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Neue Gastronomie: Um das „Café Balico“ zu retten, macht sich 51-Jährige selbstständig

Von Etwas Mut braucht es, um sich selbstständig zu machen. Den fand Roswitha Gebhardt, als ihr ein Wirtschaftspate mit seinen Erfahrungen zur Seite sprang.
Roswitha Gebhard bedient persönlich ihre Gäste im „Café Barlico“. Foto: Leo F. Postl Roswitha Gebhard bedient persönlich ihre Gäste im „Café Barlico“.
Neu-Isenburg. 

Das weltbekannte Lied von der „Kleine Kneipe in unserer Straße“, wie sie einst Peter Alexander besang, könnte besser kaum passen. Auch wenn es mehr ein Café als eine Kneipe ist: Für viele Isenburger, aber auch Gäste aus der Umgebung, ist das „Café Balico“ zu einem beliebten Treffpunkt geworden. Zu überregionalem Ruhm haben es Hermine Hölzl und Melanie Tonino, die ihr Faible für die Trauminsel Bali seit 1993 in Neu-Isenburg verwirklicht hatten, also gebracht. Jetzt, nachdem sich beide zur Ruhe setzen wollten und das „Café Balico“ im Süden Frankfurts zu versinken drohte, fand sich mit Roswitha Gebhard eine Retterin.

„Ich war über viele Jahre selbst als Stammgast hier, habe mich sehr wohl gefühlt, und nicht nur ich hätte es sehr bedauert, wenn es keine Fortsetzung gegeben hätte“, erklärt die 51-jährige gelernte Kauffrau. Nachdem ihr Arbeitgeber, ein amerikanisches Unternehmen, den Standort aufgegeben hatte, stand Roswitha Gebhard ohnehin vor dem Problem, eine neue Arbeitsstelle suchen zu müssen. „In meinem Alter noch etwas Vertretbares zu finden, ist wirklich nicht einfach“, schildert sie ihre Erfahrungen bei der Arbeitsplatzsuche. Nahezu ein ganzes Jahr hat sich Roswitha Gebhard bemüht – und dennoch ohne Erfolg.

Hessenweit tätig

Das „Café Balico“ zu übernehmen hat sie zwar gereizt, doch ihr fehlten die Erfahrungen der Selbstständigkeit. Wie gut, dass es in Neu-Isenburg eine Wirtschaftsförderung und Wirtschaftspaten gibt. Einer von ihnen ist Jörg-Bodo Krüger, ein ehemaliger Unternehmensberater. Zusammen mit weiteren erfahrenen „Unternehmensrentnern“ gründete er den Verein der Wirtschaftspaten, dessen Netzwerk nicht nur den Kreis Offenbach und das Rhein-Main-Gebiet überzieht, sondern bereits hessenweit agiert. „Wir sind alles ehemalige Unternehmensleiter oder Führungskräfte, können und wollen uns aber noch nicht zur Ruhe setzten, sondern unsere Erfahrungen an andere weitergeben“, beschreibt Krüger die Aufgabe.

Die Tätigkeit des heute 72-jährigen Jörg-Bodo Krüger bezieht sich auf Beratung und Unterstützung bei Existenzgründungen, sowie die Akquise von Aufträgen sowie die Abwicklung von Unternehmensnachfolge. „Ich beginne mit einer Analyse der Zukunftsaussichten für den Betrieb selbst, bespreche mit möglichen Interessenten die fachlichen aber auch finanziellen Voraussetzungen und erstelle einen Businessplan, auf dessen Basis das Vorhaben gelingen könnte – die Arbeitskraft selbst muss jedoch vom Interessenten eingebracht werden“, beschreibt Krüger sein Vorgehen.

Beliebter Treffpunkt

Zur monatlichen Sprechstunde im Neu-Isenburger Rathaus kam auch Roswitha Gebhard mit ihrem Ansinnen, das „Café Balico“ zu übernehmen. Der bereits bekannte Name sollte erhalten bleiben. Da Roswitha Gebhard das Café um eine Bar ergänzen wollte, kam der Buchstabe „r“ hinzu, so wurde daraus der neue Name „Barlico“.

Die Adresse der heimeligen Räumlichkeiten in der Bahnhofstraße 110 ist wieder zu einem beliebten Treffpunkt für Gäste geworden, die persönlichen Service und eine angenehme Atmosphäre suchen. Vom Frühstück über leckeres Mittagessen bis hin zu Gerichten für den Nachmittag und Abend reicht das Angebot von Roswitha Gebhard. „Ich kann nicht mit opulenten Mehrgängemenüs dienen, aber man kann sich aus den vielfältigen Angeboten auf der Speisekarte durchaus eine Menü-Folge nach persönlichen Vorlieben zusammenstellen“, erklärt die Gastgeberin.

Auch vom Personal her ist Roswitha Gebhard nicht ganz auf sich alleine gestellt, sie kann immer auf die Hilfe der Vorbesitzerinnen zurückgreifen. „Das war für mich ein entscheidender Grund, diese Aufgabe der Weiterführung zu übernehmen“, betont Roswitha Gebhard. Jetzt liegt es nur noch an den Gästen, dass das „Café Barlico“ zu einer Erfolgsgeschichte wird.

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