kiesabbau entstanden ist, mittlerweile unter besonderem Schutz steht, scheint dies kaum jemanden zu stören. Der Schutzgrad des Mönchwaldsees wurde, um eine Genehmigung der Landebahn Nordwest zu erreichen, vom einstigen „Naturschutzgebiet“ degradiert und in das Landschaftsschutzgebiet „Untermainschleuse“ integriert. Dennoch gilt ihm weiterhin besonderer Schutz, da insbesondere Wasservögel diesen See als Brutstätte oder auch Raststätte bei der Herbst- und Frühjahrsmigration nutzen.

Nistkasten liegt im Wasser

An sommerlichen Tagen ist jedoch zu beobachten, dass dieser See von vielen Menschen bevölkert wird. Ganz unbekümmert wandern Badefreuden suchende Zeitgenossen jeden Alters, beladen mit Decken und aufblasbaren Matratzen oder auch Booten, durch den Wald in Richtung Mönchwaldsee.

Einmal dort angekommen, gebärden sie sich wie im heimischen Vorgarten. Hängematten werden zwischen die Bäume gespannt, Decken zum Lagern ausgebreitet und sogar mobile Grills aufgestellt. Auf dem Wasser werden Haubentaucherfamilien mit Paddelbooten verfolgt und auseinander getrieben, von in den Bäumen angelegten Plattformen ins Wasser gesprungen. Auch der eigens angebrachte Nistkasten für Eisvögel liegt wieder einmal im Wasser.

Auf die Situation angesprochen, lässt die zuständige Untere Naturschutzbehörde über die Pressestelle des Kreises Groß-Gerau folgendes mitteilen: „Der Mönchwaldsee Kelsterbach liegt innerhalb des Landschaftsschutzgebiets „Untermainschleuse“. Alle Handlungen und Vorhaben stehen unter dem Vorbehalt, dass sie den in der Verordnung bezeichneten Schutzzielen nicht zuwiderlaufen dürfen. Es ist verboten, das Ufer des Mönchwaldsees außerhalb der angelegten Wege zu betreten, am Mönchwaldsee zu lagern, zu zelten oder zu grillen, im Mönchwaldsee zu baden oder zu tauchen oder den Mönchwaldsee zu befahren.“

Der Mönchwaldsee sei allerdings seit Jahren einem stetig wachsenden Freizeitdruck ausgesetzt, so die Untere Naturschutzbehörde weiter. „Jahr für Jahr treten Probleme mit Privatpersonen und Gruppen auf, die am Mönchwaldsee Party machen. Auch eine im Jahr 2015 durchgeführte Ortsbegehung mit dem Ordnungsamt Kelsterbach, dem Forstamt, der Unteren und Oberen Naturschutzbehörde und der Polizei haben zu keinem nachhaltigen Erfolg geführt.“ Weder die Ordnungsbehörde der Stadt Kelsterbach noch die Polizei Kelsterbach würden über eine entsprechende personelle Ausstattung verfügen, die es ermögliche, regelmäßig Kontrollen durchzuführen.

Die Untere Naturschutzbehörde ist gegenüber den Ordnungs- und Polizeibehörden nicht weisungsbefugt. So weit ihr Verstöße zur Anzeige gebracht werden und die notwendigen Informationen vorliegen (Personalien, Zeuge, Fotos), leitet die Untere Naturschutzbehörde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

Situation ist bekannt

Zur gleichen Anfrage bezüglich der Situation am Mönchwaldsee teilt Jochen Schaab von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit folgendes mit: „Die Situation am Mönchwaldsee in den Sommermonaten ist nicht unbekannt; sie wiederholt sich – je nach Witterung – jedes Jahr in unterschiedlicher Intensität.“

Auch an der naturschutzrechtlichen Situation habe sich nichts geändert, fährt er fort. Der Mönchwaldsee sei Teil des EU-Vogelschutzgebiets „Untermainschleuse“, das seit 2002 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist. „Vonseiten der Stadt Kelsterbach werden im Bereich des Mönchwaldsees die in ihrer Zuständigkeit liegenden Aufgabe erfüllt“, betont Jochen Schaab. Das bedeute vor allem die Überwachung des Parkraums und die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung.

Dabei müsse allerdings berücksichtigt werden, dass aufgrund der in diesem Aufgabenbereich tätigen Personen eine Rund-um-die-Uhr-Kontrolle nicht möglich sei.

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