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Prozess: Verfahren gegen bulgarischen Fernfahrer eingestellt

Ein Prozess vor dem Langener Amtsgericht wirft ein schlechtes Licht auf die gesamte Speditionsbranche – und auf eine Behörde.
Die Richter haben entschieden: Unternehmen dürfen in Sonderfällen Mitarbeiter eines bestimmten Geschlechts suchen. Foto: Peter Steffen/dpa Die Richter haben entschieden: Unternehmen dürfen in Sonderfällen Mitarbeiter eines bestimmten Geschlechts suchen.
Langen. 

Erleichtert, weil glimpflich davongekommen, verließ ein 40-Jähriger aus Langen am Freitag das Amtsgericht in der Zimmerstraße. Das Verfahren gegen ihn wurde von Amtsgerichtsdirektor Volker Horn auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt. Der ausgebildete bulgarische Kraftfahrer war angeklagt, weil ihn die Polizei 13 Mal ohne einen für Deutschland gültigen Führerschein am Steuer eines 40-Tonnen-Trucks erwischt hat.

Jetzt darf der 40-jährige Familienvater wieder hoffen, endlich aus Hartz IV herauszukommen und seine kleine Familie aus eigener Kraft ernähren zu können. Was sich im Hintergrund dieses Prozesses abspielte, wirft ein schlechtes Licht auf die gesamte Speditionsbranche und die Ordnungsbehörde beim Landrat in Offenbach.

Der Mann war von einer Speditionsfirma, damals in Büttelborn, in Bulgarien angeheuert worden. Für internationale Transporte, berichtete er. Doch dann wurde er nicht darüber aufgeklärt, dass sein internationaler Führerschein in Deutschland nicht das teure Papier wert ist, auf dem ihn die bulgarischen Behörden ausstellten. Fahren musste er für seinen bulgarischen Chef trotzdem. Der betreibt seine Spedition, wer derzeit wirklicher Besitzer ist, war nicht zu klären. Klar wurde nur, dass dieser Unternehmer für alle bekannten Speditionen im Rhein-Main-Gebiet als Subunternehmer fährt. Dazu mietete er zehn, andere sprachen sogar von 14 40-Tonnen-Lastwagen für den internationalen Verkehr. Die wurden von Bulgaren, Rumänen oder Albanern gefahren, die in der Heimat angeworben wurden. In Deutschland bezahlte der Unternehmer weder Krankenkassen- noch Sozialbeiträge für die Männer. Er gab sie als „Praktikanten“ aus, die auf Probe fuhren.

Im Fall des 40-Jährigen in Langen stellte sich jetzt heraus, dass er seit neun Monaten mit Hilfe seines Anwaltes mit dem Ordnungsamt kämpft. Damit sein bulgarischer Führerschein endlich umgeschrieben wird und auch in Deutschland gilt.

(sc)

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