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Werbetrommel gerührt: Tagesmütter dringend gesucht

Von Die eigenen Kinder in individueller und familienähnlicher Umgebung betreut zu wissen – immer mehr Eltern wünschen sich das. Doch die Nachfrage nach Tageseltern übersteigt in Dreieich deutlich das Angebot. Der in Langen ansässige Elternservice hat sich deshalb etwas einfallen lassen.
Beruf mit Herz: Der Bedarf an Tagesmütters ist groß.  Symbolbild: dpa Beruf mit Herz: Der Bedarf an Tagesmütters ist groß. Symbolbild: dpa
Dreieich. 

Die Gesichter glücklicher Kinder und ihrer zufriedenen Betreuer lächeln derzeit von großen Plakaten die Besucher einer Ausstellung im Dreieicher Rathaus an. Sie trägt den Titel „Wir lieben unsere Arbeit“ und ist Teil einer Aktion, mit der der Elternservice des Zentrums für Jung und Alt (Zenja) kräftig die Werbetrommel rührt. Zu sehen sind Bilder von Tagesmüttern und -vätern aus dem Westkreis Offenbach in ihrem Arbeitsalltag.

Zimmer wirbt für Aktion

„Wir wollen damit mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit für diese wichtige und anspruchsvolle pädagogische Arbeit schaffen“, sagt Monika Maier-Luchmann, die sich gemeinsam mit ihrer Kollegin Sabine Wagner seit mehr als 20 Jahren in der Kindertagespflege engagiert. „Es wäre schön, wenn wir dadurch Frauen und Männer anregen könnten, sich in diese Richtung beruflich neu zu orientieren.“ Der Elternservice bietet einen Rundum-Service von der Beratung über die Qualifizierung bis zur Vermittlung.

Auch Bürgermeister Dieter Zimmer setzt sich für die Aktion ein: „Tagesmütter sind ein wichtiger Baustein in der Kinderbetreuung.“ Die Stadt fördere deshalb seit Jahren den Elternservice, der Langen, Dreieich und Egelsbach abdeckt, sowie die Tagesmütterzentrale in Neu-Isenburg. Wie Sabine Wagner berichtet, sei die Nachfrage von Eltern riesig. „Das liegt auch daran, dass Frauen heute schneller wieder in den Beruf zurückkehren, früher war die Familienphase viel länger.“

Kompakte Ausbildung

Leider hielten sich Nachfrage und Angebot nicht die Waage. „Es gibt auch Familien, die jemanden zur Betreuung einstellen würden, aber sie finden keine verlässlichen Kräfte.“ Es gibt nicht genügend Bewerberinnen.

Dabei seien Tagespflegekräfte sozialversicherungsrechtlich besser abgesichert als früher und gesetzlich unfallversichert. Um Anreize zu schaffen, setzt der Elternservice unter anderem bei der Ausbildung an, die normalerweise ein Dreivierteljahr dauert. Am 20. September beginnt ein Kurs zur Grundqualifizierung in Langen, der bereits im Dezember abgeschlossen ist – allerdings mit der gleichen Stundenzahl von 160. Die Qualifizierung ist unerlässlich, um die gesetzlich vorgeschriebene Erlaubnis vom Jugendamt zu erhalten, in der Tagespflege arbeiten zu dürfen.

Wer sich für die Arbeit mit Kindern als Tagesmutter oder Tagesvater interessiert, kann sich die Ausstellung während der Rathaus-Öffnungszeiten ansehen. Monika Maier-Luchmann und Sabine Wagner sind am 12., 19. und 26. Juni von 10 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr persönlich da und beantworten Fragen. Interessierte können auch einen Bewerbungstermin vereinbaren: telefonisch unter (0 61 03) 2 30 33 oder per E-Mail unter elternservice@zenja-langen.de.

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