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Auslandssemester in den Vereinigten Staaten: Über den Sport ab in die USA

Von Als es in der Leichtathletik einmal nicht so gut lief, fasste Lea Menzel den Entschluss zu einem Tapetenwechsel in den USA – und prompt stellte sich der sportliche Erfolg wieder ein. An ihren Plänen hielt die 20-Jährige dennoch fest.
Die 20-jährige Lea Menzel aus Götzenhain will während ihres USA-Aufenthalts Land und Leute kennenlernen – aber natürlich auch ganz viel Sport treiben. Die 20-jährige Lea Menzel aus Götzenhain will während ihres USA-Aufenthalts Land und Leute kennenlernen – aber natürlich auch ganz viel Sport treiben.
Dreieich. 

Ganz viel Sport treiben, bei Wettkämpfen Teil eines University-Teams sein, studieren, Land und Leute kennenlernen sowie die Sprache perfektionieren. Lea Menzel geht auf eine aufregende Reise. Die 20 Jahre alte Götzenhainerin fliegt nach Reno im Bundesstaat Nevada in die USA. Die Lehramtsstudentin verbringt an der University of Nevada ein Auslandssemester – ausgestattet mit einem Vollstipendium.

„Ich bin total aufgeregt und gespannt. Ich hoffe, ich bekomme kein Heimweh, denn eigentlich war ich höchstens mal für zwei Wochen Trainingslager von meiner Familie getrennt“, sagt die Studentin lächelnd. Über ihre erfolgreiche Karriere als Leichtathletin wurde das Stipendium möglich, und die Motivation, Deutschland mal für ein halbes Jahr den Rücken zu kehren, war eigentlich auch der Sport. „Ich habe es ja schon im vergangenen Sommer entschieden, dass ich diesen Schritt jetzt wage. Im Sport lief es gerade nicht und ich hatte das Gefühl, ich muss mal was anderes sehen“, erzählt Lea.

Weltmeisterin besiegt

Als jüngste von vieren kam sie über eine ihrer Schwestern schon früh zur Leichtathletik. Sie hat sich für die Königsklasse entschieden und steht im Nationalkader der Siebenkämpferinnen. Hürdenlauf, Hochsprung, Kugelstoßen, 200-Meter-Lauf, Weitsprung, Speerwurf und 800-Meter-Lauf – die Vielseitigkeit bedeutet einen großen Trainingsaufwand. Zwischen sechs und acht Sporteinheiten bringt Lea in der Woche in den Wintermonaten beim Training zu, zur Wettkampfsaison im Sommer sind es immer noch zwischen fünf und sechs Einheiten. Der Einsatz hat sich für die junge Sportlerin aber gelohnt.

Schon 2013 hatte sie die Norm für die U 18-Weltmeisterschaft geschafft, war viertbeste Deutsche in ihrer Altersklasse. Doch das war noch nicht gut genug, nur die zwei Besten durften fahren. 2014 fing sehr vielversprechend an, die Dreieicher Mehrkämpferin wurde Deutsche Hallenmeisterin und schlug dabei die Weltmeisterin. „Leider habe ich mich dann Mitte März verletzt und dann war erstmal Pause angesagt“, erinnert sich Lea Menzel nicht so gerne daran. 2015 wollte sie dann wieder angreifen. „Wir haben Pläne geschmiedet, trainiert wie verrückt und die Europameisterschaften waren das große Ziel.“ Sie hatte den Fokus total auf den Sport gerichtet, alles drehte sich nur noch ums Training – und plötzlich lief gar nichts mehr. „Da war ich so frustriert, dass ich fast hingeschmissen hätte. Ich gebe alles für den Sport und es kommt nichts dabei herum. Das war der Punkt, an dem ich dachte, ich brauche jetzt einen Tapetenwechsel“, erzählt Lea.

Amerika war schnell ein Thema. Zwei ihrer Schwestern hatten schon ihre Erfahrungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gemacht. Ein Highschool-Jahr absolviert, einen Studienabschluss gemacht und in den USA gearbeitet. „Es kam für mich in der Schulzeit nie in Frage – ich war mit der Leichtathletik so verbunden, dass ich nicht weg wollte.“ Über eine Freundin kontaktierte sie das Unternehmen Jomi Sport Scholarship – das ihr half, auf die Suche nach Stipendiumsmöglichkeiten zu gehen. „Das war viel einfacher, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte fünf bis sechs Angebote zu Vollstipendien. Darunter auch New York und andere spannende Städte“, verrät Lea.

Die Qual der Wahl

Natürlich sollte es eine spannende Gegend sein, auch das Studienangebot musste zu ihren Interessen passen. Aber ihre Entscheidung, welche Universität es schließlich sein soll, traf sie nach zwei persönlichen Gesprächen mit den Leichtathletiktrainern. Über Skype war Lea mit Washington und Reno verbunden – und die Wahl fiel auf Nevada. „Der Trainer war sehr interessiert an meinen Leistungen, an meinem Training und wir sind seitdem auch lose in Kontakt“, sagt die Sportlerin. Auch mit Mitstudentinnen hat sie schon Kontakt aufgenommen, via Facebook wurde das erste Treffen geplant.

Und kaum war die Entscheidung getroffen, für ein Semester in die USA zu gehen, lief es für Lea auch endlich wieder im Leistungssport. Ein dritter Platz bei den Deutschen Meisterschaften, ein Start beim größten Leichtathletik-Meeting Deutschlands in Ratingen und der erste Wettkampf im Deutschlandtrikot Ende Juli beim Thorpe-Cup in Fayetteville in North Carolina. Das ist ein schon seit vielen Jahren ausgetragener deutsch-amerikanischer Leichtathletik-Mannschaftswettkampf, den die deutschen Mädels in diesem Jahr allerdings deutlich verloren. „Das macht aber gar nichts, wir waren alle erst um die 20 und die Amerikanerinnen waren rund 5 Jahre älter. Wir hatten alle gute Leistungen – und die fünf Tage USA waren schon ziemlich cool“, betont Lea.

Auch wenn die ganze Saison jetzt läuft wie am Schnürchen – das Auslandssemester wird jetzt angetreten. „Ich freue mich auf die neue Erfahrung, die Leute, das Training. Das wird super“, sagt sie. Zunächst plant sie für ein Semester in Reno zu studieren. Je nachdem wie das Training läuft und die Leistungen sind, will sie für die Vorbereitungen auf die Europameisterschaften zurück nach Deutschland kommen. Vielleicht verlängert Lea aber auch und bleibt doch ein ganzes Jahr.

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