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Seifenkistenrennen in Mörfelden-Walldorf: Tollkühne Kinder in fliegenden Kisten

In der Doppelstadt wartet wieder der Wettbewerb mit Kultstatus auf erfindungsreiche Bastler und begeisterte Rennfahrer – diesmal gibt’s eine besondere Premiere.
Kinder bauen im Jugendzentrum Walldorf derzeit neue Vehikel für das Seifenkistenrennen der Jugendförderung am 2. Juni. Foto: Mara Paul Kinder bauen im Jugendzentrum Walldorf derzeit neue Vehikel für das Seifenkistenrennen der Jugendförderung am 2. Juni.
Mörfelden-Walldorf. 

Einfach reinsetzen und mit 30 Sachen die Bahnhofstraße in Mörfelden runterbrettern: Die Vorbereitungen für das dritte Seifenkistenrennen der städtischen Jugendförderung laufen auf Hochtouren. Das Wettrennen steigt am Sonntag, 2. Juni, um 10.30 Uhr. Gestartet wird vor dem Bahnhof in Mörfelden. Zuschauer können es sich entlang der etwa 300 Meter langen Strecke in der abfallenden, schnurgeraden Straße hinter schützenden Strohballen gemütlich machen.

Erstmals Profis am Start

Streetworker Philipp Gempe hat sich schon mal Wissenswertes entlocken lassen. Erstmals startet der Wettbewerb, bei dem Helmpflicht besteht, um 10.30 Uhr mit einem Bobby-Car-Rennen für die Jüngsten zwischen 4 und 8 Jahren auf einer flachen Teilstrecke. Die Kinder bringen ihre selbstgebauten Seifenkisten mit oder leihen sich eine im Organisationsbüro am Bahnhof. Um 12 Uhr startet die zweite Etappe mit Teilnehmern ab 8 Jahren. Außerdem gehen drei „Fun“-Klassen an den Start, deren Kisten keine speziellen Regeln erfüllen müssen, sondern lediglich Mindestvorgaben. Sie sind unterteilt in Junioren von 8 bis 12 Jahren, Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren sowie Senioren ab 18 Jahren.

Laut Gempe startet dieses Jahr erstmals eine Profiklasse mit Teilnehmern aus Rheinland-Pfalz, ganz Hessen und darüber hinaus. Etwa ein Dutzend Seifenkisten entsprechen den strengen Richtlinien des Deutschen Seifenkisten-Derby-Verbands. Keine Frage, dass die Profiklasse, die nochmals in fünf Klassen beispielsweise je nach Bereifung, Größe und Gewicht unterteilt ist, separat gewertet wird.

Die Siegerehrung mit Pokalen und Medaillen, die die Jugendförderung angeschafft hat, erfolgt vor dem Bahnhof gegen 16 Uhr. Bislang haben sich viele neue Teilnehmer angemeldet, darunter etwa die Hälfte Mädchen und Frauen. Weitere Interessenten können noch einsteigen, die Anmeldefrist endet am Mittwoch, 27. Mai. Formulare können unter www.seifenkistenrennen-moewa.jimdo.com heruntergeladen werden. Ferner nimmt der Streetworker sie auch per E-Mail an philipp.gempe@moerfelden-walldorf.de entgegen.

Im Jugendzentrum Walldorf werden derzeit 16 Seifenkisten mit Lenker und Bremse aufbereitet, die 2016 beziehungsweise voriges Jahr schon an den Start gegangen waren. Sie erhalten alle mit Pinseln und Farben neue Designs.

Fertige Bausätze

Außerdem befinden sich unter einem Pavillon auf dem Gelände des Jugendzentrums zurzeit weitere nagelneue Seifenkisten im Bau, an die die Kinder mittwochnachmittags mit von der Jugendförderung zur Verfügung gestellten Werkzeugen unter Gempes Aufsicht Hand anlegen. Freilich lasse sich eine Seifenkiste aus selbst zugesägten Teilen erschaffen. Das jedoch sei für die Kinder zu schwierig. „Wir jedoch benutzen ausschließlich fertige Bausätze“, so Gempe. So schrauben, werkeln und pinseln die Kinder denn, was das Zeug hält. „Wenn die Seifenkisten fertig sind, ist das ein Erfolgserlebnis für die Kids.“

Die Bausätze werden von der Jugendförderung mit verschiedenen Kooperationspartnern finanziert. Die fertigen Seifenkisten „parken“ nach dem Rennen dann bis zum nächsten Jahr unter anderem auf dem städtischen Bauhof.

Doch wie entstand eigentlich die Idee für Seifenkistenrennen? Philipp Gempe berichtet, dass er 2016 mit Besuchern des Jugendzentrums ein Tonstudio in einen alten VW-Bus eingebaut hat. Das Werkeln habe den Kindern derart viel Freude bereitet, dass schließlich auch Seifenkisten gebaut wurden. Und wo es durchschnittlich etwa 30 Kilo schwere Gefährte gibt, darf schließlich auch ein belustigendes Rennen nicht fehlen. So war die Idee für die jährlich durchgeführte Veranstaltung geboren. „Die Strecke ist ideal“, so Gempe. Starter bekommen nach seinen Worten am Anfang sehr viel Schwung, erreichten auf der Mitte dann ihre Höchstgeschwindigkeit und würden bis zum Ziel langsamer.

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