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Als der Luderbach weiß wurde: Unbekannte entsorgten Baustoffe im Flussbett

Von Es war wahrlich kein schöner Anblick für Passanten: Der Bachlauf des Luderbachs hatte sich komplett weiß verfärbt. Daraufhin rückte die Feuerwehr am Dienstagabend an. Und die hatte bis zum Mittwochvormittag alle Hände voll zu tun.
Die Passanten alamierten beim Anblick des Bachlaufs des „Luderbachs“ im Bereich Bansapark die Feuerwehr in Neu-Isenburg. Die Passanten alamierten beim Anblick des Bachlaufs des „Luderbachs“ im Bereich Bansapark die Feuerwehr in Neu-Isenburg.
Neu-Isenburg. 

Was für ein Schreck am Dienstagabend in Neu-Isenburg: Passanten hatten im Bachlauf des Luderbachs nördlich der Bansastraße eine weiße, milchige Verunreinigung bemerkt. Fast komplett weiß schlängelte sich das verfärbte Wasser durch die Natur. Um 17.45 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr in Neu-Isenburg ein, und auch die Berufsfeuerwehr Frankfurt wurde für ein „Umweltfahrzeug“ alarmiert. „Denn eigentlich ist der Bachlauf schon auf Frankfurter Gemarkung“, erklärte Thomas Peters, stellvertretender Stadtbrandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburg.

Auf der Höhe der Straßenbahn-Endhaltestelle – soweit hatte sich die milchige Substanz bereits ausgebreitet – stauten die Einsatzkräfte den Bach mit Sandsäcken auf. Damit sollte verhindert werden, dass der „Jacobiweiher“ im Frankfurter Stadtwald kontaminiert wird. Die Botschaft am Mittwochvormittag lautete dann: „Es war ein Einsatz, der viel Aufwand verursacht hat, es sah spektakulär aus, aber es bestand keine Umweltgefährdung“, betonte Peters.

Keine Vergiftung

In der Feuerwehrsprache hatte der Vorfall die sogenannte „Wassergefährdungsklasse eins – nicht toxisch“, das bedeutet, es gab keine Vergiftung. Auch für das Trinkwasser bestand keine Gefahr. „Unser Umweltamt war relativ entspannt, aber es ist eben sehr schwierig, die Verfärbung wieder aus dem Wasser rauszubekommen“, sagte Landrat Oliver Quilling (CDU).

Als die ersten Helfer um kurz vor 18 Uhr an dem Bachlauf eintrafen, begannen sie, direkt nach der Herkunft der Verschmutzung zu suchen. Zwischenzeitliche Messungen und Erkundungen ergaben, dass der pH-neutrale Stoff offenbar über eine Hebeanlage in einer Tiefgarage im Gewerbegebiet Ost, in der Martin-Behaim-Straße, in die Kanalisation gelaufen war. „Bei Sanierungsarbeiten in der Tiefgarage wurden Baustoffe unsachgemäß entsorgt“, erläuterte Thomas Peters. Es handelte sich um eine Art Mörtel- und Betondispersion. Die eingeschaltete Polizei spricht von „größerer Menge Fassadenfarbe“, die in einen Abfluss des Regenwasserkanals geschüttet wurde. Möglicherweise stamme die Substanz aus gesäuberten Baueimern oder ähnlichen Behältern, die auf Baustellen verwendet werden. Die Hebeanlage wurde daraufhin außer Betrieb genommen.

Die Mitarbeiter des Dienstleistungsbetriebs (DLB) dichteten den Kanal ab. Mit Kanalspülungen und dem Einsatz von „Saugwagen“ wurden die Reste der Substanz abgesaugt und in ein Störfallbecken des DLB eingeleitet.

30 Kräfte im Einsatz

Für die Feuerwehr Neu-Isenburg war der Einsatz mit acht Fahrzeugen und 30 Einsatzkräften erst gegen Mitternacht beendet. Am Mittwochvormittag wurden weitere Sandsack-Barrieren in den Bachlauf eingebracht. Beim Zufluss zum Jakobi-Weiher wurde, mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks, durchgesickertes Bachwasser abgepumpt. Die Polizei und die „Untere Wasserbehörde“ werden versuchen, den Verursacher zu ermitteln. Eines ist aber ganz klar, wenn dieser ausfindig gemacht wird, „erwartet ihn ohne Frage eine dicke Rechnung“, so der stellvertretende Stadtbrandinspektor. Wer etwas gesehen hat, wende sich an die Wache in Neu-Isenburg, Telefon (0 61 02) 29 02 - 0.

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