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Verkehrspolitik: Wählerinitiative Kelsterbach setzt sich für Radler ein

Von In Kelsterbach wird Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) von manchen schon als „Kreisel-Ockel“ bezeichnet. Jetzt soll ein weiterer Kreisverkehr folgen, mit dessen Planung die Wählerinitiative Kelsterbach allerdings nicht zufrieden ist.
Noch wird diese vielbefahrene Kreuzung von Ampeln geregelt, im Frühjahr soll hier ein weiterer Kreisel entstehen. Foto: Leo F. Postl Noch wird diese vielbefahrene Kreuzung von Ampeln geregelt, im Frühjahr soll hier ein weiterer Kreisel entstehen.
Kelsterbach. 

Der Kreuzungs-Knoten der Südlichen Ringstraße, die dort die Mörfelder Straße kreuzt, soll zu einem Kreisel umgebaut werden. Die Pläne wurden zwar vorgestellt, für die Fraktion der Wählerinitiative Kelsterbach (WIK) jedoch nicht transparent genug. Nach Ansicht der WIK wurde insbesondere dem künftigen Radverkehr nicht genügend Rechnung getragen. Jürgen Wälther hatte dem Bauausschuss, den Fahrradbeauftragten sowie dem Magistrat der Stadt im Auftrag der Fraktion entsprechende Einwände und Änderungswünsche per Mail zukommen lassen.

Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses sprach WIK-Fraktionschef Bruno Zecha das Thema noch einmal an. Rathauschef Ockel wies darauf hin, dass die Planungen bereits so gut wie abgeschlossen seien und man sich bereits in der Ausschreibungsphase für den Bau des Kreisels befinde, da bereits im Frühjahr die Kreuzung umgebaut werden soll. Änderungen würden nicht nur Kosten für eine Umplanung, sondern auch für eine neue Ausschreibung nach sich ziehen. Zudem sei dann der Termin für den Baubeginn nicht zu halten. Die Stadt Kelsterbach hat nun in einer entsprechenden Stellungnahme – aus ihrer Sicht – alle Kritikpunkte der WIK-Fraktion entkräftet.

„Praktisch unbrauchbar“

Mit ihrem Schreiben bezieht sich die Wählerinitiative auf die Vorstellung der geplanten Umgestaltung, die den Mitgliedern des Bauausschusses in ihrer Sitzung am 19. Juni präsentiert wurde. Grundsätzlich sei es zu begrüßen, dass die überdimensionierten Straßenflächen teilweise rückgebaut würden und statt der Ampel-Kreuzung ein Kreisel eingerichtet werden soll, heißt es dort.

„Was allerdings die Radwege angeht, wirkt die Planung wenig innovativ und eher rückwärtsgewandt. Ein Radweg mit Hindernissen oder Unterbrechungen ist für viele Radler mit einem höheren Sicherheitsbedürfnis praktisch unbrauchbar“, so die Kritik der WIK. Ferner wird kritisiert, dass man nur „grobe, schlecht aufgelöste Ausdrucke“ der Pläne bekommen habe, auf denen die Wegeführung für den Rad- und Fußverkehr schlecht ersichtlich sei.

„Es wird auf der Südlichen Ringstraße ein Schutzstreifen von 1,50 Meter Breite geplant. Gemäß den Richtlinien ist das die einfachste (und schlechteste) Lösung. Besser wären Radfahrstreifen, die mindestens 1,85 Meter breit sind. Und die beste Lösung wäre ein baulich angelegter Radweg. Da die Straße ohnehin zurückgebaut werden soll, ist der breitere Radfahrstreifen vorzuziehen“, fordert die WIK in ihrem Schreiben.

Ferner vermisst die Fraktion im nordöstlichen Bereich der Südlichen Ringstraße den Radweg gänzlich. „Wie soll man von hier aus durch den Baugé-Kreisel nach links in das Neubaugebiet Länger Weg kommen? Und wie geht es danach weiter?“, wirft die Wählerinitiative eine weitere Antwort auf. Schließlich fordert die WIK: „Um den Radverkehr von und zum Flughafen und ins Gewerbegebiet (Stichwort: Fahrten zum Arbeitsplatz) attraktiver zu machen, bedarf es auch im südlichen Teil der Mörfelder Straße brauchbarer Radwege.“ Schließlich wird ein „umlaufender Radweg für den Kreisverkehrsplatz“ gefordert.

Möglichkeiten überprüfen

„Wir schlagen vor, zu der Kreiselplanung einen Workshop durchzuführen und die verschiedenen Möglichkeiten zu überprüfen. Daran sollten neben dem Planungsbüro und Mitarbeitern der Verwaltung auch Fachverbände, wie der ADFC und der Fachverband Fußverkehr, eingeladen werden. Außerdem die ehrenamtlichen Radverkehrsbeauftragten sowie sachkundige Bürger und Stadtverordnete“, schließt der umfangreiche Forderungskatalog der Wählerinitiative Kelsterbach.

Für die Stadt Kelsterbach sieht die Lage jedoch anders aus. „Bei der für 2018 vorgesehenen Umgestaltung des Knotenpunktes Südliche Ringstraße/Mörfelder Straße sind die Interessen aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt“, schreibt sie nun zurück. „Durch die Beteiligung des Büros ’Cooperative Infrastruktur und Umwelt’ wurden insbesondere die Anliegen und Bedürfnisse des Radverkehrs eingebracht und gewährleistet. Das Büro ist durch seine Expertise ausgewiesen und hat für die Stadt Kelsterbach bereits das Radverkehrskonzept erarbeitet.“

Im Einzelnen wird Punkt für Punkt begründet, weshalb man die im Plan so vorgesehen Variante gewählt hat. Allerdings weist die Stellungnahme ein paar missverständliche Orientierungsangaben auf: Die Südliche Ringstraße verläuft mehr in Ost-West denn in Nord-Süd-Richtung, dies trifft eher für die Mörfelder Straße zu.

An Vorgaben gehalten

Dennoch heißt es in der Stellungnahme der Stadt: „Die Südliche Ringstraße besitzt in ihrem weiteren Verlauf Richtung Süden eine Fahrbahnbreite von 7,50 Meter. Um eine Lösung für die Radwegführung auf der Fahrbahn zu erhalten, wurde im Süden des geplanten Kreisverkehrs die Führung des Radverkehrs über einen Schutzstreifen gewählt.“ Für die Anordnung eines Radfahrstreifens mit mindestens 1,85 Meter Breite sei nämlich eine Fahrbahnbreite von mindestens 9,70 Meter erforderlich, erklären die Zuständigen.

Zusätzlich sei in diesem Bereich ein gemeinsamer Geh- und Radweg mit drei Metern Breite gemäß Vorgaben vorhanden. Dieser könne von Radfahrern mit einem höheren Schutzbedürfnis genutzt werden, heißt es weiter vonseiten der Stadt Kelsterbach.

„Die Zu- und Ausfahrten des Kreisels sind gemäß den Vorgaben bemessen. Zusätzlich enden die Schutzstreifen gemäß Richtlinie rechtzeitig vor der Kreisfahrbahn. Laut Richtlinie sind die Zu- und Ausfahrten so zu bemessen, dass ein Überholen der Radfahrer kurz vor und nach dem Kreisverkehr unterbleibt.“ Die Radverkehrsführung werde außrdem an den bestehenden Radfahrstreifen Richtung Flughafen angeschlossen. „Die Gestaltung weiterer Radwegeverbindungen bedarf einer gesonderten Radwegplanung“, so die Stadt Kelsterbach.

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